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DVFA Kommission Geldpolitik

Es gab in den jüngeren Geschichte kaum eine Periode, in der die Kapitalmärkte so stark von der Geldpolitik beeinflusst wurden wie zur Zeit. Selbst die amerikanische Notenbank (Fed) räumt in einer von ihr veröffentlichten Studie ein, dass allein ihre Käufe von Staatsanleihen die Zinsen zehnjähriger US-Papiere um einen Prozentpunkt gedrückt hätten. Was für die Rentenmärkte gilt, gilt für alle Assetklassen: Künstliche Nachfrage der Notenbanken und Liquidität im Überfluss haben das Preisgefüge verzerrt und den Preisfindungsmechanismus der Märkte nachhaltig beeinträchtigt, insbesondere um gesamtwirtschaftliche Deflationsgefahren im Nachgang der globalen Finanzkrise und Euroland-Staatsschuldenkrise nachhaltig abzuwehren. Grund genug für die DVFA, den Berufsverband der Investment Professionals, eine eigene Kommission einzurichten, die sich mit Fragestellungen rund um die Normalisierung der Geldpolitik beschäftigen soll.

Konzept „natürlicher Zins“ – Stellungnahme der DVFA Kommission Geldpolitik vom 08. März 2019

r* ist kein geeignetes Instrument für die Steuerung der Geldpolitik – DVFA Kommission kritisiert methodische Schwächen des Konzepts „natürlicher Zins“

Die DVFA, der Berufsverband der Investment Professionals, sieht mit Sorge, dass die von der EZB initiierte Debatte um die Höhe des sogenannten natürlichen Zinses den Weg bereiten könnte für eine Erweiterung des geldpolitischen Orientierungsrahmens. Ein theoretisches Konstrukt mit solch vielen methodischen Schwächen darf nicht zur Begründung werden für weitere unkonventionelle Maßnahmen der EZB.

Download:
Konzept „natürlicher Zins“ – Stellungnahme der DVFA Kommission Geldpolitik vom 08. März 2019

Presse:

Natürlicher Zins: kein geeignetes Instrument für die Steuerung der Geldpolitik. Zeitschrift für das gesamte Kreditwesen, kostenpflichtiger Content. 2. Mai 2019

Leitzins: Notenbanken auf dem Holzweg. worldnews.net, 10. April 2019

Notenbanken auf dem Holzweg. Wirtschaftswoche, 1. April 2019

Methodische Schwächen des Konzepts "natürlicher Zins" offen kritisiert. institutionalmoney.com, 8. März 2019

EZB-KURS IM BRENNPUNKT - GASTBEITRAG: DVFA kritisiert Konzept des "natürlichen Zinses". Jan Holthusen, Berichterstatter der DVFA-Kommission Geldpolitik und Leiter Fixed Income Research der DZ Bank. Börsen-Zeitung, 08.03.2019 (kostenpflichtiger Content).

Methodische Schwächen des Konzepts „natürlicher Zins“ offen kritisiert. institutional money, 08.03.2019

DVFA: Methodische Schwächen des Konzepts „natürlicher Zins“ kritisiert. GeldanlagenNachrichten, 08.03.2019

Mitglieder der Kommission

Ulrike Groschopp, Leiterin
Deutsche Börse AG
Frankfurt
Uwe Burkert Landesbank Baden-Württemberg Stuttgart
Dr. Frank Engels
Union Investment Privatfonds GmbH 
Frankfurt
Prof. Dr. Markus C. Kerber Europolis Berlin
Ingo R. Mainert, stv. Leiter
Allianz Global Investors GmbH 
Frankfurt
Dr. Hans-Peter Rathjens, CEFA
Allianz Global Investors GmbH Frankfurt
Harald Schmidt Apus Capital GmbH Frankfurt
Dr. Klaus Wiener
Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) Berlin

 

Die folgenden Themenkomplexe werden im Mittelpunkt der Arbeit der Kommission stehen:

Die Rolle der Zentralbank

  • Geraten die Zentralbanken unter zunehmenden Einfluss der Politik?
  • Bankenaufsicht in der EZB – Führt die Doppelrolle zu einem Bias in der Geldpolitik?
  • Ist das Inflationsziel noch das richtige Steuerungsinstrument der Geldpolitik?
  • Wie kann die Kapitalmarkt- und Bankenunion den Transfermechanismus zwischen Geldpolitik und Unternehmensfinanzierung verbessern?

Makroökonomische Entwicklungen und langfristige Auswirkungen

  • Gibt es im Ökonomen-Streit um das europäische Zahlungsverkehrssystem „Target2“ konstruktive Lösungen für den Umgang mit dem negativen Saldo zu Lasten der Deutschen Bundesbank?
  • Verstärkt die Niedrigzinspolitik die Ungleichverteilung von Einkommen und Vermögen?
  • Werden durch die lockeren Finanzierungsbedingungen Unternehmens-„Zombies“ am Leben gehalten?

Einflüsse neuer Technologien

  • Central Bank Digital Currencies (CBDC) – Wie wirkt das Aufkommen digitaler Währungen auf das Monopol der Zentralbanken und die bestehende Währungsordnung?

Ulrike Groschopp: „Nach zehn Jahren Krisenmodus steht eine Normalisierung der Geldpolitik auf der Agenda; als Interessenvertretung der deutschen Investment Professionals wollen wir uns einbringen in die politische und wissenschaftliche Debatte zu ihrer zukünftigen Ausrichtung. Mit der Einrichtung einer ständigen Kommission tragen wir der zunehmenden Bedeutung der Geldpolitik für die Kapitalmärkte Rechnung.“

DVFA Vorstandsvorsitzender Stefan Bielmeier verweist vor allem auf den immanenten Rollenkonflikt der EZB: „Die Tatsache, dass im Rat der EZB über eine Neuauflage von besonders günstigen Langfristtendern für Banken („Targeted Longer-Term Refinancing Operations“ –TLTRO) nachgedacht wird, wirft ein Schlaglicht auf den Interessenkonflikt zwischen Bankenaufsicht und Geldpolitik. Während in der einen Rolle der Einstieg in Zinserhöhungen kommuniziert wird, sollen in der anderen Rolle – vor allem italienische – Banken gestützt werden.“