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2. DVFA Banken Forum, 20. Juni 2012, DVFA Center, Frankfurt am Main

Das 2. DVFA Banken Forum war der Frage gewidmet, wie Internettechnolgien das Privatkunden- und institutionelle Kundengeschäft der Banken heute und zukünftig verändern. Die DVFA knüpfte damit an das erste Bankenforum 2011 an, das die Finanzkrise im Fokus hatte.

Guido Hoymann, B. Metzler seel. Sohn & Co. KGaA, eröffnete das Forum in seiner Begrüßung mit einigen Ausführungen zur Schuldenkrise und bemerkte, dass die DVFA vor diesem Hintergrund eine besondere Verantwortung im Kapitalmarkt hat.

Die Key Note sprach Dr. Christian Diekmann, comdirect bank AG, der einen profunden Einblick in das Direktbankengeschäft gab. „Kunden wollen immer und überall ihre Bankgeschäfte abwickeln“, stellte Diekmann fest, denn „online kann man mehr“. Der Servicebegriff sei grundlegend im Wandel begriffen und technologische Entwicklungen wie Breitbandtechnologie machten den Fortgang unumkehrbar.

Torsten Daenert, Commerzbank AG, sprach über „Payments – ein Beispiel für aktuelle Technologieentwicklungen im Retail Banking“. Er gab einen Überblick über elektronische Zahlvorgänge von der Zahlkarte mit VFC-Chip, kontaktlosen Zahlungen via Smartphone bis hin zu internetbasierten Bezahlvorgängen. Es bestünde die Tendenz, dass „Banken durch schnelle Technologieunternehmen ersetzt“ werden. Kritisch sei auch, dass die Banken als „patentlose Branche“ auf die Innovationen der Internetbranche zurückgreifen müssten.

Jens Quadbeck, Google Germany GmbH, entführte in die Welt der Suchmaschinen und die damit verbunden Möglichkeiten für den Vertrieb insbesondere komplexer Produkte. Mobiles (Smartphones) seien das Medium, um unmittelbar Geschäfte abzuschließen, Social Media prioritär für die Kunden-Kommunikation geeignet (peer-to-peer, social banking). Anschließende Rückfragen gingen auf die mit dem Medium Internet verbundenen Gefahren. Sie reichen von der Erstellung von unerwünschten Benutzerprofilen, Sicherheitslücken bis hin zu unwillkommener Werbe- und Informationsflut.

Margit Jostock, DZ BANK AG, eröffnet mit „Vorteilen und Konsequenzen von Collateral Vereinbarungen“ den Nachmittag. Im institutionellen Kundengeschäft. dienen Collateral Vereinbarungen der Risikosteuerung und Eigenkapitaloptimierung. Die „European Market Infrastructure Regulation“ (EMIR) soll ab Mitte des Jahres im Handel mit OTC-Derivaten zusätzlich Transparenz und Sicherheit schaffen, indem die Besicherung in Zukunft über „Central Counterparties“, CCP, abgewickelt und an zentrale Register gemeldet werden. Besichert würden gegenwärtig zudem nur die aktuellen, nicht die zukünftigen Risiken, dies würde sich ändern, so Jostock.

Prof. Dr. Peter Gomber, Universität Frankfurt, präsentierte einen Vortrag zu „High Frequency Trading – Einordnung und Regulierungsdiskussion“. Zur Historie: 2000 fand die Einführung von Algorithmen auf der Sellside statt; 2007 tauchte an der Wall Street erstmals das Thema High Frequency Trading auf; der Flash Crash 2012 leitete dann den kritischen Diskurs zum Thema ein. Gomber grenzte drei Tradingformen anhand der Haltezeit des jeweiligen Assets von short nach long voneinander ab – „Algo Trading“, „Hight Frequency Trading“ und „Long Traditional Trading“. HFT sei eine primär im Eigenhandel eingesetzte Strategie, bei der es unter anderem um Herstellung von Liquidität gehen könne oder die auf Arbitrage ziele. Das Problematische der Marktmissbrauchsfälle sei, dass sie eine versteckte Liquidität in den Markt brächten, die gar nicht vorhanden ist – über Arbritrage.