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2. DVFA-Kongress, 13. Mai 2014, DVFA Center, Frankfurt am Main

Der 2. DVFA-Kongress am 13. Mai 2014 gab auch dieses Jahr wieder Einblicke in wichtige Felder der Verbandstätigkeit. Fast 100 Gäste waren ins DVFA Center gekommen. Es gab jeweils ein Impulsreferat und eine Diskussionsrunde zu einem Themenfeld. Im Anschluss war zur traditionellen Gartenparty eingeladen.

Wer braucht noch Finanzanalysten?

„Wer braucht noch Finanzanalysten“ fragte der erste Themenblock, den PD Dr. Alexander Kerl, Justus-Liebig-Universität Gießen, mit seinem Impulsreferat „Wie wertvoll sind Analysten?“ eröffnete. Er beschrieb das Spannungsfeld von Interessenskonflikten, in dem Finanzanalysten stehen. Kerl erklärte, dass die Richtigkeit von Kursprognosen in einem kausalen Zusammenhang mit dem Regulierungsgrad des Marktumfeldes stehe, je entwickelter die Regulierung, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass die Prognosen stimmten. Ja, wir brauchen sie also noch, die Finanzanalysten.

Der Finanzanalyst: „Vom Pfadfinder zum Meisterkoch“

In der folgenden Podiumsdiskussion inkl. Q&A mit Stefan Bielmeier, DZ BANK AG, Vorstandsvorsitzender DVFA, Dr. Alexander Kerl, und Ingo R. Mainert, Allianz Global Investors Europe GmbH, Vorstandsmitglied DVFA, beschrieb Ingo Mainert die Entwicklung beim Berufsbild als zunehmende Spezialisierung – vom „Pfadfinder zum Meisterkoch“ – bei dem das Research aus dem Finanzmarkt-Rauschen das „Entscheidende“ heraushören müsse. Stefan Bielmeier wies auf den allgemeinen Kostendruck der Institute - die Coverage Ratio pro Kopf steige permanent an - und auf die Ungleichverteilung zwischen dem Research für große und kleine Unternehmen hin. Die Rolle der Informationsmediäre sei unverzichtbar, darin stimmten die Teilnehmer überein, und dies bestätigt auch die zuvor vorgestellte Untersuchung.

Regulatorische Anforderungen an Banken - Auswirkungen und Umsetzungsstrategien

Eine Studie der KPMG in Zusammenarbeit mit dem Bankenverband und dem Bundesverband öffentlicher Banken Deutschlands aus 2013 zum Thema "Auswirkungen regulatorischer Anforderungen auf Financial Services" schätzt die Gesamtkosten der Regulierung für Kreditinstitute auf ca. neun Milliarden Euro jährlich, berichtete Dr. Ulrich von Zanthier, Director, KPMG. Die Studie stand zu Beginn des zweiten Themenblockes. Die Banken seien dabei, ihre Geschäftsmodelle zu justieren, in jedem Falle besser kapitalisiert als je zuvor, sähen sich aber hohen Regulierungsanforderungen gegenüber, die kleine Häuser nur schwer stemmen können, so der Referent in seinem Impulsvortrag.

“Banking is too important to leave it to the regulators”

Dirk Jäger, Geschäftsführer, BdB, stellte in der zweiten Diskussion deutlich fest: „Das Regelwerk ist zu komplex.“ Die anderen Panelisten Dr. Ulrich von Zanthier, KPMG, und Stefan Winter, UBS Deutschland, stimmten vorbehaltlos zu. Die zunehmende Prüfungsdichte, folgenschwere Auswirkungen auf Rentabilität und Margen sowie stetig steigende Anforderungen an das Risikomanagement kennzeichnen die Entwicklung. Banken haben ohne Zweifel einen volkswirtschaftlichen Nutzen, so von Zanthier. Kritisch diskutiert wurde die Rolle und auch Kompetenz der verantwortlichen Regulatoren in übergeordneten Aufsichtsbehörden wie ESMA oder FSB. Ralf Frank, der die Runde moderierte, schloss: “Banking is too important to leave it to the regulators”.