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1. DVFA-Kongress, 28. Mai 2013, Frankfurt am Main

Am Dienstag, 28. Mai, kam wie auf Bestellung das schöne Wetter, und eine Vielzahl von Gästen fand sich im Garten der DVFA zum Feiern zusammen. Der Abendevent rundete das Tagesprogramm ab, das mit der Mitgliederversammlung eröffnet und dem ersten DVFA Kongress fortgesetzt worden war.

„DVFA Kongress“ ist ein neues Veranstaltungsformat, das mit zwei Themenblöcken aufwartete: „Pensionsverpflichtungen und Funding Gap“ sowie „Ethik und Finanzwirtschaft“. Ralf Frank, Generalsekretär DVFA e.V. betonte in der Einleitung, dass das Kongressformat den „Themen mit Tragweite“ gewidmet sei.

Im ersten Teil sprachen Michael Schmidt, Mitglied der Geschäftsführung, Leiter Portfoliomanagement Aktien, Union Investment, und Martin Thiesen, Global Head of Liability Driven Solutions, Deutsche Asset & Wealth Management.

Thiesen sagte: „Die erhöhte Transparenz entlarvte insbesondere 2012 die strukturellen Probleme auf der Verpflichtungsseite. Selbst zweistellige Renditen der Pensionsvermögen konnten DAX-Konzerne auf Grund stark fallender Diskontraten nicht vor einem weiteren Verfall des Ausfinanzierungsgrades bewahren. Ein Zusammenschluss europäischer Unternehmen bemüht sich mittels Bereitstellung von Daten und Research sowie konstruktiven Vorschlägen an das IASB, eine erneute Stabilisierung der Verpflichtungsseite herbeizuführen."

Schmidt betonte, dass Pensionsrisiken zunehmend an Relevanz gewönnen: „Bei einigen Dax-Konzernen machen die ungedeckten Pensionsverpflichtungen inzwischen mehr als die Hälfte des Börsenwertes aus. Darin sehen wir ein erhebliches Risiko für den Aktionär, der letztlich dafür zu zahlen hat.“

Professor Dr. Julian Nida-Rümelin, LMU München, Leiter der Arbeitsgruppe Ethik und Finanzwirtschaft, war als Sprecher zur Ethik zu Gast. Nida-Rümelin überzeugte mit einem rhetorisch versierten „Gedankenausflug“, an dessen Beginn unter anderem grundsätzliche Überlegungen zu ökonomischen Märkten als zentralem Movens gesellschaftlicher Entwicklung standen. Die nur bedingt nicht individuelle Güter bereitstellenden ökonomischen Märkte seien aber mit grundlegenden strukturellen Defiziten behaftet. Der Vortrag analysierte das Verhältnis von Ökonomie und Ethik generell, um daraus Schlussfolgerungen für die Praxis in der Finanzwirtschaft zu ziehen.

Prof. Nida-Rümelin erläuterte: „Die wirtschaftliche Praxis ist nicht moralfrei, wie uns die marktradikale Ideologie in den letzten Jahrzehnten weismachen wollte, im Gegenteil: eine (Finanz-) Wirtschaft, die sich aus allen kulturellen und moralischen Bindungen herauslöst, büßt ihr wichtigstes Kapital ein: Vertrauen.“

Über 100 Gäste fanden den Weg ins DVFA Center zum ersten DVFA Kongress.

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