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DVFA Monatsfrage

DVFA - der Verband der Investment Professionals befragt jeden Monat seine Mitglieder zu Themen und Entwicklungen, die in der Finanbranche diskutiert werden.

Die DVFA Monatsfrage wendet sich an die 1.400 Mitglieder des Verbandes und widmet sich Themen, die in der Finanzbranche diskutiert werden. Die Ergebnisse der Umfrage werden regelmäßig an jedem zweiten Dienstag im Monat veröffentlicht.

12. Oktober 2021: DVFA Monatsfrage: "Investment Professionals sehen die Unabhängigkeit der EZB gefährdet – Überforderung durch neue Strategie"

Der Berufsverband der Investment Professionals DVFA hat seine Mitglieder zu den neuen geldpolitischen Strategien der Zentralbanken in den USA (Fed, Federal Reserve) und im Euroland befragt. Sehr entschieden halten die Befragten die aktuelle geldpolitische Ausrichtung für zu locker, sind aber auch der Ansicht, dass die Europäische Zentralbank (EZB) angesichts der hohen Verschuldung im Euroraum auf absehbare Zeit nicht in der Lage sein wird, die Zinsen angemessen anzuheben.

Mit großer Mehrheit befürchten die Investment Professionals längerfristig eine Überforderung der Institutionen mit den Zielfunktionen eines flexiblen durchschnittlichen Inflationsziels (Fed) oder eines symmetrischen Inflationsziels (EZB) und den zusätzlichen Aufgaben wie die Förderung des Beschäftigungswachstums, Finanzstabilität und Klimapolitik.

Auf die Frage des DVFA, ob die geldpolitische Ausrichtung angemessen sei, antworteten 26 % der Befragten mit Ja. Mehr als zwei Drittel (67 %) waren dagegen der Ansicht, sie sei zu locker. In den Kommentaren wurde darauf verwiesen, dass die einerseits zu lockere Geldpolitik, die mit negativen Effekten wie Vermögensinflation oder möglichen Fehlallokationen aufgrund reduzierter Risikoaufschläge einhergehe, andererseits das Risiko von Staatspleiten abgewendet habe und somit ohne Alternative war.

Verschuldung limitiert Zinserhöhungsspielräume

Angesichts der hohen Verschuldung im Euroraum - kann die EZB überhaupt die Zinsen anheben? Eine deutliche Mehrheit von 65 % der Befragten ist der Ansicht, dass die EZB die Zinsen unter den gegebenen Umständen nicht adäquat anheben wird. 33 % sind gegenteiliger Auffassung. In den Kommentaren zu dieser Frage werden immer wieder Zweifel am Handlungsspielraum der EZB und ihrer politischen Unabhängigkeit geäußert. Ursache für diese Zweifel seien die erheblichen Unterschiede in der Wettbewerbsfähigkeit der Volkswirtschaften im Euroraum.

Sehr ausgeglichen ist das Meinungsbild bei der Frage: Finden Sie die neuen Zielfunktionen von Fed (Flexible Average Inflation Targeting) und EZB (Symmetrisches Inflationsziel) gelungen? Fast ausgeglichen sind hier die Ja- und Nein-Antworten (39 % bzw. 41 %). Ein Fünftel der Befragten hatte dazu keine Meinung. Allerdings sei es zu früh, um die Auswirkungen der neuen Geldpolitik einschätzen zu können, hieß es in den Kommentaren der Befragten.

Klimapolitik keine Aufgabe der Notenbank – Überforderung befürchtet

Ergänzend zu den Zielfunktionen wurden auch andere Aufgaben der Zentralbanken (inklusives Beschäftigungswachstum, Finanzstabilität und Klimapolitik) bestätigt, respektive neue aufgenommen. Der DVFA wollte wissen, ob seine Mitglieder dies für sinnvoll halten. Auch hier ergeben die Antworten ein gemischtes Bild: 32 % antworteten mit Ja, 24 % mit Nein und 43 % mit „teilweise“. Ganz klar dagegen waren die häufigen Kommentare: Finanzstabilität sei ein legitimes Ziel der Notenbank. Andere Ziele seien Aufgabe der politischen, demokratisch legitimierten Mandatsträger. Klimapolitik und Nachhaltigkeit sollten nicht über die Zentralbanken gesteuert werden.

Einmütig wie selten waren die Antworten auf die Frage: Befürchten Sie längerfristig eine Überforderung der Zentralbanken mit diesen Zielvereinbarungen? 70 % der Investment Professionals antworteten mit Ja und 26 % mit Nein. Einige Kommentatoren sehen die Notenbank schon heute überfordert, andere verweisen auf mögliche Zielkonflikte etwa zwischen Arbeitslosigkeit / Wachstum einerseits und Preisstabilität / Inflation andererseits. Dies führe zu Unklarheiten, wann und wie sich die jeweilige Notenbank im Einzelfall entscheidet. Es drohe der Verlust von Reputation und Glaubwürdigkeit.

Unabhängigkeit der Notenbanken in Zukunft mit großen Fragezeichen


Quelle: DVFA e.V.

Für die Unabhängigkeit der Notenbanken sehen die DVFA Mitglieder in Zukunft schwarz. Befragt, ob die Zentralbanken 2030 de lege noch unabhängig seien, antwortete nicht mal ein Drittel (27 %) mit Ja. Fast die Hälfte (47 %) ist der gegenteiligen Auffassung. 26 % sind der Meinung, das könne man nicht sagen.

„Die Umfrageergebnisse sind ein klares Signal des Unbehagens unserer Mitglieder“, sagt Ingo Mainert, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des DVFA. „Das Vertrauen in die Unabhängigkeit der Notenbank ist schon heute stark angegriffen. Die fiskalische Notwendigkeit niedrigster Zinsen wegen der hohen Verschuldungsniveaus dominiert und begrenzt die „Beinfreiheit“ der Zentralbanken. Durch zusätzliche Aufgaben droht eine Überforderung und Überfrachtung des geldpolitischen Mandates. Dies wird nach Ansicht vieler Investment Professionals die Glaubwürdigkeit dieser so wichtigen Institution weiter untergraben.“

Presse

EZB verspielt Vertrauen und Reputation. private.banking-magazin.de, 15. Oktober 2021

DVFA-Mitglieder sehen geldpolitischen Kurs kritisch. intelligent-investors.de, 13. Oktober 2021

Unabhängigkeit der EZB gefährdet? goingpublic.de, 13. Oktober 2021

Die Unabhängigkeit der EZB ist gefährdet. TIAM Fundresearch, 13. Oktober 2021

Investment Professionals sehen die Unabhängigkeit der EZB gefährdet. DEAL Magazin, 13. Oktober 2021

DVFA: Investment Professionals sehen Unabhängigkeit der EZB gefährdet. institutional-money.com, 12. Oktober 2021

Umfrage: "Investment Professionals sehen die Unabhängigkeit der EZB gefährdet", DFPA, 12. Oktober 2021

„Investment Professionals sehen die Unabhängigkeit der EZB gefährdet” - DVFA Kolumne. 4investors.de, 12. Oktober 2021

14. September 2021: DVFA Monatsfrage: "Investment Professionals erwarten nach Bundestagswahl 2021 mehr Staat, höhere Steuern und steigende Staatsverschuldung."

Der Berufsverband der Investment Professionals DVFA hat seine Mitglieder zur Bundestagswahl befragt. Wird die Wahl die Finanzmärkte beeinflussen? Welches übergeordnete Thema wird die Wahl entscheiden? Welche Partei stellt den oder die Bundeskanzler/in? Welche Regierungskoalition erwarten Sie? Abgabe der Antworten war bis zum 02. September möglich. Die Erwartungen der Finanzprofis weichen dabei häufig von den aktuellen Umfrageergebnissen der Wählerbefragungen durch die großen Meinungsforschungsinstitute ab. So zum Beispiel bei der Kanzlerfrage, bei der 49 % der DVFA Mitglieder mit einem Kanzler der CDU rechnen. 31 % erwarten einen Kanzler der SPD und nur 5 % gehen davon aus, dass die Grünen die Kanzlerin stellen werden.

Wahlausgang hat Konsequenzen für die Finanzmärkte

In seiner Befragung wollte der DVFA auch wissen, ob die Bundestagswahl am 26. September die Finanzmärkte beeinflussen wird. Mehr als die Hälfte (54 %) antworteten mit Ja, 39 % mit Nein, 7 % mit „weiß nicht“. In vielen Kommentaren wird klar, dass etliche der Investment Professionals die Beeinflussung der Finanzmärkte eher als kurzfristiges Phänomen erwarten und inhaltlich bei der Umsetzung der Klimapolitik in Bezug auf die Regulatorik und die Subventionierung nachhaltiger Investments.

Klima und Pandemie als die entscheidenden Themen

Befragt, welches übergeordnete Thema die Wahl entscheiden werde, verwiesen 38 % auf das Thema Klima, 30 % auf die Pandemie, nur 5 bzw. 4 % halten die Themen Afghanistan, die Flutkatastrophe oder Europa für wahlentscheidend. 19 % sehen „Sonstige“, also andere weitere Themen im Vordergrund. Einige der Befragten heben in ihren Kommentaren hervor, dass grundsätzlich der Umgang mit Krisen für den Ausgang der Wahl von Bedeutung sei. Auch das Rententhema, das nicht in den vorgegebenen Antworten enthalten war, wird mehrfach als wichtig benannt.

Jamaika liegt in den Einschätzungen vorne – Erwartung einer Mehrparteienregierung (3er Bündnis)

               Welche Regierungskoalition erwarten Sie?

Quelle: DVFA e.V.

Mehr als ein Drittel (35 %) der DVFA Mitglieder erwarten eine Jamaika-Koalition (Schwarz/Grün/Gelb). 20 % rechnen mit einer Ampel (Rot/Gelb/Grün). Immerhin noch 14 % gehen von einer Schwarz/Rot/Gelben Koalition aus. Alle anderen Kombinationen wie Schwarz/Grün (9 %), Rot/Rot/Grün (7 %), Schwarz/Rot/Grün (3 %) und Schwarz/Rot (2 %) bleiben im einstelligen Bereich.

Big Government, aber wenig Hoffnung für kapitalgedeckte & aktienbasierte Altersvorsorge

Deutlich mehr als die Hälfte der Befragten (60 %) sehen auch in der nächsten Legislaturperiode keinen Ruck für die kapitalgedeckte & aktienbasierte Altersvorsorge. 30 % rechnen jedoch mit einem Schub. In den Kommentaren verbinden einige die Hoffnung auf eine entsprechende Änderung bei der Rentenfinanzierung mit einer Regierungsbeteiligung der FDP. Der Aufbau eines derart gedeckten Systems wäre hilfreich, sinnvoll und glaubwürdig, heißt es in einer der Anmerkungen.

Gefragt wurde auch, ob es nach der Wahl mehr oder weniger Staat geben werde. Fast zwei Drittel (63 %) erwarten mehr Staat. 27 % sehen keine Veränderung. Nur 6 % rechnen mit weniger Staat nach der Wahl – eine Erwartung, die in den Kommentaren einige nur bei einer Jamaika-Koalition für möglich halten (Schwarz/Grün/Gelb), andere an die Regierungsbeteiligung der FDP knüpfen.

Steuerbelastung und Staatsverschuldung werden steigen

Ganz ähnlich sind die Ansichten der DVFA Mitglieder bei der Frage verteilt, ob die Steuerbelastung der Unternehmen und Haushalte während der nächsten Regierungsperiode per Saldo steigen oder sinken werde. 63 % rechnen mit steigender Steuerbelastung, wobei in den Kommentaren darauf hingewiesen wird, dass dies allein durch die CO2-Umlage, die finanziellen Kosten der Pandemie und durch die Flutkatastrophe kommen werde, nicht aber unbedingt mit der neuen Regierung allein zusammenhänge. 30 % erwarten bei der Steuerlast keine Veränderung und nur 5 % gehen per Saldo von sinkenden Steuern aus.

Am eindeutigsten ist das Meinungsbild beim Thema Staatsverschuldung. 77 % erwarten in vier Jahren eine höhere Gesamtverschuldung Deutschlands. Keine Veränderung sehen 9 % und 12 % sind der Ansicht, dass die Verschuldung abnehmen werde. Dabei wurde in den Kommentaren angemerkt, der Wert der Schulden werde durch die sicherlich ansteigende Geldentwertung reduziert.

„Grosso modo 2/3 der befragten Investment Professionals erwarten zukünftig mehr Staat, höhere Steuern und steigende Schulden“, sagt Stefan Bielmeier, Vorstandsvorsitzender des DVFA. „Das ist das ernüchternde Fazit unserer Mitgliederbefragung in Bezug auf die Bundestagswahl 2021“.

Presse:

DVFA  Finanzprofis zur Bundestagswahl. Börse vor acht, ARD, 14. September 2021, Video war verfügbar bis 21.09.2021

DVFA: Was Investment Professionals nach der Bundestagswahl erwarten... institutional-money.com, 14. September 2021

Was erwarten Investment Professionals nach der Bundestagswahl? DEAL Magazin, 14. September 2021

Umfrage zur Bundestagswahl: Investment Professionals glauben an die CDU. DFPA, 14. September 2021

13. Juli 2021: DVFA Monatsfrage: Diversität spielt im Investorendialog immer noch eine untergeordnete Rolle – Qualifikation als entscheidendes Kriterium

Der Berufsverband der Investment Professionals DVFA hat seine Mitglieder befragt, wie sie zum Thema „Diversität“ in Führungsgremien von Unternehmen stehen. Immer mehr Investoren machen dieses Thema zu einem Anlagekriterium bei ihren Portfolioentscheidungen. Damit wird Diversität zunehmend Bestandteil einer umfassenden Unternehmensanalyse. Im Investorendialog nimmt das Thema dagegen noch keinen breiten Raum ein.

In seiner Befragung wollte der DVFA zunächst wissen, ob eine diverse Zusammensetzung der Aufsichtsräte und Vorstände bei der Unternehmensanalyse und den Investitionsentscheidungen eine Rolle spielt. 19 % der Befragten antworteten mit Ja, auch über die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben und Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex hinaus. Weitere 11 % antworteten ebenfalls mit ja, aber nur im Hinblick auf die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben und Empfehlungen des Kodex. Und noch einmal 15 % antworteten mit eher ja. Dagegen gaben 24 % die Antwort eher Nein und 31 % die Antwort Nein.

Geschlecht und Herkunft/Internationalität wichtige Diversitätskriterien

Befragt nach der Diversitätsdimension, die für sie im Vordergrund stünden, wählten die Investment Professionals die vorgegebenen sechs Dimensionen wie folgt, wobei Mehrfachnennungen möglich waren: Für mehr als zwei Drittel (77 %) steht das Geschlecht als wesentliches Kriterium für Diversität im Vordergrund. 69 % der Befragten wählten die Herkunft/Internationalität, 56 % den Ausbildungshintergrund, 53 % das Alter. Für lediglich 16 % steht die soziale Herkunft, für 3 % andere Diversitätsdimensionen im Vordergrund. Bei dieser Frage wurde in den Kommentaren insbesondere auf die Bedeutung der Qualifikation der Personen für ihre jeweilige Aufgabe hingewiesen, die wesentliches Kriterium für die Beurteilung sei.

Im Investorendialog bzw. Stewardship-Gespräch wird das Thema „unzureichende Diversität von knapp der Hälfte der Befragten (48 %) überhaupt nicht zur Sprache gebracht, auch wenn die Heterogenität der Führungsgremien eines Unternehmens unzureichend ist. 17 % der Investment Professional sprechen das Management oder Vertreter von Investor Relations dagegen aktiv auf das Thema an. Weitere 34 % erwähnen diesen Aspekt im Investorengespräch eher am Rande.

Aufsichtsratsvorsitzende kaum mit dem Thema konfrontiert

Monatsfrage_Juli
Grafik: DVFA e.V.

Für knapp die Hälfte (48 %) der DVFA Mitglieder sind die Vertreter der Investor Relations-Abteilungen bei den Unternehmen die bevorzugten Ansprechpartner beim Thema. Gut ein Drittel (35 %) suchen das Gespräch mit dem Vorstandsvorsitzenden oder einem anderen Vorstandsmitglied. Der Aufsichtsratsvorsitzende wird zu dem Thema von nur 15 % der Befragten angesprochen.

Ein Fünftel (21 %) der befragten Investment Professionals ist der Auffassung, Investoren sollten konkrete Anforderungen an eine diverse Zusammensetzung der Führungsgremien in ihre Anlage- und/oder Abstimmungsrichtlinien aufnehmen. Wichtig sei es, eine Nivellierung bestehender Nachteile anzustreben. 37 % sprechen sich zwar ebenfalls für eine Aufnahme von Anforderungen aus, doch solle diese eher unkonkret bleiben. 42 % lehnen die Aufnahme ab.

Diversität in den eigenen Unternehmen bei der Hälfte wenig berücksichtigt

Gefragt wurde auch, welche Instrumente sinnvoll sein könnten, um Diversitätsanforderungen stärker in das Abstimmungsverhalten auf Hauptversammlungen einbringen und einfließen zu lassen. Mehr Informationen und Transparenz der Portfoliogesellschaft hinsichtlich Diversität wünschen sich 58 % der Investment Professionals. Ausführlichere Lebensläufe fordert ein Viertel der Befragten. 26 % erachten weitere Informationen nicht für notwendig.
Die abschließende Frage nach der Diversität in den Führungsgremien des eigenen Unternehmens, in dem die Investment Professionals arbeiten, ergab ein differenziertes Bild, bei dem 27 % Diversität bereits angemessen berücksichtigt sehen. 24 % erkennen Bestrebungen, um die Heterogenität zu erhöhen – inklusive einer dazu gehörigen Strategie. Lediglich Absichten, aber bisher eher nur Absichtserklärungen sehen 20 %. Gar keine Absichten zur Erhöhung der Diversität in der Unternehmensführung erkennen 30 % der Befragten in ihren Unternehmen.

„Unternehmensanalysen und Investitionsentscheidungen, wie sie die Investment Professionals des DVFA tagtäglich vornehmen und treffen, basiert auf weit mehr als der Prüfung von Unternehmenskennzahlen“, sagt Michael Schmidt, Mitglied des DVFA Vorstands. „Die Bewertung eines Unternehmens ist eng verknüpft mit dessen Governance, die auch an Diversitätskriterien gemessen wird. Das zeigt die Befragung, selbst wenn sie im Investorendialog nicht im Vordergrund zu stehen scheinen. Die Mitglieder des DVFA setzen auf die Qualifikation einer Person als entscheidendes Kriterium, berücksichtigen aber zugleich verschiedene Diversitätsdimensionen.“

Studie: Der Einfluss von Investoren auf die Diversität in deutschen Aufsichtsräten und Vorständen

https://investors4diversity.org/#aktuell

Presse

Diversity nur selten Thema in Investoren­gesprächen. Börsen-Zeitung, 16. Juli 2021, (kostenpflichtiger Content)

DVFA MONATSFRAGE: DIVERSITÄT SPIELT IM INVESTORENDIALOG IMMER NOCH EINE UNTERGEORDNETE ROLLE. verbraucher-direkt.de, 14. Juli 2021

Diversität spielt im Investorendialog untergeordnete Rolle. frankfurt-main-finance.com 14. Juli 2021

DVFA Monatsfrage: Diversität spielt im Investorendialog immer noch eine untergeordnete Rolle. jrdefo.de, 14. Juli 2021

DVFA MONATSFRAGE: DIVERSITÄT SPIELT IM INVESTORENDIALOG IMMER NOCH EINE UNTERGEORDNETE ROLLE. immogrund.org, 14. Juli 2021

DVFA-Umfrage zur Diversität in Führungsgremien. institutional-money.com, 13. Juli 2021

Diverse Teams: immer wichtiger bei Investorenentscheidung. goingpublic.de, 13. Juli 2021

08. Juni 2021: DVFA Monatsfrage: Notwendigkeit zur stärkeren Digitalisierung als Lehre aus der Pandemie – Investment Professionals blicken auch nach mehr als einem Jahr unter Corona-Arbeitsbedingungen zuversichtlich in die Zukunft

DVFA - der Verband der Investment Professionals – hatte seine Mitglieder erstmals wenige Monate nach Beginn der Corona-Pandemie nach ihren Erfahrungen mit deren Auswirkungen befragt. Nun, ein Jahr später hat der DVFA zum zweiten Mal seine Fragen zur persönlichen Arbeitssituation und der Einschätzung zu den Veränderungen für die Finanzbranche gestellt. Im Juni 2020, als die Situation für alle noch recht neu war und viele Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus erst kurze Zeit galten, war die Stimmung eher gelassen. Auch heute beurteilen die Investment Professionals die Lage ähnlich nüchtern und ausgewogen wie damals. Auffallend ist ihre positive Haltung zur Digitalisierung.

Bei den hier referierten Antworten werden zur Vergleichbarkeit mit der Erstbefragung die Prozentanteile der Antworten vom Juni 2020 in Klammern hinter den aktuellen Zahlen angegeben. Abweichungen müssen nicht nur durch eine Meinungsänderung des Befragten entstanden sein, sondern auch dadurch, dass zwar dieselbe Nutzergruppe der DVFA Mitglieder befragt wurde und die identische Anzahl an Antworten gegeben wurde, aber nicht unbedingt dieselben Personen geantwortet haben.

Home-Office wird nach der Pandemie nicht verschwinden

Die Anzahl an Home-Office-Arbeitsplätzen ist auch in der Finanzbranche gestiegen, teilweise wurde komplett nach Hause verlagert, teilweise wird im wechselweisen Teambetrieb in den Häusern gearbeitet.

Befragt nach der Nutzung des Home-Office antworteten 52 % (36) der Investment Professionals, sie arbeiteten seit Beginn der Corona-Krise neu im Home-Office, 35 % (49) hatten diese Möglichkeit bereits vorher genutzt. Nur 13 % (15) nutzen diese Form nicht. In den Kommentaren fällt auf, dass niemand das Home-Office völlig ablehnt. Die meisten Kommentatoren gehen davon aus, nach der Pandemie würden hybride Arbeitszeitmodelle bleiben bzw. eingeführt, die die Möglichkeit von Arbeit aus dem Home-Office vorsehen.

Fast die Hälfte, 49 % (46), sieht die Arbeit im Home-Office noch immer als genauso produktiv an wie das Arbeiten vor Ort, 33 % (30) halten die Arbeit von zuhause für produktiver als die im Büro. Nur noch 19 % im Vergleich zum Vorjahr 24 % schätzen die Arbeit im Home-Office als weniger produktiv ein. Auch bei der zweiten Befragung wird darauf verwiesen, dass die schlechteren technischen Voraussetzungen und geringere Internetverbindungsqualität das Arbeiten im Home-Office erschweren. Diesmal wird aber in den Kommentaren sehr klar unterschieden, es käme auf die Art der Tätigkeit an, bei denen die Qualität der Arbeit aus der eigenen Wohnung mal besser oder eben schlechter sei. So sei Home-Office bei konzentrierter Detail-Arbeit produktiver, bei Analysen und Kalkulationen mache es keinen Unterschied, wo man arbeite. Strategische Diskussionen seien dagegen weniger produktiv als im Büro. Mehrfach wird darauf verwiesen, der Kommunikationsaufwand im Home-Office sei höher und auch, dass das Privatleben leide, da sich Beruf und Privates vermischen, dass Bewegung über Monate fehle und die Pausen zuhause oft für das Zubereiten des Essens genutzt werden müssen.

Direkte persönliche Kommunikation wird nach einem Jahr stärker vermisst

Die direkte persönliche Kommunikation mit Kollegen/Kunden fehlt heute den Befragten stärker als vor einem Jahr 41 % (36). Weitere 41 % (40) vermissen diese mit eher ja, 15 % (20) eher nicht, 3 % (5) nicht. Einigen Kommentatoren fehlt der engere persönliche Kontakt extrem und sie sehen Online-Konferenzen nur als kleinen Ersatz. Andere berichten aus ihren Unternehmen, dass persönlicher Kontakt in großen Besprechungsräumen unter Hygieneregeln und mit Test ermöglicht wird.

Nahezu unverändert im Vergleich zur Vorjahresbefragung ist das Home-Office als alleinige Arbeitsform nur für ein knappes Drittel vorstellbar. Für mehr als zwei Drittel der Befragten gilt dies jedoch nicht: 40% können sich das eher nicht vorstellen, 28 % gar nicht.

Anders als in der ersten Befragung, als die Einsparung von Zeit und Reduzierung von Umweltbelastungen durch wegfallende Fahrten zum Arbeitsplatz und reduzierte Dienstreisen in den Kommentaren als positive Effekte genannt wurden, wurde diesmal bei dieser Frage wenig kommentiert. Aber es wurde darauf hingewiesen, dass der persönliche Kontakt extrem wichtig bleibe und Modelle, die ausschließlich aufs Home-Office setzten daher unrealistisch seien.

Weiterhin wenig Sorgen um die berufliche Zukunft

Unverändert zum Vorjahr sorgen sich 91 % (90) der Investment Professionals kaum um ihre berufliche Zukunft: (66 % (51)) antworteten mit nein auf die Frage, ob sie sich bedingt durch die aktuelle Situation und deren Folgen Sorgen um den Arbeitsplatz machten, mit eher nein 25 % (39).

Veränderungen in der Finanzbranche? Digitalisierung, Digitalisierung, Digitalisierung.

Auf die offene Frage nach zukünftigen Veränderungen in der Branche erwarten die Investment Professionals heute wie auch schon vor einem Jahr vor allem eine Beschleunigung der Digitalisierung in allen Bereichen mit disruptiven Folgen über die gesamte Wertschöpfungskette. Einige begrüßen den durch Corona forcierten Digitalisierungsdruck ausdrücklich, die fortschreitende Automatisierung von Standardprozessen und Bankleistungen und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Mancher erwartet einen steigenden Marktanteil von FinTechs sowohl im traditionellen Bankgeschäft als auch in der Vermögensverwaltung. Die Investment Professionals sehen aber auch den Ausbau nachhaltiger Investments, den Trend zu Hybrid-Veranstaltungen, die die Möglichkeit der Online-Teilnahme bieten, aber auch die persönliche Präsenz. Wie im Vorjahr sehen die Befragten den anhaltend hohen Kostendruck in der Branche und den beschleunigten Wegfall von Bankfilialen auf die Branche zukommen.

Für die Zukunft sehen sich die Befragten in der Finanzbranche gut aufgestellt: 37 % (32) sehen sich gut gerüstet, 55 % (56) eher gut gerüstet. Eher nicht gut gerüstet sehen sich heute nur noch 6 % (11).

„Zu wissen, wie sich unsere Mitglieder nach mehr als einem Jahr in der Corona-Pandemie fühlen, und welche Veränderungen sie nach der Krise erwarten, ist sowohl für die Branche der Investment Professionals im Allgemeinen wichtig als auch für deren Verband im Besonderen. Daher haben wir unsere Umfrage nach einem Jahr wiederholt, denn noch immer fehlen der persönliche Kontakt mit unseren Mitgliedern und der Austausch auf unseren Veranstaltungen. Die Einschätzung zur Zukunft der Branche und zu Veränderung der Arbeitsbedingungen und Berufsbilder bilden wichtige Indizien für die Verbandsarbeit. Wie unsere Mitglieder blicken auch wir zuversichtlich in die Zukunft.“, sagt Stefan Bielmeier, Vorstandsvorsitzender des DVFA.

Presse

DVFA Investment Professionals – Notwendigkeit zur stärkeren Digitalisierung. frankfurt-main-finance.com, 09. Juni 2021

11. Mai 2021: DVFA Monatsfrage: Offenlegungsverordnung trifft bei DVFA Mitgliedern auf große Skepsis

Der Verband der Investment Professionals (DVFA) hat seine Mitglieder befragt, wie sie über die Offenlegungsverordnung für Finanzmarktteilnehmer und Finanzberater in der Europäischen Union (EU) denken. Die Offenlegungsverordnung (auch SFDR – Sustainable Finance Disclosure Regulation) verpflichtet Finanzmarkteilnehmer und Finanzberater in EU zu umfangreicher Transparenz hinsichtlich der Berücksichtigung von Nachhaltigkeit im Anlage- bzw. Beratungsprozess. Die Mitglieder des Verbandes sehen viele Aspekte skeptisch. Sie stehen dem Mehraufwand an Bürokratie reserviert gegenüber und plädieren in ihren Kommentaren deutlich für mehr Markt.

Zum Hintergrund: Die Transparenzverpflichtungen können sich beispielsweise auf den Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken sowie auf die Art und Weise der Berücksichtigung von negativen Nachhaltigkeitswirkungen (Principal Adverse Impact) beziehen. Zusätzlich werden in der Verordnung konkrete Anforderungen sowie Offenlegungspflichten für nachhaltige Investmentprodukte formuliert. Dabei wird grundsätzlich in zwei nachhaltige Produktkategorien unterschieden: Erstens, Produkte mit sog. ökologischen und/oder sozialen Merkmalen (Artikel 8) und zweitens, Produkte mit nachhaltigem Investitionsziel (Impact Investments) (Artikel 9). Daneben gibt es noch die Kategorie Sonstige (Artikel 6).

Die Ergebnisse der umfangreichen Befragung im Einzelnen:

Werden die neuen Offenlegungspflichten den Trend zur nachhaltigen Kapitalanlage weiter verstärken oder kurzfristig eher ausbremsen?

Insgesamt 69 % der Befragten sind der Ansicht, die Offenlegungspflichten werden den Trend eher verstärken, z.B. würden die Produktauflage und/oder die Produktnachfrage durch die gestiegene Transparenz weiter steigen. Umgekehrt sind nur 11 % der Ansicht, dass die neuen Offenlegungspflichten zu einer Abschwächung des Trends führen werden. Dass die neuen Pflichten keinen Einfluss auf die nachhaltige Kapitalanlage haben, erwarten 15 % der Investment Professionals.

In den Kommentaren äußern sich deutliche und zum Teil grundsätzliche Vorbehalte gegen die neuen Offenlegungspflichten und die Einführung von Nachhaltigkeitsstandards. Von Planwirtschaft im Anlagebereich, die am Ende immer zu Ineffizienz und Fehlallokation führe, ist die Rede, ebenso davon, dass zusätzlicher Verwaltungsaufwand und verstärkte Regulatorik und zusätzlicher Verwaltungsaufwand den ESG-Trend und die Vielfalt eher behindere. Mittelfristig werde ein Bürokratiemonster geschaffen und nicht-nachhaltigen, aber wichtigen Grundversorger-Branchen werde der Geldhahn abgedreht. Vereinzelt wird aber auch darauf hingewiesen, Transparenz sei das Gebot der Stunde und potenzielle Investoren erwarteten dies.

Grafik: DVFA e.V.

Artikel 8 und Artikel 9 Produkte auf dem Vormarsch

Von den Mitgliedern des DVFA erwarten 27 Prozent einen Marktanteil der Artikel 8 Produkte von bis zu 25 %. Deutlich mehr als ein Drittel (38 Prozent rechnet mit einem Marktanteil von bis zu 50 % und ein Drittel (33 Prozent) geht davon aus, dass der Marktanteil der in Rede stehenden Produkte in 5 Jahren mehr als 50 % betragen wird. Nur 2 Prozent geben keine Einschätzung ab.

Eine deutliche Mehrheit von 68 Prozent der Befragten schätzt den Marktanteil der Artikel 9 Produkte in den nächsten fünf Jahren auf bis zu 25 %. Dagegen erwarten 22 Prozent einen Marktanteil von bis zu 50 %. Nur 5 Prozent gehen davon aus, dass der Anteil auf mehr als 50 % steigen wird, weitere 5 Prozent legen sich in der Einschätzung nicht fest.

Insgesamt erwarten die Investment Professionals damit deutliche Zuwächse bei Art. 9, aber vor allem auch Art. 8 Produkten, ein Zeichen, dass die Industrie sich zunehmend stärker als zuvor auf ESG-Themen konzentriert.

Kunden dürfen zunehmend Nachhaltigkeit in Anlageentscheidungen einbeziehen

Zum Einfluss der neuen Informationen durch die Offenlegungspflicht auf die Anlageentscheidung von Endkunden befragt, sind 36 Prozent der Meinung, dass bis zu einem Viertel der Endkunden ihre Entscheidung auf der Basis der neuen Informationen treffen werden. 30 Prozent sind der Auffassung, dass dies bis zu 50 % der Endkunden so handhaben werden und 26 Prozent der Befragten rechnen mit einem Anteil von mehr als 50 %. 8 Prozent antworteten mit „ich weiß nicht“.

In ihren Kommentaren weisen die Investment Professionals des DVFA darauf hin, es sei entscheidend, dass die Beratung auch wirklich qualifiziert sei und, dass das Interesse der Kunden nur groß sei, wenn die Unternehmen eine vernünftige Rendite erwirtschafteten. Insofern dient die stärkere Durchdringung des Kapitalmarktes sowohl den Unternehmen als auch den Anlegern.

Werden die neuen Offenlegungspflichten spürbar zu einer nachhaltigen Transformation der Finanzindustrie und letztlich der Realwirtschaft führen?

Mit 73 % ist die große Mehrheit der Befragten der Meinung, dass es zu spürbaren Auswirkungen auf die Transformation der Finanzindustrie und letztlich der Realwirtschaft in Richtung Nachhaltigkeit führen wird. 27 % sind gegenteiliger Auffassung – diese Gruppe war aufgefordert, ihre Meinung in den Kommentaren zu begründen.

Die Befragten verweisen darauf, es sei ein schwieriger und zeitaufwändiger Weg, der allerdings innerhalb der nächsten zehn Jahre zu einem Umdenkungsprozess führe. Einige vertreten die Ansicht, der Trend zu nachhaltigen Investitionen sei schon da, auch hätten viele Konzerne und kleinere Gesellschaften Veränderungen sowohl im Produktionsprozess als auch im Produktmix schon eingeleitet, ohne dass es der jetzt debattierten Pflichten bedurft hätte. Die Regulierung ziehe lediglich hinterher, habe aber wenig positiven Einfluss. Wiederum andere sind der Auffassung, es werde erst dann wirklich nachhaltig agiert, wenn schädliches Handeln Geld koste oder sanktioniert werde, bis dahin handele es sich eher beim Thema nachhaltigen Anlegens um ein Modethema für die Finanzindustrie und die Beraterbranche.

Mehrfach argumentieren die Investment Professionals für marktwirtschaftliche Impulse (Preis, Angebot und Nachfrage) als die besseren Steuerungsinstrumente im Vergleich zu Regularien. Zudem führe ein Übermaß an Regulierung zu Umgehungstatbeständen oder Green Washing.

Auch die Einschätzung ist zu lesen, dass von nachhaltigen Investoren gemiedene Werte für nicht-ideologisch anlegende Investoren umso attraktiver würden. Zudem wird kritisiert, dass doch eigentlich Befürworter von Offenlegungspflichten nachweisen und begründen müssten, dass die Regulierung die gewünschten Effekte auslöst und nicht umgekehrt.

Wie hoch steigen die jährlichen Zusatzkosten (z.B. für Dateneinkauf und Reportingprozesse) zur Erfüllung der Offenlegungspflichten ein für einen Asset Manager mit € 1 Mrd. AuM?

Die Erwartung der Zusatzkosten verteilt sich unter den Befragten wie folgt:

Quelle: DVFA e.V.

Die Umfrageergebnisse zeigen deutlich, dass die Asset Manager regulatorisch mit weiteren teilweise erheblichen Zusatzkosten für die Implementierung ihrer ESG-Strategie belastet werden.

In den Kommentaren wird aber auch darauf hingewiesen, dass die Höhe der Kosten stark von der verwalteten Assetklasse abhängen.

Die aktuellen Nachhaltigkeitsratings stellen auf große Datenmengen ab. Entsprechend wurden bisher nur DAX, MDAX und große SDAX Unternehmen von Nachhaltigkeitsratingagenturen mit einem ESG-Rating bewertet. Insbesondere kapitalmarktnotierte KMUs (Marktkapitalisierung bis zu € 200 Mio.) verfügen meist nicht über eine Datenbasis, die ein ESG Rating ermöglicht. Könnten kapitalmarktnotierte KMUs, die kein Impact Investment sind, deshalb systematisch aus dem Investmentfokus von Investoren herausfallen?

Insgesamt 42 % der befragten Investment Professionals erwarten, dass kapitalmarktnotierte KMUs ohne Impact Investment aus dem Fokus von Investoren verloren gehen könnten. Fast genauso vielen sind mit 43 % gegenteiliger Auffassung. 15 % legen sich hier nicht fest.

Die Kommentare spiegeln überwiegend die Argumente derjenigen wider, die negative Folgen für KMUs erwarten und erwarten, das Thema ESG könne eine zusätzliche Belastung für kapitalmarktorientierte KMUs werden. Es wird aber auch eingeräumt, dass irgendwann beispielsweise KMUs durch künstliche Intelligenz-Methoden nach ESG bewertet werden oder große Asset Manager ihre eigenen Ratings erstellen.

„Die Fragen rund um die neue Offenlegungsverordnung lässt kaum eines unserer Mitglieder kalt“, sagt Dr. Henrik Pontzen. Vorstandsmitglied des DVFA. „Die Diskussion um die Sinnhaftigkeit weiterer Transparenzpflichten, zusätzlicher Bürokratie, gelenkter Nachfrage, um nur einige Stichworte zu nennen, wird mit scharfen Argumenten geführt. Aus meiner Sicht ist das ein Zeichen des ernsthaften Ringens der Investment Professionals um den richtigen Weg zu nachhaltigem Investieren. Sie ist darüber hinaus Zeichen einer lebendigen Debattenkultur im DVFA.“

Presse

Wie viel kostet die EU-Offenlegungsverordnung die Fondsbranche? moneycontroller.de, 14. Mai 2021
Offenlegungsverordnung kommt Fondsanbieter teuer zu stehen. fondsprofessionell.de, 14. Mai 2021
Offenlegungsverordnung: Investment Professionals sind sehr skeptisch. inbrd.de, 11. Mai 2021
Offenlegungsverordnung trifft bei DVFA-Mitgliedern auf große Skepsis. hedgework.de, 11. Mai 2021
Börse: Offenlegungsverordnung trifft bei DVFA Mitgliedern auf große Skepsis - DVFA Kolumne. 4investors.de, 11. Mai 2021
Offenlegungsverordnung trifft bei DVFA-Mitgliedern auf große Skepsis. institutional-money.com, 11. Mai 2021
Offenlegungsverordnung wird skeptisch gesehen. fundresearch.de, 11. Mai 2021
Offenlegungsverordnung: Investment Professionals sind sehr skeptisch. cash-online.de, 11. Mai 2021

 

13. April 2021: DVFA Monatsfrage: DVFA Mitglieder erwarten höheren Inflationspfad und erste EZB-Zinserhöhung frühestens 2024 - Überarbeitung des Warenkorbes dringend geboten

DVFA - der Berufsverband der Investment Professionals - hat seine Mitglieder zur Entwicklung der Inflationsrate und zur Zinsentwicklung im Euro-Raum und in den USA befragt. Denn die derzeitigen Markteingriffe der internationalen Regierungen und Zentralbanken sind präzedenzlos und die damit einhergehende Verschuldung und die zuletzt exponentiell steigenden Geldmengenaggregate führen aktuell zu höheren Inflationserwartungen. Wie stark kann die Inflationsrate steigen und wie werden die Zentralbanken darauf reagieren?

Erwartete Inflation für die nächsten 5 Jahre bis zu 4 %

Auf die Frage, welche durchschnittliche Inflationsrate sie für die nächsten zwei Jahre erwarten, antwortete die Mehrheit von 55 Prozent einen Anstieg auf 2 bis 4 %. Mehr als ein Drittel (38 Prozent) erwartet eine Inflationsrate von 0 bis 2 %. Von einem Anstieg der Inflationsrate von mehr als 4 % gehen dagegen nur 4 Prozent der Befragten aus.

Und wie sehen die Investment Professionals die Entwicklung der Inflationsrate auf längere Sicht? Für einen Zeithorizont von fünf Jahren erwartet ebenfalls eine Mehrheit der Befragten (52 %) eine Inflationsrate von 2 bis 4 %. 37 Prozent der Befragten geben 0 bis 2 % an. Nur 8 Prozent gehen von einem Anstieg auf mehr als 4 % aus.

In den Kommentaren wurden auch Gründe genannt, warum die Befragten mit steigender Inflation rechnen. Sie verwiesen neben der Geldmengenausweitung und den Anleihekäufen der EZB auf preistreibende Effekte etwa durch stärkere ESG-Investitionen, einem Rückgang der preisdämpfenden Globalisierung und einen nachlassenden Effekt von Lohnstückkostensenkungen bei Produktion in China.


Der aktuelle Warenkorb als Bemessungsgrundlage muss erweitert werden

Der DVFA fragte seine Mitglieder auch, ob der zugrundeliegende Warenkorb für die Messung der Konsumentenpreise erweitert respektive verbreitert werden sollte.

Mit 79 % spricht sich die große Mehrheit der Investment Professionals für eine Erweiterung des Warenkorbs aus. Ausreichend finden ihn 11 % und 10 % geben dazu keine Meinung ab. Die vielen Kommentare der Teilnehmer zeigen, dass Mieten deutlich unterrepräsentiert sind und nach ihrer Auffassung stärker in die Messung der Konsumentenpreise einbezogen werden müssten. Dieses Meinungsbild spiegeln sehr deutlich auch die Kommentare wider, die alle für eine Änderung oder gar eine komplette Überarbeitung des Warenkorbes argumentieren.

Höhere Inflationstoleranz der Zentralbanken

Nach der Reaktionsfunktion der Europäischen Zentralbank und der amerikanischen Notenbank befragt, meinte die überwiegende Mehrheit von 78 %, dass die beiden Zentralbanken gegenwärtig eine höhere Inflationstoleranz als in der Vergangenheit haben. 17 % glauben dies nicht.

Ein Viertel der Mitglieder sieht (überhaupt) keine EZB-Zinserhöhungen mehr!

Auf die Frage, wann die US-Zentralbank die Leitzinsen erhöhen werde, antworteten 52 % der DVFA Investment Professionals, sie rechneten mit einer Zinserhöhung bereits im nahen Zeitfenster in den Jahren 2022/2023. Mehr als ein Drittel erwartet eine Erhöhung dagegen erst in den Jahren 2024/2025. 11 % der Befragten geben keine Einschätzung.

Für den Euro-Raum rechnet eine Mehrheit von 53 % damit, dass die EZB erst 2024/2025 die Zinsen anheben wird, also zwei Jahre nach den Vereinigten Staaten. Lediglich 11 % erwarten eine Erhöhung bereits in den Jahren 2022/2023. Überhaupt keine Erhöhungsperspektive für den Euroraum sehen 26 % der Befragten. Auch bei dieser Frage geben 11 % keine Einschätzung ab.

In den Kommentaren wird mehrfach darauf verwiesen, die EZB müsse Rücksicht auf einige hoch verschuldete Länder im Euro-Raum nehmen und wisse um das Risiko der Verteuerung der Refinanzierungsbasis für die wirtschaftlich schwächeren Länder. Im Vergleich zum Euro-Raum könnten die Vereinigten Staaten dagegen steigende Zinsen besser verkraften.

„Unsere Mitglieder erwarten mehrheitlich in den nächsten 5 Jahren einen höheren Inflationspfad. Gleichzeitig wird die Europäische Zentralbank (EZB) vorerst darauf aber nicht reagieren, sondern ihre Leitzinsen frühestens 2024 erhöhen. Bemerkenswert - möglicherweise erschreckend - reichlich ein Viertel der Befragten (26%) sieht überhaupt keine EZB-Zinserhöhungen mehr voraus!“, sagt Ingo R. Mainert, stv. Vorstandsvorsitzender des DVFA

Presse

DVFA Investment Professionals – Erwartungen zur Entwicklung von Inflationsrate und Zinsen. frankfurt-main-finance.com, 16. April 2021

DVFA Mitglieder erwarten höheren Inflationspfad und erste EZB-Zinserhöhung frühestens 2024. 4investors.de, 15. April 2021

DVFA Mitglieder erwarten höheren Inflationspfad und erste EZB-Zinserhöhung frühestens 2024. finanznachrichten.de, 15. April 2021

DVFA Mitglieder erwarten höhere Inflation, wollen neuen Warenkorb. institutional-money.com, 13. April 2021

09. März 2021: DVFA Monatsfrage: DVFA Investment Professionals mehrheitlich noch nicht für das Investment in SPACs zu gewinnen

DVFA – Der Berufsverband der Investmet Professionals hat seine Mitglieder befragt, wie sie zu SPACs (Special Purpose Acquisition Company) als Anlageform stehen. Anlass der aktuellen Befragung ist das steigende Emissionsvolumen in den USA, wo SPACs inzwischen sogar die Zahl regulärer IPOs übertroffen haben. 2020 hat es in den USA knapp 250 SPAC-Börsengänge gegeben. 72 Prozent der DVFA Investment Professionals haben grundsätzlich nicht vor, in SPACs zu investieren, 28 Prozent würden darin anlegen.

Zur Entwicklung europäischer SPACs

In Europa ist mit „Lakestar“ der erste SPAC an der Frankfurter Börse im Handel gestartet. Der nach Europa kommende Wall-Street-Trend wird sich festigen, davon geht die Mehrheit der DVFA Investment Professionals aus. 65% der Befragten meinen, dass es in Zukunft mehr SPACs auch am deutschen Kapitalmarkt geben wird. 14 Prozent teilen diese Auffassung nicht, 21 geben keine Einschätzung ab.

Grafik: DVFA e.V.

Auswirkungen auf den Markt

Weiter wurde gefragt, ob die Zunahme von SPACs ein Zeichen für die Überhitzung des Marktes sein könnte. Dies bejahen 62 Prozent, 19 Prozent glauben dies nicht, weitere 19 wissen es nicht einzuschätzen. Zahlreiche Befragungsteilnehmer kommentierten, dass die bloße Anzahl an SPAC-Listings kein negativer Indikator sein muss. Ausschlaggebend dürfte werden, welche Zielfirmen durch SPACs erworben werden und inwiefern deren Performance den Erwartungen der Investoren entspricht. Grundsätzlich ist zu beobachten, dass offensichtlich ausreichend gut aufgestellte Kandidaten als Übernahmeziele vorhanden sind. Bewertungen werden durch die Erweiterung des Käuferumfelds durch SPACs nicht weniger herausfordernd.

US-SPACs und europäischer IPO-Markt

Auf die Frage, ob sie den europäischen IPO-Markt von den Entwicklungen in den USA tangiert sehen, ergab sich hingegen ein sehr differenziertes Meinungsbild. Für „Ja, moderat“ votieren 24 Prozent. 36 Prozent meinen „vielleicht“ und 37 „Nein“. Nur 3 Prozent sehen hier eine starke Beeinflussung.

Struktur europäischer und amerikanischer SPACs

In der Praxis gibt es offensichtlich in den USA strukturelle Vorteile für SPACs im Vergleich zu einer Notiz in Europa. Während US-SPACs den Anlegern die Möglichkeit geben, ihre Anteile zurückzugeben, wenn ihnen eine geplante Akquisition nicht gefällt, sind sie bei den in Europa notierten SPACs typischerweise dazu verpflichtet, sich zu beteiligen. Noch ein Problem besteht darin, dass der Handel bei europäischen SPACs oft nach der Vereinbarung einer Übernahme bis zu deren Abschluss ausgesetzt wird, so dass die Investoren temporär illiquide Assets haben.

Gefragt wurde, ob die europäische Struktur auch künftig beibehalten werden soll. Eine Mehrheit von 56 Prozent plädiert dagegen, 17 Prozent der Befragten sprechen sich für Beibehaltung der Struktur aus. Knapp ein Drittel ist sich unschlüssig in der Einschätzung.

„Die Entwicklung der SPACs in Europa hängt sicher vom Marktumfeld und der formalen Ausgestaltung ab. Wir werden wohl einen Anstieg bei dem – übrigens nicht neuen – Investment sehen, auch wenn eine Mehrheit die Anlage im Moment noch nicht im Fokus hat“, meint Christoph Schlienkamp, stv. Vorstandsvorsitzender des DVFA.

Presse:

Professionelle Anleger wollen nicht in Spacs investieren. private-banking-magazin.de, 12. März 2021

Über SPACs scheiden sich die Geister. intelligent-investors.de, 11. März 2021

SPACs: Nicht alle sind überzeugt. goingpublic.de, 10. März 2021

An SPACS scheiden sich die Geister. BONDGUIDE, 10. März 2021

DVFA: Professionals sind mehrheitlich noch nicht für SPACs zu gewinnen. institutional-money.com. 09. März 2021

09. Februar 2021: DVFA Monatsfrage: DVFA Investment Professionals sehen Kryptos als Assetklasse weiter kritisch

Exponentielle Kursanstiegsbewegungen bei Kryptowährungen waren für den DVFA – Berufsverband der Investment Professionals - Anlass für eine zweite Befragungsrunde zum Thema „Digitalwährungen“. Wie sind Kryptos als Anlageform zu bewerten und wie grenzen sie sich im Vergleich zu Gold ab?

Als primäre Ursache für den rasanten Kursanstieg vermuten 73 Prozent der Befragten Spekulation, 17 Prozent meinen, es ginge dabei um Misstrauen in das aktuelle (Fiat-) Geldsystem und jeweils 5 Prozent geben „Diversifikation“ und „Anderes“ als Grund an.

Diese grundlegend kritische Tendenz gegenüber Kryptos geht mit der Einschätzung konform, dass die Befragten mit einer Mehrheit von 77 Prozent eine stärkere Regulierung erwarten.

Wertentwicklung und ökologischer Fußabdruck

Ein weiterer Fragekomplex galt dem Bitcoin als führende Kryptowährung. In Bezug auf die extremen Kursschwankungen können 48 Prozent keine Einschätzung abgeben, ob der Kurs zum Jahresende höher stehen wird als gegenwärtig. 28 Prozent meinen, er könnte höher tendieren und 24 Prozent halten dies für unwahrscheinlich.

Das „Schürfen“ erfordert große Mengen Strom und beeinträchtigt die Nachhaltigkeit negativ. Der hohe Energieverbrauch hat einen wesentlichen Einfluss auf den ökologischen Fußabdruck. 83 Prozent stufen Kryptos als nicht nachhaltig ein, 10 Prozent sind unentschieden und nur 7 Prozent bewerten sie als ESG-konform.

Kryptogeld und Gold im Vergleich

Wie aber stehen Kryptos im Vergleich zu Gold? Als nicht „komplementär“ zur Anlageklasse Gold sehen 62 Prozent den Bitcoin; 28 Prozent antworten mit „Ja“, 10 Prozent sind hier noch unschlüssig in ihrer Einschätzung.

Weiter nachgeforscht, ob Kryptos als Substitut zu Gold gewertet werden können, lehnen dies 60 Prozent ab. 29 Prozent meinen sie seien ein Ersatz für Gold und 11 Prozent können dies nicht einschätzen.

Die Februar-Befragung bestätigt die skeptische Haltung aus dem Oktober

Bei der ersten Befragung zum Thema Kryptowährungen im Herbst 2020 stand eine Mehrheit der Befragten Kryptowährungen als Zahlungsmittel grundsätzlich bereits skeptisch gegenüber. 22 Prozent hielten sie nicht für geeignet, 38 Prozent für eher nicht, 13 Prozent nahmen eine neutrale Haltung ein. Noch deutlicher war damals die Zurückhaltung hinsichtlich der Eignung von Kryptowährungen als Geldanlage. 35 Prozent hielten sie nicht, 40 Prozent für eher nicht geeignet. 10 Prozent waren damals unentschlossen.

"An der strukturellen Skepsis unserer Investment Professionals hat sich also nichts geändert“, konstatiert Christoph Schlienkamp, stv. Vorstandsvorsitzender des DVFA.

Presse

Kryptowährungen sind kein Goldersatz. private-banking-magazin.de, 12. Februar 2021

Bitcoin & Co.: Investment Professionals sehen Kryptos als Assetklasse weiter kritisch - DVFA Kolumne. 4investors.de, 10. Februar 2021

Kryptos mit schlechter Nachhaltigkeitsbilanz. portfolio-institutionell.de, 10. Februar 2021

Investment Professionals sehen Kryptos als Assetklasse weiter kritisch. institutional-money.com, 09. Februar 2021

DVFA Investment Professionals sehen Kryptos als Assetklasse weiter kritisch. DFPA, 09. Februar 2021

Investment Professionals sehen Kryptos als Assetklasse weiter kritisch. cash-online.de, 09. Februar 2021

DVFA: Investment Professionals sehen Kryptos als Assets weiter kritisch. BONDGUIDE, 09. Februar 2021

DVFA: Investment Professionals sehen Kryptos als Assets weiter kritisch. finanznachrichten.de, 09. Februar 2021

08. Dezember 2020: DVFA Monatsfrage: ESG-Scoring nach ISS-Übernahme durch Deutsche Börse – DVFA Mitglieder für Transparenz und freien Datenzugang

Was denken die Investment Professionals der DVFA über den Erwerb des Stimmrechtsberaters Institutional Shareholder Services (ISS) durch die Deutsche Börse? In seiner Monatsfrage Dezember hat der DVFA – der Verband der Investment Professionals in Deutschland – seine Mitglieder zu einigen Thesen und Fragen über die möglichen Auswirkungen der Übernahme auf das ESG-Scoring befragt. Insgesamt zeigt die Umfrage ein sehr geteiltes Bild, im Grundsatz jedoch herrscht Einigkeit.

These I, ESG-Scorings seien eine öffentliche, politische Aufgabe, die nicht von gewinnorientierten Unternehmen erarbeitet und verkauft werden sollten, stimmten 19 Prozent der Investment Professionals voll und ganz zu, weitere 30 Prozent stimmten eher zu. (...)

Weiterlesen

Presse:

Mit der Übernahme des Stimmrechtsberaters ISS beginnt eine neue Ära bei der Deutschen Börse. Handelsblatt, 22. Dezember 2020

ISS-Übernahme durch Börse stößt auf geteiltes Marktecho. Börsen-Zeitung, 09. Dezember 2020 (kostenpflichtiger Content)

DVFA-Monatsfrage: Investment Professionals für Transparenz bei ESG-Scorings. DFPA Deutsche Finanz Presse Agentur, 08. Dezember 2020

ESG-Scoring nach ISS-Übernahme durch Deutsche Börse - DVFA Mitglieder für Transparenz und freien Datenzugang - DVFA Kolumne. 4investors.de, 08. Dezember 2020

10. November 2020: DVFA Monatsfrage: Mehrwert durch Paid Research

DVFA - der Berufsverband der Investment Professionals in Deutschland – hat seine Mitglieder befragt, wie sie über die Unabhängigkeit von Paid Research denken. Die Befragten Investment Professionals in Deutschland halten das nach den Regularien der überarbeiteten Markets in Financial Instruments Directive (MiFid II) bezahlte Research auch weiterhin grundsätzlich für ein wichtiges Instrument für Investmententscheidungen. Hinsichtlich der Unabhängigkeit des Paid Research gehen die Ansichten jedoch auseinander.

Auf die Frage, ob ein von Emittenten finanziertes Research einem Investor einen Mehrwert bietet, antwortet fast ein Viertel der Befragten (24 Prozent) mit „auf jeden Fall“, 49 Prozent antworten mit „teilweise“. Somit erkennen fast drei Viertel aller Befragten einen Mehrwert in einem vom Emittenten finanzierten Research. In ihren Kommentaren betonen die Mitglieder des DVFA die große Bedeutung von Transparenz, also der Regeln und Bedingungen nach denen das Research erstellt wurde.

Weiterlesen

Presse

Investmententscheidungen benötigen gutes Research. intelligent-investors.de, 12. November 2020

DVFA monthly question: Added value through paid research – DVFA column. personal-financial.com, 12. November 2020

Kann bezahltes Research unabhängig sein? private-banking-magazin.de, 11. November 2020

DVFA Monatsfrage: Mehrwert durch Paid Research - DVFA Kolumne. 4investors.de, 10. November 2020

13. Oktober 2020: DVFA Monatsfrage: Differenziertes Ja zu Kryptowährungen – Wichtig ist die Regulierung

DVFA - der Berufsverband der Investment Professionals in Deutschland – hat seine Mitglieder befragt, wie sie zum Einsatz von Kryptowährungen, insbesondere auch zur Einführung sogenannter CBDCs (Central Bank Digital Currencies) stehen. Die Befragung lieferte ein geteiltes Bild, das einerseits von grundsätzlicher Offenheit für die neue digitale Technik und die sich bietenden Möglichkeiten zeugt, andererseits aber auch von Vorsicht vor allem hinsichtlich der Sicherheit und der Folgen.

Eine Mehrheit der Befragten steht Kryptowährungen als Zahlungsmittel grundsätzlich skeptisch gegenüber. 22 Prozent halten sie nicht für geeignet, 38 Prozent für eher nicht, 13 Prozent nehmen eine neutrale Haltung ein. Noch deutlicher ist die Zurückhaltung hinsichtlich der Eignung von Kryptowährungen als Geldanlage. 35 Prozent halten sie nicht, 40 Prozent für eher nicht geeignet. Zehn Prozent sind unentschlossen. Die Kommentare zu beiden Fragen verweisen immer wieder auf Sicherheitsbedenken (Hacking), fehlende Kontrolle durch Zentralbanken und intrasparente oder fragwürdige Volatilität etlicher Kryptowährungen. Allerdings wird auch darauf hingewiesen, solche Währungen könnten ein Baustein für die langfristige Geldanlage innerhalb eine Portfolios sein.

Trotz Skepsis: Blockchain-Technik von großer Bedeutung

Befragt, ob sie der Aussage zustimmten, dass die den meisten Kryptowährungen zugrundeliegende Blockchain-Technologie zu den wichtigsten Entwicklungen der zurückliegenden 20 Jahre für das Finanzwesen zähle, stimmten 15 Prozent mit ja, 37 Prozent mit eher ja. Neutral stehen der Aussage 23 Prozent der Investment Professionals gegenüber. Mit eher nein stimmten 14 Prozent und 11 Prozent antworteten mit nein. Negativ kommentierten die Investment Professional mehrfach den hohen Stromverbrauch der Blockchain-Technik und wiesen auf Fragen des Datenschutzes sowie Möglichkeiten des Missbrauchs hin.

Weiterlesen

Presse:

Regulierung ist bei Kryptos wichtig. intelligent-investors.de, 15. Oktober 2020

Selbst wenn Kryptowährungen in weiten Kreisen der Bevölkerung für Gesprächsstoff sorgen, bleiben Anlagespezialisten überraschend skeptisch. finews.ch, 15. Oktober 2020

Kryptowährungen als Geldanlage ungeeignet. private-banking-magazin.de, 15. Oktober 2020

Differenziertes Ja zu Kryptowährungen: Wichtig ist die Regulierung - DVFA Kolumne. 4investors.de, 13. Oktober 2020

DVFA Monatsfrage: Differenziertes Ja zu Kryptowährungen – Wichtig ist die Regulierung. Bondguide, 13. Oktober 2020

DVFA: differenziertes Ja zu Kryptos, wichtig ist die Regulierung. institutional-money.com, 13. Oktober 2020

08. September 2020: DVFA Monatsfrage: Differenziertes Bild der DVFA Investment Professionals zur Zukunft nachhaltiger Geldanlage

DVFA - der Berufsverband der Investment Professionals in Deutschland – hat seine Mitglieder befragt, wie sie die zukünftige Entwicklung nachhaltiger Geldanlage einschätzen. Grundsätzlich wird eine ESG-konforme Geldanlage nahezu einmütig befürwortet, und die Sicht auf das Potenzial ist von Optimismus geprägt. In den Kommentaren zeigt sich jedoch ein differenzierter Blick der Investment Professionals auf die Details und die noch existierenden Unschärfen bei der Festlegung dessen, was unter nachhaltiger Geldanlage zu verstehen sei.

Große Übereinstimmung im Grundsätzlichen

Zunächst halten fast 98 Prozent der DVFA Mitglieder nachhaltige Unternehmensführung für erstrebenswert. Diese eindeutige Mehrheit wurde weiter nach Gründen für ihre Einschätzung befragt. Dabei wurden drei Antworten vorgegeben, warum mit Ja geantwortet wurde, und die Möglichkeit einer freien Eingabe gegeben. 26 Prozent der Befragten sind der Ansicht, nachhaltige Unternehmensführung verstetigte den Unternehmenserfolg. Für 52 Prozent war der Grund für ein Ja, dass das Handeln des Unternehmens auch die Folgen für die kommenden Generationen bedenkt. Bei 12 Prozent gab den Ausschlag, dass sie der Auffassung sind, nachhaltige Unternehmensführung erschwere Fehlentscheidungen. In der freien Eingabe überwog die Ansicht, alle drei angebotenen Antwortoptionen seien zutreffend.

Weiter wurde die Frage gestellt, wie sich der Anteil nachhaltiger Geldanlage am Anlagevolumen in Deutschland von derzeit etwas mehr als fünf Prozent in den kommenden fünf Jahren entwickeln dürfte. Dabei verteilten sich die Einschätzungen auf die vorgegebenen Prozentanteile wie folgt:  Für die Antwort „bis zu 15 Prozent Marktanteil“ entschieden sich 23 Prozent der Befragten. 28 Prozent sehen den Marktanteil bei „bis zu 25 Prozent“, 19 Prozent der Mitglieder sehen den Anteil am Gesamtvolumen bei „bis zu 35 Prozent“. „Bis zu 50 Prozent“ erwarten 16 Prozent der Befragten und „mehr als 50 Prozent“ halten immerhin noch 8 Prozent für realistisch. Allerdings stellen viele der Investment Professionals ihre Einschätzung unter den Vorbehalt, dass eine genaue Definition, was unter nachhaltiger Geldanlage zu verstehen sei, an etlichen Stellen lediglich in Umrissen feststehe.

Mehrheit erwartet besseres Abschneiden

Geteilter Meinung sind die DVFA Mitglieder wenn es um die Frage nach der Performance nachhaltiger Geldanlage geht. Mehr als die Hälfte (56 Prozent) erwarten mittelfristig eine höhere Performance, 44 Prozent eine geringere. Aufschlussreich sind auch die Kommentare. Mehrfach wurde darauf hingewiesen, dass schon allein die höhere Nachfrage nach nachhaltigen Produkten deren Performance treibe. Ebenso wiesen mehrere Befragte darauf hin, dass neben der unmittelbar messbaren preislichen Entwicklung der Produkte, diese einen zusätzlichen Nutzen für die Gesellschaft stifteten und daher selbst bei gleicher Preisentwicklung eine höhere Performance in einer weiter gefassten Perspektive lieferten.

Befragt, wann die Kapitalanlage ihres Arbeitgebers vollständig nachhaltig sein dürfte, meinte mehr als ein Drittel (36 Prozent) der Investment Professionals, dies werde nie der Fall sein. 21 Prozent sind der Auffassung in zehn Jahren werde die Kapitalanlage des Arbeitgebers ausnahmslos nachhaltig sein. 15 Prozent erwarten dies bereits in fünf, 11f Prozent schon in zwei Jahren. Rund 17 Prozent der Arbeitgeber legen kein Geld an.

Hinsichtlich ihrer persönlichen Kapitalanlage in nachhaltige Investments sind die DVFA Mitglieder auf den ersten Blick skeptischer. Mehr als die Hälfte (54 Prozent) erwartet, dass ihre Geldanlage niemals vollständig nachhaltig sein werde. In zehn Jahren sehen das 18 Prozent der Befragten, in fünf Jahren 14 Prozent und bereits in zwei Jahren zwölf Prozent. Die Kommentare geben Aufschluss, wie es zu diesem zunächst überraschenden Meinungsbild kommt.

„Nachhaltige Geldanlage ist angesagt. Das wissen wir alle. Das Momentum aber dieser Entwicklung lässt sich an den Antworten der befragten Investment Professionals gut ablesen“, sagt Stefan Bielmeier, Vorstandsvorsitzender des DVFA. „Und wieder einmal  machen die Antworten und die Kommentare sehr deutlich, wie problembewusst unsere Mitglieder ihre Antworten abwägen und wie informiert die Community mit diesem für die Zukunft wichtigen Thema nachhaltige Geldanlage umgeht.“

Presse

Nachhaltigkeit könnte Selbstläufer werden, zeigt Umfrage. FONDS ONLINE, 9. September 2020.

DVFA sieht differenziertes Bild zur Zukunft nachhaltiger Geldanlage. institutional-money.com, 9. September 2020

Differenziertes Bild der DVFA Investment Professionals zur Zukunft nachhaltiger Geldanlage. Frankfurt Main Finance, 8. September 2020

07. Juli 2020: Goodwill soll linear abgeschrieben werden - Impairment-Tests sollen zusätzlich bleiben

Aktuell gibt es erneut Überlegungen der Rechnungsleger, den Goodwill in den Bilanzen regelmäßig abzuschreiben. Die Corona-Krise wird sich nicht nur wegen der operativ schwierigen Situation vieler Unternehmen negativ auf die GuVs und Cash-Flow-Rechnungen des Jahres 2020 auswirken. Unternehmen, die nach IFRS bilanzieren, dürften in 2020 verstärkt außerplanmäßig Goodwill Abschreibungen auf Firmenwerte durchführen müssen, Dies wird mit entsprechenden zusätzlichen negativen Konsequenzen für deren GuV und damit auch des Eigenkapitals verbunden sein. Aufgrund von Transaktionstätigkeiten ist der Goodwill in den letzten Jahren zu einer bedeutenden Bilanzposition geworden.

Die Investment Professionals des DVFA wurden zur Sachlage und zum Umgang mit Goodwill befragt und befürworten mehrheitlich in der Zukunft eine lineare Abschreibung des Goodwill, erwarten jedoch auch, dass zusätzlich der Impairment-Test beibehalten wird. Die Befürworter des Impairment-Tests fordern jedoch auch eine stärkere Transparenz gegenüber den Investoren und Analysten wie sich die einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (CGU) verhalten.

Den Zeitraum für die Abschreibung des Goodwill sehen 90% der Investment Professionals in einem Zeitraum von nicht länger als zehn Jahren. Dabei verweisen die Befragten auch darauf, dass ggf. eine zwischenzeitliche a.o. Abschreibung notwendig ist, sobald der Wert der übernommenen Vermögensgegenstände deutlich an Wert verliert, z.B. wegen des Verlusts der Technologieführerschaft.

Die eindeutige Mehrheit von 83% der Befragten hält es trotz der linearen Abschreibung für richtig, jährliche Impairment-Tests beizubehalten, um die Werthaltigkeit des Goodwills überprüfen zu können.

Interessanterweise erwarten auch 38% der Befragten, dass die regelmäßige Abschreibung des Goodwill einen Einfluss auf die künftigen M&A-Aktivitäten der Gesellschaften haben wird. Der M&A-Markt sollte deshalb nicht ins Stocken geraten, gleichwohl dürften die Kaufpreise damit künftig weniger aggressiv sein.

Christoph Schlienkamp, Leiter der DVFA Kommission Unternehmensanalyse sagt: „Wie schon in unserer Stellungnahme vom Mai diesen Jahres bekräftigt die aktuelle Umfrage die Position des DVFA zur Wiedereinführung einer planmäßigen Abschreibung von Goodwill. Nur so kann verhindert werden, dass in Zeiten von Krisen keine Verstärkung von Verlustsituationen erfolgt. Wir wünschen uns im Falle von Krisen mehr stabilisierende Elemente in der internationalen Rechnungslegung."

Presse

Goodwill soll linear abgeschrieben werden, Impairment-Tests sollen zusätzlich bleiben - DVFA Kolumne. 4investors.de, 7. Juli 2020

DVFA: Wie Investment Professionale zu Gooodwill-Abschreibungen stehen. institutional-money.com, 7. Juli 2020

03. Juli 2020: DVFA Investment Professionals: Entwicklung bei Wirecard hätte man früher erkennen können

Die Nachrichten rund um Wirecard überschlagen sich seit einigen Tagen und weiten sich auf alle Bereiche des Finanzmarkts, der Aufsicht und der Politik aus. Die DVFA Investment Professionals sind bei einer aktuellen Umfrage mit großer Mehrheit der Meinung, dass man die Entwicklung bei Wirecard frühzeitig hätte sehen können. Bei weiteren Fragen wie zur Aufsicht und zu Auswirkungen auf den Finanzplatz Deutschland gibt es aber unterschiedliche Auffassungen. 75% der Investment Professionals sagen, dass die Entwicklung bei Wirecard frühzeitig, also vor 2020, hätte erkannt werden müssen. Nur 14% sehen dies nicht so. In ihren Kommentaren verweisen die Befragten darauf, dass Wirecard auf alle „Anschuldigungen“ nie vertrauenswürdige Antworten gegeben hat und die Tatsache, dass man sich als Außenstehender auf die Testate der Wirtschaftsprüfer verlassen muss. Insofern hätte man sich mehrheitlich ein konsequenteres Nachhaken der Finanzaufsicht nach immer wieder vorkommenden Presseberichten gewünscht.

Nichtsdestotrotz hält mit 53% knapp mehr als die Hälfte der Befragten die Wertpapier- und Bankenaufsicht prinzipiell für wirksam, 33% hingegen eher nicht. Gleichwohl plädieren die Investment Professionals für eine Schärfung der Aufsicht. Dazu ist es auch notwendig, Mischkonzerne mit „kleiner Bank“ als Ganzes zu regulieren und bei Verdachtsmomenten Fälle stärker zu priorisieren.

Gespalten ist die Meinung zur Frage, ob der Fall Wirecard mit Blick auf die Rolle der Wirtschaftsprüfer ein Einzelfall ist und ein Testat somit eine aus Anlegersicht zuverlässige Bezugsgröße ist - 41% antworteten mit Ja, 47% mit Nein. Ein Testat war in der Vergangenheit eine zuverlässige Bezugsgröße, wobei dieser Sachverhalt gerade von den Marktteilnehmern auf den Prüfstand gestellt wird. Zudem ist die eigene Meinung über ein Anlageobjekt nicht durch ein Testat, Rating oder Nachhaltigkeitssiegel zu ersetzen. Zahlreiche Umfrageteilnehmer sprechen sich zudem dafür aus, die Wirtschaftsprüfungsgesellschaften künftig für die Folgeschäden eines ungerechtfertigten Testats stärker in die Haftung zu nehmen.

Eine Schädigung des Finanzplatzes Deutschland durch den Fall Wirecard sehen 51% als gegeben an, 42% dagegen nicht. Zahlreiche Befragte sehen den Fall Wirecard und seine Komplexität als Einzelfall und gehen davon aus, dass die Finanzaufsicht entsprechend regulatorisch reagieren wird. Irritiert zeigen sich viele Investment Professionals eher gegenüber der Tatsache, dass die Wirecard-Aktie immer noch im DAX notiert und werten dies negativ für den Finanzplatz Deutschland.

Insgesamt verwundert es somit kaum, dass sich mit 57% die Mehrheit der Umfrageteilnehmer dafür ausspricht, die aufsichtsrechtlichen Richtlinien für Finanzunternehmen (inkl. FinTechs) und für börsennotierte Unternehmen zu verändern. 32% sehen hingegen keinen Änderungsbedarf.

Christoph Schlienkamp, Leiter der DVFA Kommission Unternehmensanalyse sagt: „Der Fall Wirecard hat das Vertrauen in den Kapitalmarkt in Deutschland erschüttert. Wirecard war aufsichtsrechtlich ein Hybrid und konnte so lange Zeit unter dem Radar bleiben. Hier gilt es nun die richtigen Schlüsse zu ziehen. Zudem ist es für Analysten nur sehr schwer, gegen ein Testat eines Prüfers zu argumentieren. Die Deutsche Börse sollte nun schnell ihre Regeln ändern und reaktionsfähig werden. Der DAX ist der Vorzeigeindex der deutschen Wirtschaft. Ein Unternehmen wie Wirecard hat darin nichts verloren.“

Presse

Wirecard: die geplatzte Bombe war angekündigt. GOINGPUBLIC.de, 9. Juli 2020

Misstrauen am Finanzplatz München. Handelsblatt, 7. Juli 2020

Wirecard: Entwicklung hätte man früher erkennen können - DVFA Kolumne. 4investors.de, 4. Juli 2020.

DVFA: Entwicklung bei Wirecard hätte man früher erkennen können. institutional-money.com, 3. Juli 2020.

DVFA IP: Entwicklung bei Wirecard hätte man früher erkennen können! BONDGUIDE, 3. Juli 2020

09. Juni 2020: Auswirkungen der Pandemie auf die aktuelle Situation und ein Blick auf die Zukunft von Investment Professionals

DVFA - der Verband der Investment Professionals – befragte seine Mitglieder nach den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf ihre persönliche Arbeitssituation und ihre Einschätzung zu den Veränderungen auf die Finanzbranche. Die Stimmung ist eher gelassen, was auch durch die Erfahrungen aus der letzten Finanzkrise geprägt sein mag.

Home-Office weiter im Trend – Persönlicher Kontakt fehlt

Die Anzahl an Home-Office-Arbeitsplätzen ist auch in der Finanzbranche gestiegen, teilweise wurde komplett nach Hause verlagert, teilweise wird im wechselweisen Teambetrieb in den Häusern gearbeitet. 36% der Investment Professionals arbeiten seit Beginn der Corona-Krise neu im Home-Office, 49% hatten bereits vorher diese Möglichkeit genutzt. Nur 15% nutzen diese Form nicht. Fast die Hälfte (46%) sieht die Arbeit im Home-Office als genauso produktiv an wie das Arbeiten vor Ort, 30% sehen keinen Produktivitätsunterschied. 24% schätzen ihre Arbeit im Home-Office als weniger produktiv ein, dies bedingt auch durch die nicht ausreichenden technischen Voraussetzungen und schlechte Verbindungsqualität.

Der großen Mehrheit der Befragten fehlt der persönliche Kontakt zu Kollegen und Kunden, so antworteten 36% mit ja, 40% mit eher ja. Als alleinige Arbeitsform ist das Home-Office nur für ein knappes Drittel vorstellbar (ja mit 12%, eher ja mit 20%). 38% können sich das eher nicht vorstellen, 30% gar nicht. Die Einsparung von Zeit und Reduzierung von Umweltbelastungen durch Fahrten und Reisen werden in den Kommentaren als positive Effekte dokumentiert.

Für die Zukunft gut aufgestellt

Sorgen um den eigenen Arbeitsplatz durch die Pandemie-Auswirkungen machen sich  90% der Investment Professionals kaum – 51% antworteten hierzu mit nein und 39% mit eher nein. Auch für die Zukunft sehen sich die Befragten für die Finanzbranche gut aufgestellt: 32% sehen sich gut gerüstet, 56% eher gut gerüstet. Eher nicht gut gerüstet sehen sich nur 11%.

Neben fortschreitender  Digitalisierungen weitere Veränderungen in der Finanzbranche

Auf die offene Frage nach zukünftigen Veränderungen in der Branche sehen die Investment Professionals insbesondere die Beschleunigung der Digitalisierung in allen Bereichen. Dies werde zu weniger Büroraum führen und sich beispielsweise auch in den Anforderungen an das Management niederschlagen, da ein anderes Führen erforderlich sein werde. Die einzelnen Mitarbeiter müssten mit mehr Flexibilität und mehr Affinität zu IT aufwarten, da sich die Profile und Arbeitsweisen maßgeblich verändern. Durch die Nutzung der verschiedenen Online-Varianten zur Kommunikation werden persönliche Meetings weiter eingeschränkt werden, allerdings werde damit auch die Wertigkeit des persönlichen Kontakts steigen und gewürdigt werden.

Radikalere Umstellung des Zahlungsverkehrs und weitere Schließungen von Filialen würden folgen. Das Thema Hausbank werde sich durch verschiedene Anbieter entsprechend der verschiedenen Fragestellungen der Kunden mehr oder minder erledigen. Kostendruck und die Notwendigkeit neuer Geschäftsmodelle sowie höheres Risikomanagement werden zunehmen. Die Rolle der Regulatorik, die dem technischen Zeitalter hinterherhinke, sehen die Investment Professionals gerade in Bezug auf Digitalisierung kritisch. Nachhaltigkeit im Allgemeinen und nachhaltige Produkte im Besonderen werden überwiegend als essenziell für die Zukunft gesehen.

„Es war mir wichtig, unsere Mitglieder nach ihrem Befinden zu fragen, denn der persönliche Kontakt mit ihnen und der Austausch in unseren Veranstaltungen und Gesprächen fehlen auch uns. Ihre Einschätzung zur Zukunft der Branche und zu Veränderung der Arbeitsbedingungen und Berufsbilder bilden wichtige Indizien für die Verbandsarbeit. Gerade wurde der DVFA Vorstand bei den Wahlen 2020 bestätigt, und wir werden uns die Detail-Ergebnisse der Befragung anschauen und in die Angebote für unsere Mitglieder und die Arbeit umsetzen.“, sagt Stefan Bielmeier, Vorstandsvorsitzender des DVFA.

Presse

Monatsfrage: Auswirkungen der Pandemie auf die aktuelle Situation und ein Blick auf die Zukunft von Investment Professionals. 4investors.de, 9. Juni 2020

Auswirkungen von Corona auf die Zukunft der Investment Professionals. institutional-money.com, 9. Juni 2020

12. Mai 2020: Virtuelle Hauptversammlungen unter Covid-19-G

DVFA Investment Professionals bewerten die Möglichkeit virtueller Hauptversammlungen pragmatisch und als akzeptable Lösung in der Corona-Sondersituation. Die Aktionärsrechte sehen sie zum größten Teil gewahrt, sind aber skeptisch hinsichtlich der Regelungen zum Fragerecht. Die virtuelle Hauptversammlung als dauerhafte Option für Unternehmen bewerten sie dagegen sehr unterschiedlich. Dies ergab die aktuelle Monatsfrage des DVFA.

Vor dem Hintergrund des aktuell geltenden Versammlungsverbots halten mehr als 72 Prozent der Befragten die Möglichkeit, virtuelle Hauptversammlungen durchzuführen, grundsätzlich für richtig. Weitere 22 Prozent für eher richtig. In ihren Kommentaren verweisen die Investment Professionals darauf, dass die Online-Veranstaltungen ein Kompromiss seien, und vergleichen die virtuelle HV mit den Geisterspielen der Fußball-Bundesliga, die in leeren Stadien durchgeführt werden.

Fragerechtsregelung skeptisch beurteilt – Trend zur „Schön-Wetter-Veranstaltung“

Hinsichtlich der Berücksichtigung der Aktionärsrechte im Allgemeinen sind die Mitglieder des DVFA recht zuversichtlich. Befragt nach ihrer Meinung, ob die Aktionärsrechte, wie sie im Rahmen der virtuellen Hauptversammlung ausgeübt werden können, in ausreichendem Maße geschützt und gewährleistet seien, antworten 32 Prozent mit ja, 37 Prozent mit eher ja. Mit nein antworten lediglich 4 Prozent, 11 Prozent mit eher nein, 16 Prozent sehen dies neutral.

Ganz anders sieht das Meinungsbild bei der Beurteilung des Fragerechts der Aktionäre auf den virtuellen Hauptversammlungen aus. Die Neuregelung gibt Unternehmen die Möglichkeit anzuordnen, dass Fragen bis zwei Tage vor der Hauptversammlung bei der Gesellschaft eingereicht werden müssen. Die Verwaltung entscheidet dann, welche Fragen abschließend beantwortet werden. Befragt, ob sie diese Regelung hinsichtlich der Vereinbarkeit mit den Geboten guter Unternehmensführung und für einen substanziellen Dialog zwischen Eigentümern und Verwaltung für ausreichend halten, antwortet die Mehrheit negativ. 24 Prozent antworteten mit nein, 39 Prozent mit eher nein. Mit ja votierten 8 Prozent, 15 Prozent mit eher ja.

Auch die Kommentare spiegeln dieses Meinungsbild wider. So wird etwa darauf verwiesen, der Regulator müsse die willkürliche Zensur der Fragen unterbinden, oder die Regelungen zum Fragerecht ließen die Veranstaltungen hin zu „Schön-Wetter-Veranstaltungen“ tendieren. Andererseits wird auch argumentiert, dass die Auswahl sachlicher und in den Kontext passender Fragen sinnvoll sei, um zeitraubende „Selbstdarstellungen“ der Redner zu verringern.

Häufigere Anfechtungsklagen erwartet

Befragt, ob sie mit häufigeren Anfechtungsklagen der Hauptversammlungsbeschlüsse rechnen, obwohl der Gesetzgeber Anfechtungen eingeschränkt, aber nicht ausgeschlossen hat, antwortet eine Mehrheit mit oder ja (8 Prozent) oder eher ja (41 Prozent). 37 Prozent stehen dem neutral gegenüber, 11 Prozent rechnen eher nicht damit und nur 3 Prozent erwarten keine häufigeren Anfechtungsklagen. In den Kommentaren heißt es dazu erläuternd, dass durch die schnelle Einführung und kurze Vorbereitungszeit der Regelungen die Wahrscheinlichkeit von Klagen steige. Da die neuen Regelungen wohl nicht in allen Punkten eindeutig seien, werde die Auslegung durch die Gerichtsbarkeit wahrscheinlich.

Virtuelle HV nicht Ersatz sondern Ergänzung

Hinsichtlich der Zukunftsfähigkeit und einer möglichen dauerhaften Einführung virtueller Hauptversammlungen sind die DVFA Mitglieder uneins. 25 Prozent würden die virtuelle Hauptversammlung grundsätzlich als dauerhafte Option für Unternehmen befürworten, gesetzt, dass technische Schwierigkeiten behoben und inhaltliche Nachbesserungen aufgrund der Erfahrungen mit den diesjährigen virtuellen Hauptversammlungen erfolgen. Weitere 27 Prozent würden sie eher befürworten, 11 Prozent stehen dem neutral gegenüber. Andererseits lehnen 17 Prozent die Beibehaltung solcher Hauptversammlungen ab, 20 Prozent lehnen dies eher ab.

Die Befürworter führen in den Kommentaren vor allem die Kostenersparnis durch die virtuelle Durchführung der Hauptversammlung an. Jene, die sie ablehnen, verweisen in Analogie zum Vergleich der virtuellen Hauptversammlung mit Geisterspielen im Fußball darauf, dass ein wichtiges Element fehle: Der Vorstand solle sich den Aktionären auch in Zukunft von Angesicht zu Angesicht stellen. Es gibt aber auch Kommentare, die für eine Kombination von virtueller und/oder Hauptversammlung mit Präsenz votieren, auf der sich Aktionäre zur Hauptversammlung online dazu schalten lassen können, oder die die virtuelle Hauptversammlung als Ergänzung, nicht als Ersatz, der gewohnten Veranstaltung sehen.

„Einmal mehr zeigt sich in den Ergebnissen der aktuellen Umfrage zur virtuellen Hauptversammlung die begrüßenswerte Kombination von lösungsorientiertem Pragmatismus einerseits und der offenen, kritischen Begleitung finanzwirtschaftlicher Innovationen andererseits“, sagt Stefan Bielmeier, Vorstandsvorsitzender des DVFA. „Die Investment Professionals des DVFA sind weit entfernt von einer heute so sehr verbreiteten Bausch-und-Bogen-Mentalität. Unvoreingenommene Analyse und rationale, differenzierte Argumente zeichnen auch diesmal die Haltung unserer Mitglieder aus.“

Presse:

Planmäßige Abschreibungen auf Firmenwerte. intelligent-investors.de, 14. Mai 2020

Monatsfrage: Virtuelle Hauptversammlungen unter Covid-19 - DVFA Kolumne. 4investors, 12. Mai 2020

Was die DVFA-Mitglieder von virtuellen Hauptversammlungen halten. Institutional Money, 12. Mai 2020

Hauptversammlungssaison 2020: Der Trend geht zur Schönwetter-Veranstaltung. private banking magazin, 13. Mai 2020

07. April 2020: Corona-Krise wird das Wirtschaften nachhaltig verändern

Covid-19 hat eine Pandemie ausgelöst. Die Zahl der Erkrankten steigt, Menschen sterben. In vielen Teilen der Welt und auch in Deutschland ist die Wirtschaft zum Beinahe-Stillstand gezwungen. Nationale Politik und etliche Notenbanken versprechen Wirtschaft und Währung zu unterstützen. Die Investment Professionals des DVFA haben ihre eigene Meinung zu den Maßnahmen, so etwa zu den Maßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB), sogenannten Corona-Bonds und wie sich die Corona-Krise auf das Wirtschaften auswirken könnte.

Weitgehend einig sind sich die Befragten in der Frage, was sie grundsätzlich vom geplanten 750 Milliarden Euro schweren Anleihenkaufprogramm der EZB halten. 49 Prozent halten das Programm für richtig, weitere 29 Prozent für eher richtig. Lediglich 5 Prozent und 8 Prozent halten es für falsch bzw. eher falsch. Bemerkenswert sind die zahlreichen Kommentare der Investment Professionals. Die Befürworter halten den Anleihenkauf für eine wichtige Maßnahme, um Ruhe und Vertrauen zurück in die Kapitalmärkte zu bringen. Andere halten zwar den Umgang mit der Pandemie grundsätzlich für falsch, im Rahmen der durchgeführten Pandemiepolitik aber halten sie den Anleihenkauf für richtig. Wortreicher noch als die Befürworter haben diejenigen sich geäußert, die das Programm ablehnen. Es sei nicht Aufgabe der EZB ständig als Feuerwehr einzuspringen und sämtliche Schulden auf ihre Bücher zu nehmen, die Wirkung sei zu indirekt, statt erneut den Anleihenmarkt zu wählen, sei ein Investment in börsennotierte Aktien zielführend, heißt es in den Kommentaren.

Eingriff in den Aktienmarkt eher nicht – ESM statt Corona-Bonds

Weniger eindeutig ist das Meinungsbild unter den Investment Professionals hinsichtlich der Frage, ob die EZB, angesichts verstärkter Aktivitäten von Shortsellern während der Corona-Krise, auch am Aktienmarkt tätig werden solle. Die größte Gruppe hält dies für falsch (26 Prozent) und weitere 23 Prozent halten dies für eher falsch. Immerhin 19 Prozent sind der Ansicht, Aktivitäten der EZB am Aktienmarkt seien richtig, 17 Prozent für eher richtig. In den Kommentaren sprechen sich die Befragten für freie Preisbildung aus, die sie durch einen Eingriff der Notenbank gefährdet sehen. Short- wie Longseller gehörten eben zum Markt, allerdings gehöre Marktmanipulation verboten, Shortselling gehöre in Extremphasen verboten, sei aber Sache der Finanzaufsicht, nicht der EZB.

Befragt, was sie davon halten, sogenannte Corona-Bonds, also gemeinsame Anleihen der Euro-Länder, zu begeben, äußerten sich die meisten ablehnend und hielten es für falsch oder eher falsch (30 bzw. 23 Prozent). Immerhin 15 Prozent befürworten Corona-Bonds als richtig, weitere 21 Prozent als eher richtig. Die Frage wird auch in den Kommentaren kontrovers verhandelt. Häufig wird auf den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) verwiesen, der die Funktion von Corona-Bonds übernehmen könne und für Situationen, wie wir sie aktuell erleben, entwickelt worden sei. Abgelehnt wird auch unter Verweis auf die ungelösten Haftungsfragen für diese Anleihen. Befürworter halten die Corona-Bonds als Einmalmaßnahme für vertretbar, andere sehen in der Haftungsunion die konsequente Weiterentwicklung der Währungsunion und argumentieren, dass unser Wohlstand zum Teil auch auf dem Wohlstand anderer Nationen beruhe.

Europa braucht kein Helikoptergeld

Die Frage, wie Sie die Idee einschätzen, sogenanntes Helikoptergeld einheitlich im Euro-Raum direkt an Staaten oder Bürger auszuzahlen, um einen Corona-Crash von Handel und Industrie zu vermeiden, erregt die Gemüter der Investment Professionals der DVFA. 33 Prozent der Befragten halten es für falsch, 17 Prozent für eher falsch. Dagegen sind 15 Prozent der Meinung, die Geldverteilung sei richtig, 19 Prozent votieren für eher richtig. 16 Prozent stehen dem neutral gegenüber.

Auch in dieser Frage wurde die Kommentarfunktion eifrig genutzt, ganz überwiegend aber von jenen, die die Geldverteilung ablehnen. Mehrfach wurde darauf hingewiesen, dass in Deutschland und auch in Europa, anders als in den USA, wo dieser Begriff erfunden wurde, soziale Sicherungssysteme die Folgen der Corona-Krise bereits abfedern. Insofern habe eine solche Maßnahme weniger Berechtigung. Ähnlich argumentieren Befragte, wenn sie kommentieren, es läge im aktuellen Fall eine Angebotskrise vor und keine Nachfragekrise, das Problem sei keines mangelnder Liquidität.

De-Globalisierung als Folge der Corona-Krise

Sehr klar ist das Meinungsbild hinsichtlich der These, dass die Corona-Pandemie das Wirtschaften zumindest in einigen wichtigen Bereichen nachhaltig verändern wird, dass beispielsweise lokale statt globale Lieferketten und Lagerhaltung statt möglichst reiner Just-in-Time-Produktion wieder an Bedeutung gewinnen. Mehr als Dreiviertel der Befragten sind entweder der Meinung diese These sei richtig (39 Prozent) oder eher richtig (45 Prozent). Für falsch halten sie 0,5 Prozent, für eher falsch 6,5 Prozent.

Digitalisierung und Infrastrukturausbau könnten Rückenwind bekommen, eine Phase der De-Globalisierung könne folgen, wird kommentiert. Andere erwarten, dass der Staat sich wieder stärker in die Wirtschaft einbringt. Auch die Befürchtung, mit der massiven Einschränkung der Grund- und Freiheitsrechte habe ein irreversibler Strukturbruch im System stattgefunden, wurde geäußert und dass wieder mehr kritische Produktion (Medizin- und Netzwerktechnik, Arzneimittel, Rüstungsgüter) in Europa, möglichst auch in Deutschland gebraucht werde. Andere halten dagegen, dass früher oder später der Kostendruck wieder dazu führe, zum Wirtschaften wie vor der Krise zurückzukehren.

„Die Umfrage unter den Mitgliedern des DVFA zeigt einmal mehr: Grundlegende wirtschaftliche Fragen sind selten einfach und reizen dazu, argumentativ die Klingen zu kreuzen, was die erfreulich aktive Nutzung der Kommentarfunktion zeigt“, sagt Stefan Bielmeier, Vorstandsvorsitzender des DVFA. „Das Meinungsbild der Investment Professionals in Deutschland hat in Sachen Corona-Krise klare Tendenzen, ist aber nicht uniform. Weitgehende Einigkeit herrscht allerdings in dem Punkt, dass nach der Krise nicht einfach weitergeht wie bisher. Die Pandemie stellt auch in der Finanzbranche infrage, was zuvor als selbstverständlich galt.“

Die DVFA Monatsfrage wendet sich an die 1.400 Mitglieder des Verbandes und widmet sich Themen, die in der Finanzbranche diskutiert werden. Die Ergebnisse der Umfrage werden regelmäßig an jedem 2. Dienstag im Monat veröffentlicht.

Presse:

DVFA: Wird die Corona-Krise das Wirtschaften nachhaltig verändern? Institutional Money, 07. April 2020

Corona-Krise wird das Wirtschaften nachhaltig verändern. BONDGUIDE, 07. April 2020

Corona-Krise wird das Wirtschaften nachhaltig verändern. FinanzNachrichten.de, 07. April 2020

Corona-Krise wird das Wirtschaften nachhaltig verändern - DVFA Kolumne. 4investors, 08. April 2020

10. März 2020: EZB Strategieüberprüfung ist richtig – Befragung der Öffentlichkeit aber übertrieben

Die Europäische Zentralbank überprüft ihre Geldpolitik nach rund 17 Jahren erstmalig wieder grundsätzlich und will dies bis Ende 2020 abgeschlossen haben. In der Öffentlichkeit ein umstrittener Zeitplan. Unter den Investment Professionals in Deutschland stößt der Zeitplan auf breite Zustimmung. Bei einzelnen Fragen zur Ausrichtung der Geldpolitik gibt es aber unterschiedliche Auffassungen. Dies ergab die Umfrage der DVFA.

Inflationsziel ohne klares Meinungsbild

Insgesamt halten 89 Prozent der Befragten den Zeitplan für ausreichend (sehr gut, das ist genug Zeit) oder für gut, aber ambitioniert. Befragt nach dem Inflationsziel der Notenbank gehen die Meinungen auseinander. Die größte Gruppe (39 Prozent) sind der Meinung, das Inflationsziel sollte 2 Prozent betragen, verbunden mit einem Toleranzband. Immerhin noch 19 Prozent sind für die Beibehaltung des Inflationsziels von „unter, aber nahe bei 2 Prozent“. 18 Prozent hielten es für richtig, dass die Ziel-Teuerung deutlich unter 2 Prozent gesetzt werden soll, um sich der Teuerung der vergangenen Jahre anzupassen. Immerhin noch 14 Prozent der Befragten sind der Auffassung, es solle symmetrisch bei 2 Prozent liegen, also nach längerer Zeit unter 2 Prozent auch eine gute Weile über diesem Wert liegen dürfen. 10 Prozent halten keinen dieser Vorschläge für angemessen.

Befragt nach ihrer Meinung, wie sie die Überlegung einschätzen, die EZB solle eine Rolle im Kampf gegen den Klimawandel übernehmen und etwa beim Anleihenkaufprogramm Klimaaspekte in die Geldpolitik mit einbeziehen, antworteten 58 Prozent sie hielten diese Überlegungen für falsch oder eher falsch. 42 Prozent dagegen halten diese für richtig oder eher richtig. Erwähnenswert, dass die größte Gruppe (37 Prozent) die eindeutige Meinung vertreten, die Überlegungen seien falsch.

Öffentlichkeit und Politik in Strategiedebatte eher nicht erwünscht

Eindeutiger antworteten die Investment Professionals in Deutschland auf die Frage, was sie von der Einbeziehung von selbst genutztem Wohnraum in die Inflationsmessung halten. 40 Prozent halten das für richtig, weitere 32 Prozent für eher richtig. Lediglich 10 Prozent halten das für falsch, 18 Prozent für eher falsch.

Dagegen lehnt eine deutliche Mehrheit die Einbeziehung der Öffentlichkeit und der Politik in die Debatte um die künftige Strategie der EZB-Politik ab. 35 Prozent halten das für falsch, 29 für eher falsch, nur 14 Prozent würden dies klar befürworten. In den Kommentaren wird mehrfach auf die Unabhängigkeit der Notenbank verwiesen.

Sehr eindeutig äußerten sich die Investment Professionals auf die Frage, was sie vom Bemühen der neuen EZB-Präsidentin Christine Lagarde um eine einheitlicher Kommunikation der EZB-Politik durch die nationalen Notenbank Gouverneure in der Öffentlichkeit halten, wenn im Gegenzug die interne Debattenkultur der EZB gestärkt würde. 39 Prozent halten diese Bemühungen für richtig, 40 Prozent für eher richtig, nur 8 Prozent halten sie für falsch.

„Das Thema geldpolitische Strategie bewegt unsere Mitglieder. Das zeigt die auffallend hohe Zahl der abgegebenen, engagierten aber sehr sachlichen und begründeten Kommentare, die in der Sache die Ergebnisse der Umfrage weitgehend spiegeln“, sagt Stefan Bielmeier, Vorstandsvorsitzender des DVFA. „Die Umfrage belegt, dass eine Diskussion um das Inflationsziel der EZB zu führen ist und dass die Einbeziehung von selbst genutztem Wohnraum bei der Inflationsmessung klar befürwortet wird. Die Ergebnisse der Umfrage zeigen aber vor allem: Die Überprüfung der Strategie der EZB ist an der Zeit.“

Presse

EZB-Strategieüberprüfung richtig, Befragung der Öffentlichkeit nicht. Institutional Money, 10. März 2020.

EZB Strategieüberprüfung ist richtig - Befragung der Öffentlichkeit aber übertrieben - DVFA Kolumne. 4investors.de, 10. März 2020

EZB Strategieüberprüfung ist richtig - Befragung der Öffentlichkeit aber übertrieben - DVFA Kolumne. finanznachrichten.de, 10. März 2020

11. Februar 2020: Gute Unternehmensführung ist Schlüssel zum Erfolg und zu Nachhaltigkeit

Hier die Ergebnisse zur Februarfrage - Governance, Unternehmenserfolg, Nachhaltigkeit:

Ohne gute Unternehmensführung gibt es auf lange Sicht keinen Erfolg. Davon ist die überwiegende Mehrheit des Verbandes der Investment Professionals in Deutschland (DVFA) laut einer Umfrage unter den 1.400 Mitgliedern überzeugt. Auf die Frage: Ist gute Governance oder Unternehmensführung notwendig für den langfristigen Erfolg von Unternehmen? antworteten 69 Prozent der Umfrageteilnehmer mit „stimme zu“, weitere 24 Prozent wählten die Antwort „stimme eher zu“. In den Kommentaren wurde auch darauf hingewiesen, dass gute Unternehmensführung zwar eine notwendige Voraussetzung, jedoch keine Garantie für Erfolg sei.
Klare Verhältnisse gab es auch bei einer weiteren Einschätzung. Befragt nach ihrer Bewertung der Aussage „Governance ist der Schlüssel für eine überzeugende Nachhaltigkeit in Unternehmen“ stimmten beachtliche 85 Prozent zu oder zumindest eher zu. Damit zeigt sich sehr deutlich, dass gute Unternehmensführung bei der Bewertung von Unternehmen nach Ansicht der Investment Professionals in Deutschland von Bedeutung ist, sowohl hinsichtlich des langfristigen Erfolgs als auch der Nachhaltigkeit des Wirtschaftens.

Weniger eindeutig war das Meinungsbild bei der Frage: „Nehmen Nachhaltigkeitsthemen mittlerweile einen ausreichend hohen Stellenwert im regulären Dialog mit den Unternehmen (Roadshows, Capital Market Days,…) ein?“ Mit „Ja“ antworteten 22,2 Prozent der Teilnehmer, 33,2 Prozent mit „eher ja“. Die Antworten „neutral“ und „eher nein“ erhielten jeweils 21,6 Prozent der abgegebenen Stimmen. In den Kommentaren zur Frage wurde darauf hingewiesen, der Dialog werde mit sehr großen Unterschieden und oft als „Pro-Forma-Muss-Thema“ behandelt, oder ohne konkrete Aussage besprochen.

„Die Umfrage zeigt zunächst ganz klar, welch hohe Bedeutung jene, die sich professionell mit dem Thema Finanzen befassen, guter Unternehmensführung als Schlüssel für Nachhaltigkeit und Unternehmenserfolg beimessen“, sagt Stefan Bielmeier, Vorstandsvorsitzender des DVFA. „Die Ergebnisse zeigen aber auch, dass das Thema Nachhaltigkeit Eingang in den Dialog mit den Unternehmen gefunden hat, der vielleicht an der einen oder anderen Stelle intensiviert werden kann.“

Presse:

Gute Unternehmensführung ist Schlüssel zu Erfolg und Nachhaltigkeit. Institutional Money, 11. Februar 2020