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DVFA Monatsfrage

DVFA - der Verband der Investment Professionals befragt jeden Monat seine Mitglieder zu Themen und Entwicklungen, die in der Finanbranche diskutiert werden.

Die DVFA Monatsfrage wendet sich an die 1.400 Mitglieder des Verbandes und widmet sich Themen, die in der Finanzbranche diskutiert werden. Die Ergebnisse der Umfrage werden regelmäßig an jedem zweiten Dienstag im Monat veröffentlicht.

08. September 2020: DVFA Monatsfrage: Differenziertes Bild der DVFA Investment Professionals zur Zukunft nachhaltiger Geldanlage

DVFA - der Berufsverband der Investment Professionals in Deutschland – hat seine Mitglieder befragt, wie sie die zukünftige Entwicklung nachhaltiger Geldanlage einschätzen. Grundsätzlich wird eine ESG-konforme Geldanlage nahezu einmütig befürwortet, und die Sicht auf das Potenzial ist von Optimismus geprägt. In den Kommentaren zeigt sich jedoch ein differenzierter Blick der Investment Professionals auf die Details und die noch existierenden Unschärfen bei der Festlegung dessen, was unter nachhaltiger Geldanlage zu verstehen sei.

Große Übereinstimmung im Grundsätzlichen

Zunächst halten fast 98 Prozent der DVFA Mitglieder nachhaltige Unternehmensführung für erstrebenswert. Diese eindeutige Mehrheit wurde weiter nach Gründen für ihre Einschätzung befragt. Dabei wurden drei Antworten vorgegeben, warum mit Ja geantwortet wurde, und die Möglichkeit einer freien Eingabe gegeben. 26 Prozent der Befragten sind der Ansicht, nachhaltige Unternehmensführung verstetigte den Unternehmenserfolg. Für 52 Prozent war der Grund für ein Ja, dass das Handeln des Unternehmens auch die Folgen für die kommenden Generationen bedenkt. Bei 12 Prozent gab den Ausschlag, dass sie der Auffassung sind, nachhaltige Unternehmensführung erschwere Fehlentscheidungen. In der freien Eingabe überwog die Ansicht, alle drei angebotenen Antwortoptionen seien zutreffend.

Weiter wurde die Frage gestellt, wie sich der Anteil nachhaltiger Geldanlage am Anlagevolumen in Deutschland von derzeit etwas mehr als fünf Prozent in den kommenden fünf Jahren entwickeln dürfte. Dabei verteilten sich die Einschätzungen auf die vorgegebenen Prozentanteile wie folgt:  Für die Antwort „bis zu 15 Prozent Marktanteil“ entschieden sich 23 Prozent der Befragten. 28 Prozent sehen den Marktanteil bei „bis zu 25 Prozent“, 19 Prozent der Mitglieder sehen den Anteil am Gesamtvolumen bei „bis zu 35 Prozent“. „Bis zu 50 Prozent“ erwarten 16 Prozent der Befragten und „mehr als 50 Prozent“ halten immerhin noch 8 Prozent für realistisch. Allerdings stellen viele der Investment Professionals ihre Einschätzung unter den Vorbehalt, dass eine genaue Definition, was unter nachhaltiger Geldanlage zu verstehen sei, an etlichen Stellen lediglich in Umrissen feststehe.

Mehrheit erwartet besseres Abschneiden

Geteilter Meinung sind die DVFA Mitglieder wenn es um die Frage nach der Performance nachhaltiger Geldanlage geht. Mehr als die Hälfte (56 Prozent) erwarten mittelfristig eine höhere Performance, 44 Prozent eine geringere. Aufschlussreich sind auch die Kommentare. Mehrfach wurde darauf hingewiesen, dass schon allein die höhere Nachfrage nach nachhaltigen Produkten deren Performance treibe. Ebenso wiesen mehrere Befragte darauf hin, dass neben der unmittelbar messbaren preislichen Entwicklung der Produkte, diese einen zusätzlichen Nutzen für die Gesellschaft stifteten und daher selbst bei gleicher Preisentwicklung eine höhere Performance in einer weiter gefassten Perspektive lieferten.

Befragt, wann die Kapitalanlage ihres Arbeitgebers vollständig nachhaltig sein dürfte, meinte mehr als ein Drittel (36 Prozent) der Investment Professionals, dies werde nie der Fall sein. 21 Prozent sind der Auffassung in zehn Jahren werde die Kapitalanlage des Arbeitgebers ausnahmslos nachhaltig sein. 15 Prozent erwarten dies bereits in fünf, 11f Prozent schon in zwei Jahren. Rund 17 Prozent der Arbeitgeber legen kein Geld an.

Hinsichtlich ihrer persönlichen Kapitalanlage in nachhaltige Investments sind die DVFA Mitglieder auf den ersten Blick skeptischer. Mehr als die Hälfte (54 Prozent) erwartet, dass ihre Geldanlage niemals vollständig nachhaltig sein werde. In zehn Jahren sehen das 18 Prozent der Befragten, in fünf Jahren 14 Prozent und bereits in zwei Jahren zwölf Prozent. Die Kommentare geben Aufschluss, wie es zu diesem zunächst überraschenden Meinungsbild kommt.

„Nachhaltige Geldanlage ist angesagt. Das wissen wir alle. Das Momentum aber dieser Entwicklung lässt sich an den Antworten der befragten Investment Professionals gut ablesen“, sagt Stefan Bielmeier, Vorstandsvorsitzender des DVFA. „Und wieder einmal  machen die Antworten und die Kommentare sehr deutlich, wie problembewusst unsere Mitglieder ihre Antworten abwägen und wie informiert die Community mit diesem für die Zukunft wichtigen Thema nachhaltige Geldanlage umgeht.“

Presse

Nachhaltigkeit könnte Selbstläufer werden, zeigt Umfrage. FONDS ONLINE, 9. September 2020.

DVFA sieht differenziertes Bild zur Zukunft nachhaltiger Geldanlage. institutional-money.com, 9. September 2020

Differenziertes Bild der DVFA Investment Professionals zur Zukunft nachhaltiger Geldanlage. Frankfurt Main Finance, 8. September 2020

07. Juli 2020: Goodwill soll linear abgeschrieben werden - Impairment-Tests sollen zusätzlich bleiben

Aktuell gibt es erneut Überlegungen der Rechnungsleger, den Goodwill in den Bilanzen regelmäßig abzuschreiben. Die Corona-Krise wird sich nicht nur wegen der operativ schwierigen Situation vieler Unternehmen negativ auf die GuVs und Cash-Flow-Rechnungen des Jahres 2020 auswirken. Unternehmen, die nach IFRS bilanzieren, dürften in 2020 verstärkt außerplanmäßig Goodwill Abschreibungen auf Firmenwerte durchführen müssen, Dies wird mit entsprechenden zusätzlichen negativen Konsequenzen für deren GuV und damit auch des Eigenkapitals verbunden sein. Aufgrund von Transaktionstätigkeiten ist der Goodwill in den letzten Jahren zu einer bedeutenden Bilanzposition geworden.

Die Investment Professionals des DVFA wurden zur Sachlage und zum Umgang mit Goodwill befragt und befürworten mehrheitlich in der Zukunft eine lineare Abschreibung des Goodwill, erwarten jedoch auch, dass zusätzlich der Impairment-Test beibehalten wird. Die Befürworter des Impairment-Tests fordern jedoch auch eine stärkere Transparenz gegenüber den Investoren und Analysten wie sich die einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (CGU) verhalten.

Den Zeitraum für die Abschreibung des Goodwill sehen 90% der Investment Professionals in einem Zeitraum von nicht länger als zehn Jahren. Dabei verweisen die Befragten auch darauf, dass ggf. eine zwischenzeitliche a.o. Abschreibung notwendig ist, sobald der Wert der übernommenen Vermögensgegenstände deutlich an Wert verliert, z.B. wegen des Verlusts der Technologieführerschaft.

Die eindeutige Mehrheit von 83% der Befragten hält es trotz der linearen Abschreibung für richtig, jährliche Impairment-Tests beizubehalten, um die Werthaltigkeit des Goodwills überprüfen zu können.

Interessanterweise erwarten auch 38% der Befragten, dass die regelmäßige Abschreibung des Goodwill einen Einfluss auf die künftigen M&A-Aktivitäten der Gesellschaften haben wird. Der M&A-Markt sollte deshalb nicht ins Stocken geraten, gleichwohl dürften die Kaufpreise damit künftig weniger aggressiv sein.

Christoph Schlienkamp, Leiter der DVFA Kommission Unternehmensanalyse sagt: „Wie schon in unserer Stellungnahme vom Mai diesen Jahres bekräftigt die aktuelle Umfrage die Position des DVFA zur Wiedereinführung einer planmäßigen Abschreibung von Goodwill. Nur so kann verhindert werden, dass in Zeiten von Krisen keine Verstärkung von Verlustsituationen erfolgt. Wir wünschen uns im Falle von Krisen mehr stabilisierende Elemente in der internationalen Rechnungslegung."

Presse

Goodwill soll linear abgeschrieben werden, Impairment-Tests sollen zusätzlich bleiben - DVFA Kolumne. 4investors.de, 7. Juli 2020

DVFA: Wie Investment Professionale zu Gooodwill-Abschreibungen stehen. institutional-money.com, 7. Juli 2020

03. Juli 2020: DVFA Investment Professionals: Entwicklung bei Wirecard hätte man früher erkennen können

Die Nachrichten rund um Wirecard überschlagen sich seit einigen Tagen und weiten sich auf alle Bereiche des Finanzmarkts, der Aufsicht und der Politik aus. Die DVFA Investment Professionals sind bei einer aktuellen Umfrage mit großer Mehrheit der Meinung, dass man die Entwicklung bei Wirecard frühzeitig hätte sehen können. Bei weiteren Fragen wie zur Aufsicht und zu Auswirkungen auf den Finanzplatz Deutschland gibt es aber unterschiedliche Auffassungen. 75% der Investment Professionals sagen, dass die Entwicklung bei Wirecard frühzeitig, also vor 2020, hätte erkannt werden müssen. Nur 14% sehen dies nicht so. In ihren Kommentaren verweisen die Befragten darauf, dass Wirecard auf alle „Anschuldigungen“ nie vertrauenswürdige Antworten gegeben hat und die Tatsache, dass man sich als Außenstehender auf die Testate der Wirtschaftsprüfer verlassen muss. Insofern hätte man sich mehrheitlich ein konsequenteres Nachhaken der Finanzaufsicht nach immer wieder vorkommenden Presseberichten gewünscht.

Nichtsdestotrotz hält mit 53% knapp mehr als die Hälfte der Befragten die Wertpapier- und Bankenaufsicht prinzipiell für wirksam, 33% hingegen eher nicht. Gleichwohl plädieren die Investment Professionals für eine Schärfung der Aufsicht. Dazu ist es auch notwendig, Mischkonzerne mit „kleiner Bank“ als Ganzes zu regulieren und bei Verdachtsmomenten Fälle stärker zu priorisieren.

Gespalten ist die Meinung zur Frage, ob der Fall Wirecard mit Blick auf die Rolle der Wirtschaftsprüfer ein Einzelfall ist und ein Testat somit eine aus Anlegersicht zuverlässige Bezugsgröße ist - 41% antworteten mit Ja, 47% mit Nein. Ein Testat war in der Vergangenheit eine zuverlässige Bezugsgröße, wobei dieser Sachverhalt gerade von den Marktteilnehmern auf den Prüfstand gestellt wird. Zudem ist die eigene Meinung über ein Anlageobjekt nicht durch ein Testat, Rating oder Nachhaltigkeitssiegel zu ersetzen. Zahlreiche Umfrageteilnehmer sprechen sich zudem dafür aus, die Wirtschaftsprüfungsgesellschaften künftig für die Folgeschäden eines ungerechtfertigten Testats stärker in die Haftung zu nehmen.

Eine Schädigung des Finanzplatzes Deutschland durch den Fall Wirecard sehen 51% als gegeben an, 42% dagegen nicht. Zahlreiche Befragte sehen den Fall Wirecard und seine Komplexität als Einzelfall und gehen davon aus, dass die Finanzaufsicht entsprechend regulatorisch reagieren wird. Irritiert zeigen sich viele Investment Professionals eher gegenüber der Tatsache, dass die Wirecard-Aktie immer noch im DAX notiert und werten dies negativ für den Finanzplatz Deutschland.

Insgesamt verwundert es somit kaum, dass sich mit 57% die Mehrheit der Umfrageteilnehmer dafür ausspricht, die aufsichtsrechtlichen Richtlinien für Finanzunternehmen (inkl. FinTechs) und für börsennotierte Unternehmen zu verändern. 32% sehen hingegen keinen Änderungsbedarf.

Christoph Schlienkamp, Leiter der DVFA Kommission Unternehmensanalyse sagt: „Der Fall Wirecard hat das Vertrauen in den Kapitalmarkt in Deutschland erschüttert. Wirecard war aufsichtsrechtlich ein Hybrid und konnte so lange Zeit unter dem Radar bleiben. Hier gilt es nun die richtigen Schlüsse zu ziehen. Zudem ist es für Analysten nur sehr schwer, gegen ein Testat eines Prüfers zu argumentieren. Die Deutsche Börse sollte nun schnell ihre Regeln ändern und reaktionsfähig werden. Der DAX ist der Vorzeigeindex der deutschen Wirtschaft. Ein Unternehmen wie Wirecard hat darin nichts verloren.“

Presse

Gelegenheit für den reinen Tisch. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 8. Juli 2020, kostenpflichtiger Content

Misstrauen am Finanzplatz München. Handelsblatt, 7. Juli 2020

Wirecard: Entwicklung hätte man früher erkennen können - DVFA Kolumne. 4investors.de, 4. Juli 2020.

DVFA: Entwicklung bei Wirecard hätte man früher erkennen können. institutional-money.com, 3. Juli 2020.

DVFA IP: Entwicklung bei Wirecard hätte man früher erkennen können! BONDGUIDE, 3. Juli 2020

09. Juni 2020: Auswirkungen der Pandemie auf die aktuelle Situation und ein Blick auf die Zukunft von Investment Professionals

DVFA - der Verband der Investment Professionals – befragte seine Mitglieder nach den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf ihre persönliche Arbeitssituation und ihre Einschätzung zu den Veränderungen auf die Finanzbranche. Die Stimmung ist eher gelassen, was auch durch die Erfahrungen aus der letzten Finanzkrise geprägt sein mag.

Home-Office weiter im Trend – Persönlicher Kontakt fehlt

Die Anzahl an Home-Office-Arbeitsplätzen ist auch in der Finanzbranche gestiegen, teilweise wurde komplett nach Hause verlagert, teilweise wird im wechselweisen Teambetrieb in den Häusern gearbeitet. 36% der Investment Professionals arbeiten seit Beginn der Corona-Krise neu im Home-Office, 49% hatten bereits vorher diese Möglichkeit genutzt. Nur 15% nutzen diese Form nicht. Fast die Hälfte (46%) sieht die Arbeit im Home-Office als genauso produktiv an wie das Arbeiten vor Ort, 30% sehen keinen Produktivitätsunterschied. 24% schätzen ihre Arbeit im Home-Office als weniger produktiv ein, dies bedingt auch durch die nicht ausreichenden technischen Voraussetzungen und schlechte Verbindungsqualität.

Der großen Mehrheit der Befragten fehlt der persönliche Kontakt zu Kollegen und Kunden, so antworteten 36% mit ja, 40% mit eher ja. Als alleinige Arbeitsform ist das Home-Office nur für ein knappes Drittel vorstellbar (ja mit 12%, eher ja mit 20%). 38% können sich das eher nicht vorstellen, 30% gar nicht. Die Einsparung von Zeit und Reduzierung von Umweltbelastungen durch Fahrten und Reisen werden in den Kommentaren als positive Effekte dokumentiert.

Für die Zukunft gut aufgestellt

Sorgen um den eigenen Arbeitsplatz durch die Pandemie-Auswirkungen machen sich  90% der Investment Professionals kaum – 51% antworteten hierzu mit nein und 39% mit eher nein. Auch für die Zukunft sehen sich die Befragten für die Finanzbranche gut aufgestellt: 32% sehen sich gut gerüstet, 56% eher gut gerüstet. Eher nicht gut gerüstet sehen sich nur 11%.

Neben fortschreitender  Digitalisierungen weitere Veränderungen in der Finanzbranche

Auf die offene Frage nach zukünftigen Veränderungen in der Branche sehen die Investment Professionals insbesondere die Beschleunigung der Digitalisierung in allen Bereichen. Dies werde zu weniger Büroraum führen und sich beispielsweise auch in den Anforderungen an das Management niederschlagen, da ein anderes Führen erforderlich sein werde. Die einzelnen Mitarbeiter müssten mit mehr Flexibilität und mehr Affinität zu IT aufwarten, da sich die Profile und Arbeitsweisen maßgeblich verändern. Durch die Nutzung der verschiedenen Online-Varianten zur Kommunikation werden persönliche Meetings weiter eingeschränkt werden, allerdings werde damit auch die Wertigkeit des persönlichen Kontakts steigen und gewürdigt werden.

Radikalere Umstellung des Zahlungsverkehrs und weitere Schließungen von Filialen würden folgen. Das Thema Hausbank werde sich durch verschiedene Anbieter entsprechend der verschiedenen Fragestellungen der Kunden mehr oder minder erledigen. Kostendruck und die Notwendigkeit neuer Geschäftsmodelle sowie höheres Risikomanagement werden zunehmen. Die Rolle der Regulatorik, die dem technischen Zeitalter hinterherhinke, sehen die Investment Professionals gerade in Bezug auf Digitalisierung kritisch. Nachhaltigkeit im Allgemeinen und nachhaltige Produkte im Besonderen werden überwiegend als essenziell für die Zukunft gesehen.

„Es war mir wichtig, unsere Mitglieder nach ihrem Befinden zu fragen, denn der persönliche Kontakt mit ihnen und der Austausch in unseren Veranstaltungen und Gesprächen fehlen auch uns. Ihre Einschätzung zur Zukunft der Branche und zu Veränderung der Arbeitsbedingungen und Berufsbilder bilden wichtige Indizien für die Verbandsarbeit. Gerade wurde der DVFA Vorstand bei den Wahlen 2020 bestätigt, und wir werden uns die Detail-Ergebnisse der Befragung anschauen und in die Angebote für unsere Mitglieder und die Arbeit umsetzen.“, sagt Stefan Bielmeier, Vorstandsvorsitzender des DVFA.

Presse

Monatsfrage: Auswirkungen der Pandemie auf die aktuelle Situation und ein Blick auf die Zukunft von Investment Professionals. 4investors.de, 9. Juni 2020

Auswirkungen von Corona auf die Zukunft der Investment Professionals. institutional-money.com, 9. Juni 2020

12. Mai 2020: Virtuelle Hauptversammlungen unter Covid-19-G

DVFA Investment Professionals bewerten die Möglichkeit virtueller Hauptversammlungen pragmatisch und als akzeptable Lösung in der Corona-Sondersituation. Die Aktionärsrechte sehen sie zum größten Teil gewahrt, sind aber skeptisch hinsichtlich der Regelungen zum Fragerecht. Die virtuelle Hauptversammlung als dauerhafte Option für Unternehmen bewerten sie dagegen sehr unterschiedlich. Dies ergab die aktuelle Monatsfrage des DVFA.

Vor dem Hintergrund des aktuell geltenden Versammlungsverbots halten mehr als 72 Prozent der Befragten die Möglichkeit, virtuelle Hauptversammlungen durchzuführen, grundsätzlich für richtig. Weitere 22 Prozent für eher richtig. In ihren Kommentaren verweisen die Investment Professionals darauf, dass die Online-Veranstaltungen ein Kompromiss seien, und vergleichen die virtuelle HV mit den Geisterspielen der Fußball-Bundesliga, die in leeren Stadien durchgeführt werden.

Fragerechtsregelung skeptisch beurteilt – Trend zur „Schön-Wetter-Veranstaltung“

Hinsichtlich der Berücksichtigung der Aktionärsrechte im Allgemeinen sind die Mitglieder des DVFA recht zuversichtlich. Befragt nach ihrer Meinung, ob die Aktionärsrechte, wie sie im Rahmen der virtuellen Hauptversammlung ausgeübt werden können, in ausreichendem Maße geschützt und gewährleistet seien, antworten 32 Prozent mit ja, 37 Prozent mit eher ja. Mit nein antworten lediglich 4 Prozent, 11 Prozent mit eher nein, 16 Prozent sehen dies neutral.

Ganz anders sieht das Meinungsbild bei der Beurteilung des Fragerechts der Aktionäre auf den virtuellen Hauptversammlungen aus. Die Neuregelung gibt Unternehmen die Möglichkeit anzuordnen, dass Fragen bis zwei Tage vor der Hauptversammlung bei der Gesellschaft eingereicht werden müssen. Die Verwaltung entscheidet dann, welche Fragen abschließend beantwortet werden. Befragt, ob sie diese Regelung hinsichtlich der Vereinbarkeit mit den Geboten guter Unternehmensführung und für einen substanziellen Dialog zwischen Eigentümern und Verwaltung für ausreichend halten, antwortet die Mehrheit negativ. 24 Prozent antworteten mit nein, 39 Prozent mit eher nein. Mit ja votierten 8 Prozent, 15 Prozent mit eher ja.

Auch die Kommentare spiegeln dieses Meinungsbild wider. So wird etwa darauf verwiesen, der Regulator müsse die willkürliche Zensur der Fragen unterbinden, oder die Regelungen zum Fragerecht ließen die Veranstaltungen hin zu „Schön-Wetter-Veranstaltungen“ tendieren. Andererseits wird auch argumentiert, dass die Auswahl sachlicher und in den Kontext passender Fragen sinnvoll sei, um zeitraubende „Selbstdarstellungen“ der Redner zu verringern.

Häufigere Anfechtungsklagen erwartet

Befragt, ob sie mit häufigeren Anfechtungsklagen der Hauptversammlungsbeschlüsse rechnen, obwohl der Gesetzgeber Anfechtungen eingeschränkt, aber nicht ausgeschlossen hat, antwortet eine Mehrheit mit oder ja (8 Prozent) oder eher ja (41 Prozent). 37 Prozent stehen dem neutral gegenüber, 11 Prozent rechnen eher nicht damit und nur 3 Prozent erwarten keine häufigeren Anfechtungsklagen. In den Kommentaren heißt es dazu erläuternd, dass durch die schnelle Einführung und kurze Vorbereitungszeit der Regelungen die Wahrscheinlichkeit von Klagen steige. Da die neuen Regelungen wohl nicht in allen Punkten eindeutig seien, werde die Auslegung durch die Gerichtsbarkeit wahrscheinlich.

Virtuelle HV nicht Ersatz sondern Ergänzung

Hinsichtlich der Zukunftsfähigkeit und einer möglichen dauerhaften Einführung virtueller Hauptversammlungen sind die DVFA Mitglieder uneins. 25 Prozent würden die virtuelle Hauptversammlung grundsätzlich als dauerhafte Option für Unternehmen befürworten, gesetzt, dass technische Schwierigkeiten behoben und inhaltliche Nachbesserungen aufgrund der Erfahrungen mit den diesjährigen virtuellen Hauptversammlungen erfolgen. Weitere 27 Prozent würden sie eher befürworten, 11 Prozent stehen dem neutral gegenüber. Andererseits lehnen 17 Prozent die Beibehaltung solcher Hauptversammlungen ab, 20 Prozent lehnen dies eher ab.

Die Befürworter führen in den Kommentaren vor allem die Kostenersparnis durch die virtuelle Durchführung der Hauptversammlung an. Jene, die sie ablehnen, verweisen in Analogie zum Vergleich der virtuellen Hauptversammlung mit Geisterspielen im Fußball darauf, dass ein wichtiges Element fehle: Der Vorstand solle sich den Aktionären auch in Zukunft von Angesicht zu Angesicht stellen. Es gibt aber auch Kommentare, die für eine Kombination von virtueller und/oder Hauptversammlung mit Präsenz votieren, auf der sich Aktionäre zur Hauptversammlung online dazu schalten lassen können, oder die die virtuelle Hauptversammlung als Ergänzung, nicht als Ersatz, der gewohnten Veranstaltung sehen.

„Einmal mehr zeigt sich in den Ergebnissen der aktuellen Umfrage zur virtuellen Hauptversammlung die begrüßenswerte Kombination von lösungsorientiertem Pragmatismus einerseits und der offenen, kritischen Begleitung finanzwirtschaftlicher Innovationen andererseits“, sagt Stefan Bielmeier, Vorstandsvorsitzender des DVFA. „Die Investment Professionals des DVFA sind weit entfernt von einer heute so sehr verbreiteten Bausch-und-Bogen-Mentalität. Unvoreingenommene Analyse und rationale, differenzierte Argumente zeichnen auch diesmal die Haltung unserer Mitglieder aus.“

Presse:

Monatsfrage: Virtuelle Hauptversammlungen unter Covid-19 - DVFA Kolumne. 4investors, 12. Mai 2020

Was die DVFA-Mitglieder von virtuellen Hauptversammlungen halten. Institutional Money, 12. Mai 2020

Hauptversammlungssaison 2020: Der Trend geht zur Schönwetter-Veranstaltung. private banking magazin, 13. Mai 2020

Virtuelle Hauptversammlungen unter Covid-19. goingpublic.de, 13. Mai 2020

07. April 2020: Corona-Krise wird das Wirtschaften nachhaltig verändern

Covid-19 hat eine Pandemie ausgelöst. Die Zahl der Erkrankten steigt, Menschen sterben. In vielen Teilen der Welt und auch in Deutschland ist die Wirtschaft zum Beinahe-Stillstand gezwungen. Nationale Politik und etliche Notenbanken versprechen Wirtschaft und Währung zu unterstützen. Die Investment Professionals des DVFA haben ihre eigene Meinung zu den Maßnahmen, so etwa zu den Maßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB), sogenannten Corona-Bonds und wie sich die Corona-Krise auf das Wirtschaften auswirken könnte.

Weitgehend einig sind sich die Befragten in der Frage, was sie grundsätzlich vom geplanten 750 Milliarden Euro schweren Anleihenkaufprogramm der EZB halten. 49 Prozent halten das Programm für richtig, weitere 29 Prozent für eher richtig. Lediglich 5 Prozent und 8 Prozent halten es für falsch bzw. eher falsch. Bemerkenswert sind die zahlreichen Kommentare der Investment Professionals. Die Befürworter halten den Anleihenkauf für eine wichtige Maßnahme, um Ruhe und Vertrauen zurück in die Kapitalmärkte zu bringen. Andere halten zwar den Umgang mit der Pandemie grundsätzlich für falsch, im Rahmen der durchgeführten Pandemiepolitik aber halten sie den Anleihenkauf für richtig. Wortreicher noch als die Befürworter haben diejenigen sich geäußert, die das Programm ablehnen. Es sei nicht Aufgabe der EZB ständig als Feuerwehr einzuspringen und sämtliche Schulden auf ihre Bücher zu nehmen, die Wirkung sei zu indirekt, statt erneut den Anleihenmarkt zu wählen, sei ein Investment in börsennotierte Aktien zielführend, heißt es in den Kommentaren.

Eingriff in den Aktienmarkt eher nicht – ESM statt Corona-Bonds

Weniger eindeutig ist das Meinungsbild unter den Investment Professionals hinsichtlich der Frage, ob die EZB, angesichts verstärkter Aktivitäten von Shortsellern während der Corona-Krise, auch am Aktienmarkt tätig werden solle. Die größte Gruppe hält dies für falsch (26 Prozent) und weitere 23 Prozent halten dies für eher falsch. Immerhin 19 Prozent sind der Ansicht, Aktivitäten der EZB am Aktienmarkt seien richtig, 17 Prozent für eher richtig. In den Kommentaren sprechen sich die Befragten für freie Preisbildung aus, die sie durch einen Eingriff der Notenbank gefährdet sehen. Short- wie Longseller gehörten eben zum Markt, allerdings gehöre Marktmanipulation verboten, Shortselling gehöre in Extremphasen verboten, sei aber Sache der Finanzaufsicht, nicht der EZB.

Befragt, was sie davon halten, sogenannte Corona-Bonds, also gemeinsame Anleihen der Euro-Länder, zu begeben, äußerten sich die meisten ablehnend und hielten es für falsch oder eher falsch (30 bzw. 23 Prozent). Immerhin 15 Prozent befürworten Corona-Bonds als richtig, weitere 21 Prozent als eher richtig. Die Frage wird auch in den Kommentaren kontrovers verhandelt. Häufig wird auf den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) verwiesen, der die Funktion von Corona-Bonds übernehmen könne und für Situationen, wie wir sie aktuell erleben, entwickelt worden sei. Abgelehnt wird auch unter Verweis auf die ungelösten Haftungsfragen für diese Anleihen. Befürworter halten die Corona-Bonds als Einmalmaßnahme für vertretbar, andere sehen in der Haftungsunion die konsequente Weiterentwicklung der Währungsunion und argumentieren, dass unser Wohlstand zum Teil auch auf dem Wohlstand anderer Nationen beruhe.

Europa braucht kein Helikoptergeld

Die Frage, wie Sie die Idee einschätzen, sogenanntes Helikoptergeld einheitlich im Euro-Raum direkt an Staaten oder Bürger auszuzahlen, um einen Corona-Crash von Handel und Industrie zu vermeiden, erregt die Gemüter der Investment Professionals der DVFA. 33 Prozent der Befragten halten es für falsch, 17 Prozent für eher falsch. Dagegen sind 15 Prozent der Meinung, die Geldverteilung sei richtig, 19 Prozent votieren für eher richtig. 16 Prozent stehen dem neutral gegenüber.

Auch in dieser Frage wurde die Kommentarfunktion eifrig genutzt, ganz überwiegend aber von jenen, die die Geldverteilung ablehnen. Mehrfach wurde darauf hingewiesen, dass in Deutschland und auch in Europa, anders als in den USA, wo dieser Begriff erfunden wurde, soziale Sicherungssysteme die Folgen der Corona-Krise bereits abfedern. Insofern habe eine solche Maßnahme weniger Berechtigung. Ähnlich argumentieren Befragte, wenn sie kommentieren, es läge im aktuellen Fall eine Angebotskrise vor und keine Nachfragekrise, das Problem sei keines mangelnder Liquidität.

De-Globalisierung als Folge der Corona-Krise

Sehr klar ist das Meinungsbild hinsichtlich der These, dass die Corona-Pandemie das Wirtschaften zumindest in einigen wichtigen Bereichen nachhaltig verändern wird, dass beispielsweise lokale statt globale Lieferketten und Lagerhaltung statt möglichst reiner Just-in-Time-Produktion wieder an Bedeutung gewinnen. Mehr als Dreiviertel der Befragten sind entweder der Meinung diese These sei richtig (39 Prozent) oder eher richtig (45 Prozent). Für falsch halten sie 0,5 Prozent, für eher falsch 6,5 Prozent.

Digitalisierung und Infrastrukturausbau könnten Rückenwind bekommen, eine Phase der De-Globalisierung könne folgen, wird kommentiert. Andere erwarten, dass der Staat sich wieder stärker in die Wirtschaft einbringt. Auch die Befürchtung, mit der massiven Einschränkung der Grund- und Freiheitsrechte habe ein irreversibler Strukturbruch im System stattgefunden, wurde geäußert und dass wieder mehr kritische Produktion (Medizin- und Netzwerktechnik, Arzneimittel, Rüstungsgüter) in Europa, möglichst auch in Deutschland gebraucht werde. Andere halten dagegen, dass früher oder später der Kostendruck wieder dazu führe, zum Wirtschaften wie vor der Krise zurückzukehren.

„Die Umfrage unter den Mitgliedern des DVFA zeigt einmal mehr: Grundlegende wirtschaftliche Fragen sind selten einfach und reizen dazu, argumentativ die Klingen zu kreuzen, was die erfreulich aktive Nutzung der Kommentarfunktion zeigt“, sagt Stefan Bielmeier, Vorstandsvorsitzender des DVFA. „Das Meinungsbild der Investment Professionals in Deutschland hat in Sachen Corona-Krise klare Tendenzen, ist aber nicht uniform. Weitgehende Einigkeit herrscht allerdings in dem Punkt, dass nach der Krise nicht einfach weitergeht wie bisher. Die Pandemie stellt auch in der Finanzbranche infrage, was zuvor als selbstverständlich galt.“

Die DVFA Monatsfrage wendet sich an die 1.400 Mitglieder des Verbandes und widmet sich Themen, die in der Finanzbranche diskutiert werden. Die Ergebnisse der Umfrage werden regelmäßig an jedem 2. Dienstag im Monat veröffentlicht.

Presse:

DVFA: Wird die Corona-Krise das Wirtschaften nachhaltig verändern? Institutional Money, 07. April 2020

DVFA-Umfrage: Corona-Krise wird das Wirtschaften nachhaltig verändern. Going Public, 07. April 2020

Corona-Krise wird das Wirtschaften nachhaltig verändern. BONDGUIDE, 07. April 2020

Corona-Krise wird das Wirtschaften nachhaltig verändern. FinanzNachrichten.de, 07. April 2020

Corona-Krise wird das Wirtschaften nachhaltig verändern - DVFA Kolumne. 4investors, 08. April 2020

10. März 2020: EZB Strategieüberprüfung ist richtig – Befragung der Öffentlichkeit aber übertrieben

Die Europäische Zentralbank überprüft ihre Geldpolitik nach rund 17 Jahren erstmalig wieder grundsätzlich und will dies bis Ende 2020 abgeschlossen haben. In der Öffentlichkeit ein umstrittener Zeitplan. Unter den Investment Professionals in Deutschland stößt der Zeitplan auf breite Zustimmung. Bei einzelnen Fragen zur Ausrichtung der Geldpolitik gibt es aber unterschiedliche Auffassungen. Dies ergab die Umfrage der DVFA.

Inflationsziel ohne klares Meinungsbild

Insgesamt halten 89 Prozent der Befragten den Zeitplan für ausreichend (sehr gut, das ist genug Zeit) oder für gut, aber ambitioniert. Befragt nach dem Inflationsziel der Notenbank gehen die Meinungen auseinander. Die größte Gruppe (39 Prozent) sind der Meinung, das Inflationsziel sollte 2 Prozent betragen, verbunden mit einem Toleranzband. Immerhin noch 19 Prozent sind für die Beibehaltung des Inflationsziels von „unter, aber nahe bei 2 Prozent“. 18 Prozent hielten es für richtig, dass die Ziel-Teuerung deutlich unter 2 Prozent gesetzt werden soll, um sich der Teuerung der vergangenen Jahre anzupassen. Immerhin noch 14 Prozent der Befragten sind der Auffassung, es solle symmetrisch bei 2 Prozent liegen, also nach längerer Zeit unter 2 Prozent auch eine gute Weile über diesem Wert liegen dürfen. 10 Prozent halten keinen dieser Vorschläge für angemessen.

Befragt nach ihrer Meinung, wie sie die Überlegung einschätzen, die EZB solle eine Rolle im Kampf gegen den Klimawandel übernehmen und etwa beim Anleihenkaufprogramm Klimaaspekte in die Geldpolitik mit einbeziehen, antworteten 58 Prozent sie hielten diese Überlegungen für falsch oder eher falsch. 42 Prozent dagegen halten diese für richtig oder eher richtig. Erwähnenswert, dass die größte Gruppe (37 Prozent) die eindeutige Meinung vertreten, die Überlegungen seien falsch.

Öffentlichkeit und Politik in Strategiedebatte eher nicht erwünscht

Eindeutiger antworteten die Investment Professionals in Deutschland auf die Frage, was sie von der Einbeziehung von selbst genutztem Wohnraum in die Inflationsmessung halten. 40 Prozent halten das für richtig, weitere 32 Prozent für eher richtig. Lediglich 10 Prozent halten das für falsch, 18 Prozent für eher falsch.

Dagegen lehnt eine deutliche Mehrheit die Einbeziehung der Öffentlichkeit und der Politik in die Debatte um die künftige Strategie der EZB-Politik ab. 35 Prozent halten das für falsch, 29 für eher falsch, nur 14 Prozent würden dies klar befürworten. In den Kommentaren wird mehrfach auf die Unabhängigkeit der Notenbank verwiesen.

Sehr eindeutig äußerten sich die Investment Professionals auf die Frage, was sie vom Bemühen der neuen EZB-Präsidentin Christine Lagarde um eine einheitlicher Kommunikation der EZB-Politik durch die nationalen Notenbank Gouverneure in der Öffentlichkeit halten, wenn im Gegenzug die interne Debattenkultur der EZB gestärkt würde. 39 Prozent halten diese Bemühungen für richtig, 40 Prozent für eher richtig, nur 8 Prozent halten sie für falsch.

„Das Thema geldpolitische Strategie bewegt unsere Mitglieder. Das zeigt die auffallend hohe Zahl der abgegebenen, engagierten aber sehr sachlichen und begründeten Kommentare, die in der Sache die Ergebnisse der Umfrage weitgehend spiegeln“, sagt Stefan Bielmeier, Vorstandsvorsitzender des DVFA. „Die Umfrage belegt, dass eine Diskussion um das Inflationsziel der EZB zu führen ist und dass die Einbeziehung von selbst genutztem Wohnraum bei der Inflationsmessung klar befürwortet wird. Die Ergebnisse der Umfrage zeigen aber vor allem: Die Überprüfung der Strategie der EZB ist an der Zeit.“

Presse

EZB-Strategieüberprüfung richtig, Befragung der Öffentlichkeit nicht. Institutional Money, 10. März 2020.

EZB Strategieüberprüfung ist richtig - Befragung der Öffentlichkeit aber übertrieben - DVFA Kolumne. 4investors.de, 10. März 2020

EZB Strategieüberprüfung ist richtig - Befragung der Öffentlichkeit aber übertrieben - DVFA Kolumne. finanznachrichten.de, 10. März 2020

11. Februar 2020: Gute Unternehmensführung ist Schlüssel zum Erfolg und zu Nachhaltigkeit

Hier die Ergebnisse zur Februarfrage - Governance, Unternehmenserfolg, Nachhaltigkeit:

Ohne gute Unternehmensführung gibt es auf lange Sicht keinen Erfolg. Davon ist die überwiegende Mehrheit des Verbandes der Investment Professionals in Deutschland (DVFA) laut einer Umfrage unter den 1.400 Mitgliedern überzeugt. Auf die Frage: Ist gute Governance oder Unternehmensführung notwendig für den langfristigen Erfolg von Unternehmen? antworteten 69 Prozent der Umfrageteilnehmer mit „stimme zu“, weitere 24 Prozent wählten die Antwort „stimme eher zu“. In den Kommentaren wurde auch darauf hingewiesen, dass gute Unternehmensführung zwar eine notwendige Voraussetzung, jedoch keine Garantie für Erfolg sei.
Klare Verhältnisse gab es auch bei einer weiteren Einschätzung. Befragt nach ihrer Bewertung der Aussage „Governance ist der Schlüssel für eine überzeugende Nachhaltigkeit in Unternehmen“ stimmten beachtliche 85 Prozent zu oder zumindest eher zu. Damit zeigt sich sehr deutlich, dass gute Unternehmensführung bei der Bewertung von Unternehmen nach Ansicht der Investment Professionals in Deutschland von Bedeutung ist, sowohl hinsichtlich des langfristigen Erfolgs als auch der Nachhaltigkeit des Wirtschaftens.

Weniger eindeutig war das Meinungsbild bei der Frage: „Nehmen Nachhaltigkeitsthemen mittlerweile einen ausreichend hohen Stellenwert im regulären Dialog mit den Unternehmen (Roadshows, Capital Market Days,…) ein?“ Mit „Ja“ antworteten 22,2 Prozent der Teilnehmer, 33,2 Prozent mit „eher ja“. Die Antworten „neutral“ und „eher nein“ erhielten jeweils 21,6 Prozent der abgegebenen Stimmen. In den Kommentaren zur Frage wurde darauf hingewiesen, der Dialog werde mit sehr großen Unterschieden und oft als „Pro-Forma-Muss-Thema“ behandelt, oder ohne konkrete Aussage besprochen.

„Die Umfrage zeigt zunächst ganz klar, welch hohe Bedeutung jene, die sich professionell mit dem Thema Finanzen befassen, guter Unternehmensführung als Schlüssel für Nachhaltigkeit und Unternehmenserfolg beimessen“, sagt Stefan Bielmeier, Vorstandsvorsitzender des DVFA. „Die Ergebnisse zeigen aber auch, dass das Thema Nachhaltigkeit Eingang in den Dialog mit den Unternehmen gefunden hat, der vielleicht an der einen oder anderen Stelle intensiviert werden kann.“

Presse:

Gute Unternehmensführung ist Schlüssel zu Erfolg und Nachhaltigkeit. Institutional Money, 11. Februar 2020

Umfrage: Gute Governance ist Basis für Unternehmenserfolg. goingpublic.de, 13. Februar 2020