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DVFA Kommission Unternehmensanalyse

Mission Statement

Die DVFA Kommission Unternehmensanalyse beschäftigt sich mit Themenfeldern, die für die Unternehmensanalyse bedeutend sind, und die für DVFA Mitglieder einen hohen Stellenwert besitzen. Zu den Themenfeldern gehören neben der Rechnungslegung und der Unternehmensbewertung auch Entwicklungen wie Integrated Reporting, Non-Financials & Intangibles, neuere Methoden im Bereich der Corporate Valuation, sowie nicht standardisierte Perfomancedaten z.B. Big Data. Das Gremium versteht sich zum Einen als Think-Tank für die DVFA, der zu einer Weiterentwicklung der Methodik der Unternehmensanalyse beiträgt, zum Anderen aber auch als Interessenvertretung der Anforderungen von DVFA Mitgliedern und Investment Professionals gegenüber Standardsetzern und Gesetzgebern.

Mitglieder der Kommission

Peter-Thilo Hasler, CEFA, stv. Leiter Sphene Capital GmbH
Mark Kahlenberg Scherzer & Co. Aktiengesellschaft
Dr. Bodo Kesselmeyer ANUBO GmbH
Benjamin Kohnke
MainFirst Bank AG
Thorsten Müller, CIIA, CEFA, CeFM Lighthouse Corporate Finance GmbH 
Ralf Müller-Rehbehn, CEFA Evangelische Bank e.G.
Roger Peeters, CEFA, stv. Leiter pfp|ADVISORY GmbH
Volker Sack NORD/LB Norddeutsche Landesbank
Thomas Schießle Equi.TS GmbH
Christoph Schlienkamp, Leiter GS&P Kapitalanlagegesellschaft S.A.
Dr. Carsten Zielke
Zielke Research Consult GmbH
Kay Bommer, Observer DIRK e.V.

09. Juli 2020: DVFA aktualisiert die Guideline Analyst Presentations

DVFA, der Berufsverband der Investment Professionals, hat die Guideline Analyst Presentations aktualisiert. Mit einer grundlegend überarbeiteten Version will der Verband Unternehmen bei der Optimierung ihrer Investor Relations unterstützen.Neu hinzugekommen sind Hinweise zur Verwendung von Action Titles, die für den Leser die Schlüsselaussagen in einer Folie zusammenfassen, die gezielte, proaktive Adressierung systemischer Krisen wie der Covid-19-Pandemie oder die Vorstellung der das Unternehmen begleitenden Finanzanalysten. Auch die Behandlung der Environmental, Social, and Corporate Governance (ESG) soll aus Sicht der DVFA einen höheren Stellenwert erhalten.

Auch wurden sämtliche Praxisbeispiele aktualisiert.

Obwohl üblicherweise als Analystenpräsentation bezeichnet, sind die Adressaten mehr als "nur" Finanzanalysten. Analystenpräsentationen richten sich nicht nur an Anlageexperten der Käuferseite, z.B. Fondsmanager, Vermögensverwalter und Aktienstrategen, sondern auch an die Intermediäre von Anlageentscheidungen wie Ratinganalysten, M&A- und Corporate Finance-Mitarbeiter, Nachhaltigkeitsanalysten, Vermögensverwalter, Berater und – nicht zuletzt – auch Privatanleger.

Download:
DVFA Guideline Analyst Presentations

17. April 2020: DVFA Untersuchung zur Reporting-Qualität: Quartalsmitteilung in aktueller Form als Best-Practise-Ansatz verlässlich

Die DVFA Kommission Unternehmensanalyse hat vor dem Hintergrund veränderter Vorschriften zur reduzierten Form der Quartalsreporting-Pflicht auf europäischer Ebene für die Geschäftsquartale Q1 und Q3 eine Befragung bei in Deutschland tätigen Analystinnen und Analysten durchgeführt, um herauszufinden, ob dadurch den Anforderungen bzw. Informationsbedürfnissen sämtlicher Kapitalmarktteilnehmer – wie Analysten, Anlegern und Emittenten – tatsächlich Rechnung getragen wird. Es lässt sich festhalten, dass sich mit Einführung der neuen Regelungen zur Quartalsmitteilung die Qualität der Quartalsveröffentlichungen bei im Prime Standard gelisteten Emittenten per Saldo verbessert hat. Insofern hat sich die Quartalsmitteilung als Best-Practise-Ansatz, wie in §53 der Börsenordnung (BörsO) formuliert, bewährt.

Eine gewisse Tendenz lässt sich dennoch bei in deutschen Indizes gelisteten Emittenten feststellen, die Reporting-Qualität zu verringern und sich Wettbewerbern auf europäischer Ebene damit anzugleichen. Insbesondere Werte aus Branchen wie Konsumgüter und Einzelhandel oder Finanzwerte scheinen diesbezüglich besonders anfällig zu sein. Nach Unternehmensgrößen fällt auf, dass immerhin bei 20% der DAX-Werte eine Verschlechterung der Reporting-Qualität konstatiert wurde, während Unternehmen aus MDAX und SDAX sich per Saldo eher um Qualitätssteigerungen bemühten. War die Reporting-Qualität in der Vergangenheit bei einigen europäischen Emittenten durch die Veröffentlichung von lediglich Umsatzzahlen vergleichsweise dürftig, dürften sich einige deutsche Emittenten diesen Standards europäischer Werte zumindest annähern.
Die Gründe dafür sind vielschichtig. Während einige Emittenten immer wieder das Kostenargument für ein verringertes Reporting zu Q1 und Q3 in den Vordergrund stellen, was angesichts bereits vorhandener leistungsfähiger Controlling- und Rechnungswesentools für den unterjährigen internen Soll-Ist-Abgleich wenig plausibel erscheint, sind aus Analystensicht wahrscheinlich eher Wettbewerbsgründe zu nennen. Derjenige Emittent, der transparenter berichtet, kann auch besser von seinen Wettbewerbern und vom Kapitalmarkt analysiert werden. Gerade in Krisenzeiten wie aktuell in der Corona-Krise zeigt sich jedoch eindrucksvoll, dass eine umfassende und zeitnahe Kapitalmarktkommunikation der Emittenten zur Erhöhung der Transparenz  als vertrauensbildende Maßnahme für die Kapitalmärkte unverzichtbar ist. 

Der Verband der Investment Professionals beobachtet die aufgezeigte Entwicklung zum Aufweichen bewährter Reportingstandards daher mit großer Sorge und Skepsis. Der DVFA plädiert deshalb weiterhin vehement für die Beibehaltung der Veröffentlichungsstandards nach § 53 der Börsenordnung (BörsO) in der aktuellen und in der Praxis bewährten Form. Sollte die Deutsche Börse eine Änderung der Indexregeln dahingehend beschließen, dass die Zugehörigkeit zum Prime Standard zukünftig keine Voraussetzung für ein Listing in einem der DAX-Indizes mehr sein wird, so hielte der DVFA dies für eine vorstellbare – jedoch nicht präferierte – Vorgehensweise.

Zur vollständigen Untersuchung: DVFA zur Qualität der Quartalsberichterstattung

Presse:

Analystenverband warnt vor mageren Zwischenberichten. Börsen-Zeitung, 17. April 2020

Finanzanalysten schlagen Alarm. Verband DVFA: Ausgerechnet mitten in der Wirtschaftskrise verringern viele Dax-Konzerne die Qualität ihrer Zwischenberichte. Börsen-Zeitung, 17. April 2020 (kostenpflichtiger Content)

DVFA: Aktuelle Quartalsmitteilung als Best-Practise-Ansatz verlässlich. Institutional Money, 17. April 2020

Corporate Reporting

Die DVFA als Sprachrohr von Investment Professionals beteiligt sich seit Jahren aktiv an der Weiterentwicklung der Finanzkommunikation kapitalmarktorientierter Unternehmen. In den Gremien des DVFA e.V. werden Anforderungen und Erwartungen von Investment Professionals an die Berichterstattung von Unternehmen definiert und verdichtet. Dem Bereich Finanzkommunikation kommt die Aufgabe zu, Anforderungen und Erwartungen der Zielgruppen von Investor Relations zu vermitteln und stellt Unternehmen Instrumente wie z.B. Best Practice Guides und Reporting Frameworks oder Inhalte wichtiger Initiativen zur Verfügung und unterstützt sie bei der Analyse der Fremdwahrnehmung von Kapitalmarktteilnehmern.

Die Deutschen Grundsätze für Finanzresearch (DGFR) in ihrer ersten Fassung wurden 2006 veröffentlicht und haben seitdem über viele Jahre als Standard für die Arbeit von Finanzanalysten und Brokern gedient. Mit dem Inkrafttreten der MiFID II am 3. Januar 2018 haben sich jedoch viele gesetzliche und regulatorische Anforderungen an Finanzanalysten und Broker verändert. Die DGFR 2.0 setzen sich, wie schon ihre Vorgängerversion, zusammen aus einem allgemeinen Teil – den Grundsätzen ordnungsmäßigen Finanzresearchs (GoFR) – und einem fachspezifischen Teil – den Mindeststandards für Finanzresearch (MSFR).

Presse: 
DVFA legt Empfehlungen für Non-GAAP-Berichterstattung vor. www.institutional-money.com, 19. November 2018

Guideline Analyst Presentations wurde gemeinsam mit PwC Deutschland entwickelt und beschreibt Best-Practice-Ansätze für die Gestaltung und Distribution von Analystenpräsentationen - einem wichtigen Instrument der IR-Arbeit.

Die Non-GAAP-Earnings-Adjustments sind freiwillig publizierte Anpassungen von Erfolgsgrößen, die an reglementierten Jahresüberschussgrößen ansetzen und diese modifizieren. Für diese Anpassungen gibt es keinen akzeptierten Berichtsstandard, so dass die Ergebnisse für Investment Professionals häufig schwer oder gar nicht zu vergleichen sind. Die Forderungen der DVFA umfassen zwölf Empfehlungen für eine analysten- und investorenorientierte Non-GAAP-Berichterstattung.

Small Cap Reporting Standards basieren auf Informationsbedürfnissen von Investoren und Finanzanalysten und sind dazu konzipiert, mittelständischen Unternehmen die Kommunikation mit Aktien- und auch Anleiheninvestoren zu erleichtern.

Die Standards für Bondkommunikation verstehen sich als Empfehlung: zum einen an Bondemittenten, die schon mit Anleihen im Markt präsent sind, sowie für Debütanten, insbesondere mittelständische Unternehmen, die eine Begebung einer Anleihe planen oder bereits im Prozess der Begebungen sind.

Der Arbeitskreis Corporate Transactions & Valuation der DVFA hat Best-Practice-Empfehlungen zur Unternehmensbewertung erarbeitet, die als Grundlage für die Ermittlung von angemessenen Abfindungen bei "Squeeze-Outs" dienen sollen.