Skip to main navigation Skip to main content
Sie befinden sich hier:

DVFA MiFID II-Arbeitsgruppe

Am 3. Januar 2018  ist die überarbeitete Finanzmarktrichtlinie (MiFID II - Markets in Financial Instruments Directive) in Kraft getreten, die mit tief greifenden Veränderungen für die Zukunft des Research verbunden ist. Europaweit wurde ein neuer rechtlicher Rahmen für das Wertpapiergeschäft vorgegeben. Die neue Finanzmarktlinie hat weit reichende Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von Research.

Ziel der Arbeitsgruppe ist es, diese Auswirkungen und die daraus erwachsenden Konsequenzen für den Kapitalmarkt bzw. den Kapitalmarktzugang zu untersuchen und zu dokumentieren, um öffentlich und gegenüber den Regulatoren Stellung zu beziehen.

Mitglieder

Thorsten Müller, CIIA, CEFA, CeFM, Leiter DVFA e.V., Mitglied des Vorstands
Ingo R. Mainert, Investmentanalyst (DVFA) DVFA e.V., stellvertrender Vorsitzender des Vorstands
Christoph Schlienkamp, Investmentanalyst (DVFA)  DVFA e.V., stellvertretender Vorsitzender des Vorstands

01. März 2022: DVFA Stellungnahme: DVFA setzt sich kritisch mit aktueller EU-Konsultation zum Thema KMU auseinander

  • Deutlich stärkere Berücksichtigung der Investorenseite notwendig
  • Aussetzung oder mindestens deutliche Reduzierung der Kapitalertragsbesteuerung erforderlich
  • Vereinfachung des Market Soundings 
  • Einheitliche Größenklassendefinition für KMU und Wachstumsunternehmen
  • Abwartende Haltung zu SPACs und Mehrfachstimmrechten

Die Kapitalmärkte in der Europäischen Union sind heute im Vergleich zu anderen Wirtschaftsräumen immer noch deutlich weniger entwickelt. Die Konsequenzen hieraus sind weniger Wachstum und damit verbunden eine geringe makroökonomische Widerstandskraft.

Im Rahmen des Aktionsplans für die Kapitalmarktunion aus dem September 2020 ist es weiterhin das Ziel der EU, kleine und mittelgroße Unternehmen (KMU) sowie Wachstumsunternehmen einen verbesserten Kapitalmarktzugang zu verschaffen. Aufgrund dieser Vorgabe hat die EU jetzt eine Konsultation, die am 25. Februar 2022 geschlossen wurde, speziell mit dem Ziel der Vereinfachung des Kapitalmarktzugangs für KMU durchgeführt.

Im Kern der etwa 70 Seiten langen Konsultation geht es um mögliche Anpassungen der MiFID II Regulierung, der Marktmissbrauchsrichtlinie (MAR) sowie um eine Vereinfachung von Wertpapierprospekten. Zusätzlich wurden Fragen rund um die Themen SPACs und Mehrfachstimmrechte im Zusammenhang mit KMU und Wachstumsunternehmen gestellt. 

Der DVFA hat sich als Berufsverband der Investment Professionals im Rahmen der Konsultation klar positioniert. Wir begrüßen weiterhin und uneingeschränkt die Förderung des Kapitalmarktumfeldes für KMU und Wachstumsunternehmen. Allerdings setzt der DVFA die Schwerpunkte deutlich anders als die EU-Kommission. Diese versucht auf Seiten der Emittenten teilweise in sehr detaillierten Fragestellungen Verbesserungspotenziale zu identifizieren, während die Seite der Investoren nur am Rande berücksichtigt wird, erklärt Thorsten Müller, Mitglied des Vorstands des DVFA und Geschäftsführer der Lighthouse Corporate Finance GmbH in Frankfurt.

Der DVFA ist überzeugt, dass der Fokus auf die Emittentenseite und die damit zusammenhängende Regulierung auf der Angebotsseite zu kurz gesprungen ist. Funktionierende Märkte benötigen Liquidität und kontinuierliche Kapitalzuflüsse. Dazu müssen die Rahmenbedingungen der Nachfrageseite, also der Investoren, deutlich stärker berücksichtigt werden. 

Wichtig ist es z. B. den Versicherungssektor wieder für die Anlage in Aktien zu gewinnen. Die Aktienquote der Lebensversicherungen ist in den letzten Jahren in Deutschland von ca. 25 % auf unter 5 % gesunken. Hier liegt offensichtlich eine Überregulierung vor, da insbesondere Lebensversicherer für langfristige Anlagen prädestiniert sind, da ihre bilanziellen Verpflichtungen auch langfristiger Natur sind. Durch zum Teil sehr hohe Anforderungen an die Börsenliquidität jedes einzelnen Aktieninvestments werden KMU häufig als Investment sogar systematisch ausgesteuert, fasst Christoph Schlienkamp, geschäftsführender Vorstand des DVFA und Portfoliomanager bei der GS&P Kapitalanlagegesellschaft die Situation zusammen.

Auch das Thema der steuerlichen Unterstützung wird in der EU-Konsultation nur am Rande gestreift. Dabei haben Länder wie Italien und Frankreich sehr gute Erfahrungen mit der steuerlichen Begünstigung von börsennotierten KMU und Wachstumsunternehmen mit einer angepassten Kapitalertragsbesteuerung gemacht. Hier könnte auch über eine europäische Lösung nachgedacht werden, erläutert Thorsten Müller weiter.

Eine weitere wichtige Unterstützung für Investments in KMU wäre eine deutliche Vereinfachung der Regelungen zur Marktsondierung (Market Sounding gemäß MAR). Häufig weigern sich Fondsmanager an einer Marktsondierung für KMU teilzunehmen, da sie dann als „conflicted“ gelten und aufgrund der Interessenskonflikte in diesem Wert nicht mehr handeln dürfen. Hier wäre es sinnvoll, nach einer ad hoc Meldung durch den Emittenten, dass eine Marktsondierung durchgeführt werden soll, nur noch bereits publizierte Informationen zu verwenden und damit eine Bevorteilung der an der Marktsondierung beteiligten Investoren von vorne herein auszuschließen. Dafür wird den Investoren im Gegenzug auch der weitere Handel in dem Wert erlaubt. Dieses Vorgehen würde das wichtige Instrument der Marktsondierung für KMU deutlich vereinfachen.

Die vom DVFA gemeinsam mit anderen Verbänden geforderte Wiedereinführung des Bundling für KMU bis zu einer Marktkapitalisierung von € 1 Mrd. wurde inzwischen im Rahmen des Capital Markets Recovery Package der EU-Kommission wieder ermöglicht. Das unterstützt der DVFA ausdrücklich. Es zeigt sich jedoch, dass eine schlechte Regulierung, die einmal eingeführt und dann angepasst wurde, vom Markt nicht sofort wieder angenommen wird. Dies ist besonders ärgerlich, da durch MiFID II genau das eintrat, was diverse kapitalmarktorientierte Verbände vorher prognostizierten – weniger Research über KMU und Wachstumsunternehmen, konstatiert Christoph Schlienkamp.

In Zusammenhang mit dem von der EU-Kommission bereits verabschiedeten Capital Markets Recovery Package wäre es aus Sicht des DVFA daher konsequent, börsennotierte KMU und Wachstumsunternehmen einheitlich als Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von bis zu € 1 Mrd. zu definieren. Dies entspräche auch mehr der Einteilung der Märkte von Seiten der Investoren und wäre eine für alle Marktteilnehmer klare Einteilung, meint Thorsten Müller.

Abschließend beschäftigt sich die Konsultation noch mit den Themen SPACs (Special Purpose Acquisition Companies) sowie Mehrfachstimmrechtsaktien. Der DVFA positioniert sich bei beiden Themen eher zurückhaltend. Bei SPACs sehen wir die Gefahr, dass diese klassische Börsengänge zurückdrängen. Bei den Mehrfachstimmrechten halten wir das grundsätzliche Prinzip von Kapitalmärkten (eine Aktie, eine Stimme) für verletzt. Ein ähnliches Konzept verfolgt auch die Vorzugsaktie, die jedoch seit Jahren im deutschen Kapitalmarkt und auch international auf dem Rückzug ist. Für junge Unternehmen kann die Einführung von Mehrfachstimmrechten, da so eine sehr starke Stimmenverwässerung der Gründer durch frühe Finanzierungsrunden abgewendet werden kann, ggf. sinnvoll sein. Dann allerdings mit einer klaren zeitlichen Limitierung (sogenannte Sunset Lösungen) im Falle eines Börsenlistings, meinen Schlienkamp und Müller abschließend.

Presse

DVFA zur aktuellen EU-Konsultation zum Thema KMU. bondguide.de, 01. März 2022

06. Mai 2021: DVFA - Die Zeit ist reif für die Umsetzung der Kapitalmarktunion

DVFA – Der Berufsverband der Investment Professionals legt 7-Punkte-Plan zur Stärkung des Finanzmarktes vor.

Die Europäische Union (EU) hat im Herbst vergangenen Jahres ihren neuen Aktionsplan für eine Kapitalmarktunion veröffentlicht. Durch die Covid-19-Krise ist dieses für die EU zentrale Projekt zur Stärkung des Kapitalmarktes allerdings in den Hintergrund gerückt. Der Fokus lag bislang primär auf staatlicher Unterstützung und Intervention, um die Krise einzudämmen. Nun ist es wieder an der Zeit die Eigenkräfte der Wirtschaft zu stärken. Dafür hat der DVFA e.V. (Deutsche Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management) ein Positionspapier vorgelegt. Er sieht die Notwendigkeit zu verstärkter Kapitalmarktfinanzierung, um die Folgen der Corona-Krise zu überwinden und die Staatshaushalte zu entlasten. Der DVFA begrüßt die Initiative zur Kapitalmarktunion ausdrücklich, insgesamt sieht der Verband die Vorschläge der EU jedoch zu abstrakt formuliert. Deshalb hat der DVFA einen konkreten 7-Punkte-Plan zur Stärkung des Finanzmarktes vorgelegt.

Zum 7-Punkte-Plan gehört u. a. eine Überprüfung der Kapitalanforderungen unter Solvency II und der HGB-Bilanzierung, um höhere Aktienquoten bei Versicherungen zu ermöglichen. Die Experten des DVFA schlagen darüber hinaus eine Stärkung der aktienbasierten Altersvorsorge durch steuerliche Anreize bei Aktieninvestments und Erhöhung der Pauschbeträge vor. Das Paket enthält daneben auch Vorschläge zur stärkeren Kapitalmarktfinanzierung der für die wirtschaftliche Erholung so wichtigen KMUs (kleine und mittelständische Unternehmen).

„Die massive finanzielle Unterstützung über die Staatshaushalte, so wichtig und richtig sie kurzfristig gewesen sein mag, kommt nun an ihre Grenzen,“ erläutert Ingo Ralf Mainert, stellvertretender Vorsitzender des DVFA e.V. „Um diese Krise zu überstehen und wieder auf einen nachhaltigen Wachstumspfad zu gelangen, dürfen wir die Leistungsfähigkeit des Staates nicht überfordern.“ Darüber hinaus ist davon auszugehen, dass der Bankensektor durch eine zu erwartende Insolvenzwelle zeitverzögert belastet und die Kreditvergabefähigkeit tendenziell einschränken werden wird. „Deshalb sollten wir jetzt die Kapitalmärkte in Richtung eines einheitlichen EU-Finanzbinnenmarktes weiterentwickeln, sie stärken und als Motor zur Überwindung der Krise aktiv nutzen“, betont Mainert.

Auch die EU gibt darüber hinaus dem Thema KMU eine sehr hohe Bedeutung. Der DVFA unterstützt diesen Fokus ausdrücklich, sieht hier jedoch deutlichen Handlungsbedarf. Trotz großer Anstrengungen, insbesondere auf der Angebotsseite, ist es in den letzten Jahren nicht gelungen, die Anzahl der Börsengänge im KMU-Segment zu erhöhen. „Deshalb sollte zukünftig verstärkt auf strukturelle Verbesserungen auf der Nachfrageseite gesetzt werden“, hebt Thorsten Müller, Vorstandsmitglied des DVFA, hervor.

Zur vollständigen Stellungnahme

Presse:

DVFA zur Kapitalmarktunion: Nationale Märkte müssen funktionieren. goingpublic.de, 18. Mai 2021
DVFA legt 7‑Punkte-Plan zur Stärkung des Finanzmarktes vor. intelligent-investors.de, 10. Mai 2021
Aus 25 wurden fünf Prozent. Absinken der Aktienquote innerhalb von 20 Jahren. DVFA kritisiert Regulatorik als „in Teilen prohibitiv“. portfolio-institutionell.de, 10. Mai 2021
DVFA mit 7-Punkte-Plan zur Umsetzung der Kapitalmarktunion. cash-online.de, 09. Mai 2021
Kapitalmarktunion: DVFA schlägt 7-Punkte-Plan zur Stärkung des Finanzmarktes vor. frankfurt-main-finance.com, 07. Mai 2021
DVFA: Positionspapier mit 7-Punkte-Plan zur Umsetzung der Kapitalmarkt. institutional-money.com, 07. Mai 2021
Masterplan für langfristige Aktienanlage. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06. Mai 2021
Sieben Vorschläge für eine Kapitalmarktunion. Börsen-Zeitung, 06. Mai 2021

19. Mai 2020: Zur öffentlichen Konsultation MiFID II / MiFIR der Europäischen Kommission

Der DVFA begrüßt es außerordentlich, dass die EU-Regulierer aufgrund der breiten Kritik an MiFID II und MiFIR sich nun mit den Wirkungen dieser Regulierungsmaßnahmen auseinandersetzen und Verbesserungsvorschläge unterbreiten bzw. nach alternativen Lösungsvorschlägen fragen.
Dabei ist es aufgrund der Corona Krise jetzt essenziell, durch einen effizienten Kapitalmarktzugang Beschäftigung zu sichern und zukünftiges Wachstum zu ermöglichen.

Zur Stellungnahme

Detaillierte Antworten zur Konsultation

Presse

DVFA sieht Änderungsbedarf bei Mifid II. private-banking-magazin.de, 22. Mai 2020

07. Mai 2020: DVFA Stellungnahme zum angepassten Vorschlag des BMF zur Transaktionssteuer auf Aktien

Der DVFA fordert mit Nachdruck, die Pläne zur Umsetzung der Finanztransaktionssteuer nicht weiterzuverfolgen.

  • Flickenteppich in der Kapitalmarktregulierung
  • Zusätzliche Belastung der Sozialsysteme durch weniger Eigenvorsorge
  • Gefährdung der Eigenkapitalbeschaffung für Unternehmen 

Zur vollständigen Stellungnahme

Presse:

Stellungnahme zum angepassten Vorschlag des BMF zur Transaktionssteuer auf Aktien - DVFA Kolumne. 4investors, 07. Mai 2020

DVFA Stellungnahme zur Transaktionssteuer auf Aktien. BondGuide, 07. Mai 2020

DVFA zu Aktientransaktionssteuerplänen: "Ordnungspolitischer Fehler". Institutional Money, 07. Mai 2020

15. März 2019: Stellungnahme zu MiFID II und die EU-Finanzmarktverordnung

Die DVFA MiFID II-Arbeitsgruppe hat eine "Stellungnahme  Konsultation des Bundesministeriums der Finanzen zu Erfahrungen und möglichem Änderungsbedarf im Hinblick auf die EU Finanzmarktrichtlinie (MiFID II) und die EU-Finanzmarktverordnung" veröffentlicht.

Zur Stellungnahme