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Kommission Corporate Governance

Die DVFA Kommission Corporate Governance hat sich zum Ziel gesetzt, Best Practice für Corporate Governance in börsennotierten Unternehmen zu fördern. Zu den Aktivitäten der Kommission gehört es, aktuelle Aspekte der Corporate Governance zu thematisieren, Standards zu entwickeln und relevante regulatorische Prozesse mitzugestalten.

Corporate Governance von DAX-Unternehmen verbessert sich – aber noch viel Luft nach oben

Wie gut werden DAX-Unternehmen tatsächlich geführt? Besser als im Vorjahr, zeigt eine aktuelle Auswertung der DVFA. Allerdings: Die Untersuchung hat auch so manche Lücke in der Corporate Governance von Deutschlands Top-Aktiengesellschaften offengelegt.

Corporate Governance, also gute Unternehmensführung, bedeutet nicht nur, sich an Gesetze zu halten, sondern darüber hinaus Anforderungen internationaler Best Practice und breiterer Stakeholder-Gruppen ernst zu nehmen. Die drei deutschen Unternehmen, die das von den DAX30-Konzernen am besten machen, sind: Daimler AG, BASF SE und Deutsche Post AG.

Die Bewertung erfolgte anhand der DVFA Scorecard for Corporate Governance. Mit diesem Instrument lässt sich beurteilen, wie gut ein Unternehmen die Corporate-Governance-Anforderungen erfüllt. Erarbeitet wurde die Scorecard von der Deutschen Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management (DVFA).

Nachdem 2016 erstmals die deutschen DAX-Unternehmen mit Hilfe der Scorecard bewertet wurden, hat die DVFA nun mit Unterstützung durch die vier deutschen Asset Manager Allianz Global Investors, Deutsche Asset Management, Deka Investment und Union Investment eine erneute Untersuchung vorgenommen. Wie im Vorjahr haben dabei zunächst Analysten von IVOX Glass Lewis, einem unabhängigen Beratungsunternehmen für Stimmrechte, die Datenerhebung auf Basis öffentlich verfügbarer Informationen durchgeführt. Die Auswertung der so erstellten Scorecards erfolgte durch die DVFA Kommission Corporate Governance.

Neu war dabei, dass die DAX30-Unternehmen die Ergebnisse vor der Veröffentlichung zum Faktencheck erhielten. Diese Korrekturmöglichkeit wurde von der Mehrzahl der Unternehmen genutzt und hat den Kommissionsmitgliedern geholfen, die von den IVOX-Glass-Lewis-Analysten zusammengetragenen Informationen zu validieren.

„Unsere Untersuchung bestätigt, dass die DVFA Scorecard ein gutes Instrument für die Analyse der Governance-Qualität ist. Es ist ermutigend, dass sich die DAX30-Unternehmen ernsthaft mit der DVFA Scorecard befassen und in Summe ordentlich abschneiden“, kommentiert Michael Schmidt, Leiter der DVFA Kommission Corporate Governance. „Gleichzeitig sieht man aber auch, dass es Spielraum für Verbesserungen gibt.“

Highlights der Auswertung 2017 der DVFA Scorecard for Corporate Governance:

  • Zum Teil deutliche Verbesserungen im Vergleich zu 2016.
  • Kein Unternehmen erreicht auch 2017 das oberste Dezil in der Gesamtanalyse.
  • Elf Unternehmen haben die Grenze von 80% zum Teil sehr deutlich überschritten (Vorjahr: lediglich drei).
  • 15 Unternehmen finden sich in ihrer Gesamtbetrachtung zwischen 70% und 79% wieder (Vorjahr: 17).
  • Vier Unternehmen bleiben mit 58,93% - 69,64% in der letzten Wertungsklasse.
  • Die kapitelweisen Durchschnittswerte bewegen sich zwischen 63,45% (I. Aktionäre & Hauptversammlung) und 81,52% (III. Aufsichtsrat) was eine insgesamt noch deutlich verbesserungswürdige Governance-Qualität nahelegt.
  • 14 Fragen konnten bei allen Unternehmen mit 100% bewertet werden
  • 13 Fragen wurden durchschnittlich mit weniger als 50% bewertet
  • Gespaltenes Bild bei der Frage nach der vorzeitigen Weitergabe der Stimmrechtsweisungen: viele Unternehmen wollen Informationen hierzu künftig in die HV-Dokumente mit aufnehmen, einige sehen eine Weitergabe auch früher als 24 Std. vor der HV unkritisch.
  • Thema Investorendialog: nur neun Unternehmen machen Angaben dazu, ob der Aufsichtsratsvorsitzende mit Investoren zu AR-spezifischen Themen spricht, davon fünf nur teilweise.
  • Angaben zu getrennten Vorsitzungen von Aktionärs- und Arbeitnehmervertretern sind selten zu finden.
  • Über die Onboarding-Prozesse für neue AR-Mitglieder ist wenig bekannt, hierzu sind Ausführungen im Bericht des Aufsichtsrats hilfreich.
  • Eine deutliche Mehrzahl der Unternehmen sollte mehr Transparenz durch Veröffentlichung der Geschäftsordnungen von Vorstand und Aufsichtsrat schaffen, dies ist immer noch selten anzutreffen.
  • Die Bestelldauer des Wirtschaftsprüfers ist vielfach zu lang, teilweise oberhalb von zehn Jahren.

Download:
Gesamtscore Auswertung DAX30 2017 und Methodik

Scorecard for Corporate Governance – Schlüssel zur qualitätsbezogenen Corporate Governance-Analyse der DAX-Unternehmen durch DVFA vorgestellt

Die DVFA Scorecard for Corporate Governance wurde mit den Ergebnissen einer qualitätsbezogenen Analyse zur Corporate Governance der DAX-Unternehmen Ende November 2016 durch die DVFA vorgestellt.

Die DVFA Scorecard wurde als Instrument entwickelt, um Investment Professionals eine qualitative Analyse der unternehmensspezifischen Corporate Governance-Situation sowie einen Vergleich auch unter Einbezug internationaler Standards zu ermöglichen.

Die Datenerhebung für die Kurzanalyse des DAX wurde von IVOX Glass Lewis durchgeführt. Die DVFA bedankt sich bei den Projektinitiatoren Allianz Global Investors, Deka Investments, Deutsche Asset Management und Union Investment für die großzügige finanzielle Unterstützung.

Download:
Qualitätsanalyse der Governance von DAX-Unternehmen

       

   

Disclaimer: Die Projektinitiatoren behalten sich vor, die Performance von Unternehmen in Bezug auf Corporate Governance in einzelnen Punkten, ggf. auch im Gesamt abweichend zur DVFA Kurzanalyse zu beurteilen, und sich in der Kommunikation mit Unternehmen sowie der Ausübung von Stimmrechten dementsprechend zu verhalten.

DVFA Scorecard for Corporate Governance

Die DVFA Scorecard for Corporate Governance ist ein Instrument, mit dem sich Investment Professionals ein gutes Bild über die Corporate Governance Performance eines Unternehmens verschaffen und es mit anderen vergleichen können. Die Scorecard basiert dabei nicht nur auf dem Deutschen Corporate Governance Kodex, sondern berücksichtigt auch internationale Standards.

Eine jüngere Untersuchung, die unter Zuhilfenahme der Scorecard durchgeführt wurde, zeigt sehr deutliche Unterschiede zwischen regelmäßig höherer erklärter und tatsächlicher Governance-Qualität. Diese Diskrepanz verdeutlicht die Notwendigkeit für ein Instrument wie die Scorecard, das diese Informationslücke schließen kann. Um diese qualitativ wichtige Lücke zu schließen, hat die DVFA Corporate Governance Kommission hierzu das Instrument der Scorecard jetzt aktualisiert. Als praxisorientiertes Analysewerkzeug soll sie auch ausländischen Analysten und Investoren die Besonderheiten des deutschen Corporate Governance Systems einschätzen und bewerten helfen.

Update 10. März 2017:

Anlässlich der jüngsten Veränderungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) hat die DVFA Kommission Corporate Governance die DVFA Scorecard for Corporate Governance angepasst und verabschiedet. In die Neufassung sind auch wertvolle Hinweise von Unternehmensvertretern eingeflossen, die sich aufgrund von individuellen Gesprächen mit DAX-Unternehmen ergeben haben.

Die DVFA Kommission wird die Scorecard sämtlichen in den einzelnen DAX-Segmenten vertretenen Unternehmen mit der Bitte zusenden, dass diese für die Diskussion mit Investment Professionals zur Verfügung stehen. Hierfür wäre besonders geeignet, wenn die Unternehmen die Scorecard selbst ausfüllen würden, um die Diskussion mit dem Kapitalmarkt in strukturierter Form zu ermöglichen.

Die Scorecard wird auch in englischer Übersetzung den maßgeblichen Kapitalmarktteilnehmern (Investoren, Proxies, Rating Agencies) zur Verfügung gestellt, um die Akzeptanz auch im internationalen Umfeld maßgeblich zu steigern.

Download:

Deutsch

DVFA Scorecard for Corporate Governance - Excel-Version

DVFA Scorecard for Corporate Governance - Broschüre

Englisch

DVFA Scorecard for Corporate Governance - Excel-Version - in English

Mitglieder der Kommission

Prof. Dr. Alexander Bassen, stv. Leiter Universität Hamburg Hamburg
Ralf Frank DVFA e.V. Frankfurt
Dr. Alexander Juschus IVOX Glass Lewis GmbH Karlsruhe
Susana Penarrubia Fraguas, CFA Deutsche Asset Management Investment GmbH Frankfurt
Prof. Dr. Julia Redenius-Hövermann, LL. M. Frankfurt School of Finance & Management gGmbH Frankfurt
Isabel Reuss Allianz Global Investors Europe GmbH Frankfurt
Hendrik Schmidt Deutsche Asset Management Investment GmbH Frankfurt
Michael Schmidt, CFA, Leiter Deka Investment GmbH Frankfurt
Prof. Christian Strenger, stv. Leiter Deutsche Asset Management Investment GmbH Frankfurt
Ingo Speich, CFA Union Investment Privatfonds GmbH Frankfurt

Leitsätze für den Dialog zwischen Investor und Aufsichtsrat

Um den Dialog zwischen institutionellen Investoren und Aufsichtsräten so fruchtbar wie möglich zu gestalten, hat die Initiative "Developing Shareholder Communication" acht Leitsätze formuliert. Diese richten sich an Investoren und an die in Deutschland börsennotierten Unternehmen mit Aufsichtsrat.

Die Leitsätze zum Dialog zwischen Investor und Aufsichtsrat sollen eine praktische Orientierungshilfe hinsichtlich der Themen, der Beteiligten und der Ausgestaltung eines solchen Dialogs bieten und zugleich Leitplanken für die Kommunikation börsennotierter Unternehmen setzen. Darüber hinaus sollen sie zur Verbreitung guter Dialogformen beitragen.

Gemeinsame Zielsetzung der Initiative war es, orientierungsgebende und aus der Praxis abgeleitete Leitsätze innerhalb der geltenden regulatorischen Rahmenbedingungen in Deutschland zu entwickeln. Neben der federführenden Arbeitsgruppe, die mit Unternehmens- und Investorenvertretern sowie Wissenschaftlern besetzt war, wurde die Initiative beratend von einer Stakeholder-Gruppe begleitet, in der auch Repräsentanten der Regulatoren sowie ausgewählter Verbände und Organisationen vertreten waren. Die DVFA war an der Initiative beteiligt.