Skip to main navigation Skip to main content
Sie befinden sich hier:

DVFA-Rating Standards

Angesichts der zunehmende Bedeutung von Ratings und des Aufkommens neuer Marktakteure hat die DVFA bereits im Jahre 2000 eine unabhängige Kommission zur Erarbeitung von "Rating Standards" ins Leben zu rufen. Die erste Fassung der DVFA-Rating Standards wurde 2001 veröffentlicht.

Bei der Entwicklung der Standards stand die zurzeit verstärkt diskutierte Forderung nach mehr Transparenz im Vordergrund. Nicht die Kontrolle oder Bewertung von Ratingverfahren und Rating-Agenturen werden angestrebt, sondern vielmehr sollen Transparenzstandards formuliert werden. Die Standards stellen dazu einen Katalog von Informationen zusammen, der es Unternehmen und Finanzmarktteilnehmern erlaubt, Methode und Aussage der Ratingverfahren einzuschätzen und nachzuvollziehen. Die Rating-Ersteller können mit Hilfe der Standards entscheidungsrelevante Informationen offenlegen, um die Ratingergebnisse vergleichbar zu machen.

Einige Fragen aus dem Katalog der DVFA-Standards verdeutlichen die Anforderungen: Aus welchen Quellen stammen die Informationen, die Grundlage für das Ratingsystem sind? In welchem Maße sind Ratingunternehmen und beurteiltes Unternehmen am Ratingprozess beteiligt? Welche Ausfallraten sind mit den einzelnen Ratingklassen der verwendeten Skala in der Vergangenheit verbunden gewesen? Veröffentlicht das Ratingunternehmen regelmäßig Angaben zur Güte seiner Ratingergebnisse?

Im Zuge der Überarbeitung 2006 wurden die Standards ins Englische übersetzt und auf weitere Ratingverfahren bzw. -objekte, z.B. das Fondsrating, ausgeweitet, nachdem ursprünglich nur das Kreditrating als Unternehmensrating adressiert war.

Die Kommission hat die Rating Standards im Sommer 2012 überprüft und ist zu dem Ergebnis gelangt, dass sie keiner grundsätzlichen Überarbeitung bedürfen und weiterhin aktuell sind. Die DVFA wird sie mit kleinen Änderungen weiterhin als gültigen DVFA-Standard führen.

Arbeitskreis 1: Ratingrelevante Aspekte der Mezzanine-Finanzierung

Die Arbeit des Arbeitskreises 1 verfolgt das Ziel, Empfehlungen zu erarbeiten, wie hybride Finanzierungsinstrumente im Rahmen der Bilanz und des Bilanzratings behandelt werden sollten.

Das Angebot an mezzaninen Finanzierungen in Deutschland und Europa hat in den letzten Jahren sowohl im Hinblick auf das Volumen als auch auf die Vielfalt der Erscheinungsformen deutlich zugenommen. Mit der Erweiterung des Angebotsspektrums und den unterschiedlichen individuellen Ausgestaltungen geht die Gefahr einer mangelnden Markttransparenz einher. Zum einen haben die kapitalaufnehmenden Unternehmen hohe Such- und Informationskosten, um das richtige Angebot zu finden. Zum anderen dürfte - insbesondere bei den verbrieften Varianten - das unübersichtliche Angebot auch das Interesse potenzieller Investoren am Kapitalmarkt dämpfen.

In einem ersten Schritt werden deshalb vom Arbeitskreis am Beispiel von Genussrechtsvereinbarungen ein Kriterienkatalog und eine Kriterienmatrix erarbeitet, die den Finanzmarktteilnehmern (z.B. als zusätzliche Anhangangabe zu den bilanzierten hybriden Finanzierungsinstrumenten) die Beurteilung der Eigenkapitalähnlichkeit ermöglichen.

In einem zweiten Schritt ist dann zu analysieren, wie sich mezzanine Finanzierungen auf das Ergebnis von Bilanzratings auswirken. Auf der Basis von Modellrechnungen wird dabei zunächst untersucht, wie verschiedene Ratingsysteme auf unterschiedliche Ausstattungen mit wirtschaftlichem Eigenkapital reagieren. Im Rahmen einer verfeinerten Sensitivitätsanalyse ist dann zu prüfen, ob und unter welchen Bedingungen eine Umbuchung von Fremdkapital in mezzanines Kapital z.B. bei einem Unternehmen, das auf der "Kippe" zwischen Speculative- und Investment-Grade steht, zu einem Upgrade führen kann.

Download:
Mezzanine Finanzierungsformen und Bilanzratingfileadmin/downloads/Publikationen/Standards/schriftenreihe_05_2007.pdf