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Non-GAAP-Earnings-Adjustments

Non-GAAP-Earnings-Adjustments sind freiwillig publizierte Anpassungen von Erfolgsgrößen, die an reglementierten Jahresüberschussgrößen ansetzen und diese modifizieren. Für diese Anpassungen gibt es keinen akzeptierten Berichtstandard, so dass die Ergebnisse für Investment Professionals häufig schwer, wenn nicht gar nicht zu vergleichen sind.

Die DVFA, PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und die Universität Hamburg haben Empfehlungen zu Non-GAAP-Earnings-Adjustments erarbeitet. Die Forderungen umfassen zwölf Empfehlungen für eine investorenorientierte Non-GAAP-Berichterstattung. Ein Großteil der Empfehlungen befassen sich mit dem Umgang mit Non-Recurring Items, in geringerem Maße mit der angepassten Ergebnisgröße per se.

DVFA/PwC-Umfrage zu Non-GAAP-Earnings

Um eine Einschätzung erfahrener Finanzanalysten und Fondsmanager hinsichtlich der Wichtigkeit der Empfehlungen zu bekommen, führten die DVFA und PwC eine Befragung durch. Mehr als 80 Finanzanalysten und Fondsmanager haben sich an der gemeinsamen Umfrage zu den so genannten Non-GAAP-Ergebnisbereinigungen beteiligt. Unter der Leitung von Prof. Dr. Alexander Bassen, Universität Hamburg, wurden die Investment Professionals befragt, wie sie die derzeitige Praxis der Unternehmen beim Ausweis und bei der Berichterstattung von Ergebnisgrößen wie EBIT und EBITDA beurteilen, die nicht über Rechnungslegungsstandards (GAAP) geregelt werden.

Die DVFA/PwC-Umfrage zu Non-GAAP-Earnings ergab, dass Finanzanalysten und Fondsmanager generell mit der derzeitigen Praxis der Berichterstattung von Unternehmen ‚nicht’ bzw. ‚eher nicht zufrieden’ sind. Dabei geben über 95 % der Teilnehmer der Umfrage an, dass der Ausweis von nachvollziehbaren Ergebnisgrößen für sie sehr wichtig ist.

Anders als bei der Berichterstattung heute üblich, erwarten 98,5 % der befragten Investoren und Analysten, dass Unternehmen die Basis ihrer Ergebnisbereinigung aufgrund nicht-wiederkehrender Posten völlig offen legen, nämlich das direkt aus dem Abschluss ableitbare EBIT und EBITDA. Dass Non-GAAP-Elemente grundsätzlich aus dem Rechnungswesen des Unternehmens hergeleitet werden, z. Bsp. aus dem Konzernabschluss, und auf keinen Fall einer „kreativen Gestaltung“ unterliegen sollten, befinden 97 % der Befragten.

Hinsichtlich des Ausweises von Einmaleffekten erwarten 85,1 % der Teilnehmer von Unternehmen, dass Erträge und Aufwendungen nur dann als nicht wiederkehrend, selten oder außergewöhnlich klassifiziert werden, wenn das auslösende Ereignis in den nächsten zwei Jahren erwartungsgemäß nicht wieder auftritt bzw. in den vorhergegangenen zwei Jahren nicht schon einmal aufgetreten ist (angelehnt an die Anforderungen in den USA).

Neben dem Fehlen eines verbindlichen Rechnungslegungsstandards bemängeln die Experten immer wieder, dass Unternehmen die Möglichkeit der Bereinigung von Ergebnisgrößen taktisch für „bilanzkosmetische Zwecke“ einsetzen. So birgt eine weitgehend beliebig gestaltbare Praxis der Ergebnisbereinigung durchaus die Gefahr, als schlechte Corporate Governance wahrgenommen zu werden.

"Die Ergebnisse der Umfrage zeigen deutlich, wie wichtig es für Investoren ist,  dass die Praxis im Umgang mit nicht wiederkehrenden und nicht-betrieblichen Unternehmensergebnissen im Interesse von Transparenz und Glaubwürdigkeit geregelt werden muss. Wir benötigen hier klare Standards", sagt DVFA-Vorstandsvorsitzender Stefan Bielmeier.

Die DVFA, PwC Deutschland und die Universität Hamburg haben nun auf den Bedarf nach einer Verbesserung der Non-GAAP-Berichterstattung und Anpassungspraxis reagiert, in dem sie gemeinsam die "Richtlinie Non-GAAP-Earnings-Adjustments" herausgegeben haben. In Form von zwölf Empfehlungen werden die wichtigsten Verbesserungsoptionen im Weiteren geäußert. Zu jeder Empfehlung wird der Zustimmungsgrad  aus der Umfrage mit Investoren und Analysten mitgeliefert. Die Richtlinie enthält zudem gute Praxisbeispiele aus den Geschäftsberichten europäischer Emittenten.

„Es besteht dringender Bedarf, dass Unternehmen auch bei Ergebnisgrößen, die nicht über Standards geregelt sind, wahrhaftig berichten und den "true and fair view" der IFRS anwenden. Unsere gemeinsam herausgegebene Richtline wird Unternehmen Orientierung dabei geben, bei Ergebnisanpassungen den Marktanforderungen gerecht zu werden“, kommentiert Armin Slotta, Leiter Capital Markets & Accounting Advisory Services bei PwC Deutschland.