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Europäische Kapitalmarktprofis weiter zurückhaltend bei der Nutzung von Social Media

Europäische Investment Professionals sind weiterhin zurückhaltend bei der Nutzung von Social Media, dennoch erwarten sie, dass Social Media zukünftig für die Informationsverbreitung und den Dialog an Bedeutung gewinnen werden.

Laut der Umfrage "Social Media Survey 2015", die von der DVFA und dem IR Club gemeinsam durchgeführt wurde, erachten 50 % der befragten Analysten und Investoren Social Media als zumindest teilweise wichtig, während 94 % dieses Urteil für die Webseiten von Wirtschaftsmedien abgeben.

"Die Mehrheit der Befragten ist unverändert skeptisch, was die Bedeutung und Zuverlässigkeit der Informationen auf Social Media Plattformen betrifft. Man kann aus den Ergebnissen unserer Studie aber ablesen, dass die Vorbehalte langsam abgebaut werden", sagte Patrick Kiss, Gründer des IR Clubs, der Online-Community für Investor Relations. „Es dauert in Europa mit der Etablierung von Social Media im Kapitalmarktumfeld wohl etwas länger als einst erwartet.“

Ralf Frank, Geschäftsführer der DVFA, fügte hinzu: "Die von uns befragten europäischen Investmentprofis erwarten zukünftig eine höhere Bedeutung von Social Media bei Investmententscheidungen. Die bevorzugten Social Networking-Kanäle sind klar Xing und LinkedIn. Letztere haben seit unserer ersten Erhebung 2011 stark aufgeholt und liegen nun gleichauf mit dem deutschen Kontaktnetzwerk."

Schwerpunkt der Untersuchung war die Einstellung von Kapitalmarktprofis gegenüber traditionellen, Online- und sozialen Medien (wie Twitter, Facebook, Xing, LinkedIn, YouTube und SlideShare); gleichzeitig wurde das Nutzungsverhalten dieser Zielgruppe abgefragt.

Wenn Unternehmen soziale Medien nutzen, um mit der Investment-Community in den Dialog zu treten, würde ihnen die Mehrheit (61 %) in die Social-Media-Welt folgen. 52 % der Teilnehmer erwarten diesen Schritt von Unternehmen bisher aber nicht.

Weitere Ergebnisse:

-  Eigene Beiträgen werden eher in Social Media als in Diskussionsboards oder in Blogs verfasst

-  43 % der Befragten wurden durch Blogs dazu motiviert, weitere Recherchen zu einem Thema zu machen

-  96 % der europäischen Investment Professionals betrachten die Unternehmenswebsite als nützliche Informationsquelle

-  LinkedIn ist für knapp jeden dritten Umfrageteilnehmer der Social Media Kanal, den Unternehmen für die Kommunikation nutzen sollten

-  Sollte der persönliche Direktkontakt nicht möglich sein, bevorzugen 73 % der Befragten den Dialog per E-Mail und 21 % per Telefon

Über die Umfrage

1700 europäische Kapitalmarktprofis wurden per E-Mail zur Teilnahme an der Online-Befragung eingeladen, die vom 16. Juli bis 31. August 2015 stattfand. 121 Teilnehmer haben die 16 Fragen der Studie komplett beantwortet. Dies entspricht einer Rücklaufquote von 7,1 %. Die meisten Teilnehmer sind Analysten (35 %), gefolgt von Investoren (28 %) und einer Gruppe mit unterschiedlichen Verantwortungsbereichen (25 %).

DVFA - Deutsche Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management 

Der DVFA e.V. ist die Standesorganisation aller Investment Professionals in den deutschen Finanz- und Kapitalmärkten. Unsere 1.400 Mitglieder repräsentieren die Vielfalt des Investment- und Risikomanagements in Deutschland. Wir engagieren uns für die Professionalisierung des Investment-Berufsstandes, erarbeiten Standards und fördern den Finance-Nachwuchs. Unser Netzwerk bringt Praktiker und Theoretiker sämtlicher Investmentdisziplinen unter dem DVFA Dach zusammen.

Der Verband ist international verankert. Er ist Mitglied von EFFAS - European Federation of Financial Analysts Societies mit über 17.000 Investment Professionals europaweit, und auch Mitglied bei der ACIIA - Association of Certified International Investment Analysts, einem Netzwerk mit 100.000 Investment Professionals weltweit.

IR Club - Die Investor Relations Community

Der IR Club stellt die Zusammenführung von Investor Relations und Social Media dar: Die Online-Community für IR-Spezialisten. Eines der wesentlichen Ziele des IR Clubs ist die Förderung des Networkings, der Kommunikation, des Austauschs und des Wissenstransfers unter Investor-Relations-Experten. Der IR Club ist mit über 1.100 Mitgliedern eine der größten IR-Vereinigungen weltweit.

Download:
Auswertung Social Media Survey 2015

Deutsche Investment Professionals halten höheren Anteil beim Fixgehalt der DAX-30 CEOs für angemessen und wünschen sich gleichzeitig eine stärkere Kopplung von der Vergütung an den langfristigen Erfolg

Wie schätzen Investment Professionals die Zusammensetzung und Höhe der Vergütung von DAX-30 CEOs ein und welche Sanktionen halten die Befragten für vorstellbar im Falle der Nichterfüllung von Ergebnisvorgaben? Das fragt eine Studie zur Vergütungspraxis im Top-Management.

Die DVFA hat in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern des IUC Institut für Unternehmensrechnung und Controlling, Universität Bern, und der Frankfurt School of Finance & Management bei deutschen Investment Professionals eine Studie zur optimalen Vergütung der Top-Manager bei DAX-30 Unternehmen erstellt.

Die Studie wurde von Prof. Dr. Markus C. Arnold und Dr. Robert Grasser vom IUC Bern sowie Prof. Dr. Martin Artz, Frankfurt School of Finance & Management, geleitet. Grundlage der Untersuchung ist eine repräsentative Umfrage von 128 Investment Professionals (mehrheitlich Finanzanalysten und Fonds-/Assetmanager), welche eine durchschnittliche Berufserfahrung von 19 Jahren aufweisen.

Die befragten Investment Professionals wünschen sich weniger variable Vergütungsbestandteile und einen größeren Anteil des Fixgehalts, als dies in der Vergütungspraxis im Moment der Fall ist. So präferieren die befragten Teilnehmer, dass ca. die Hälfte der Gesamtvergütung fix sein sollte. Momentan liegt dieser Wert bei den DAX-30 CEOs bei unter 30%. Bei der variablen Vergütung wird eine stärkere Verschiebung hin zu langfristig orientierten Vergütungsbestandteilen gewünscht.

94% halten eine Umwandlung von variabler Vergütung in Aktien anstelle einer Barauszahlung generell für wünschenswert. Rund die Hälfte nennt hierzu einen erheblichen Anteil von mehr als 40%.

Download
Studie optimale Vergütung von DAX-Vorständen

DVFA-Blitzumfrage zu Reporting-Anforderungen: Knapp 50% der Investment Professionals befürworten "abgespeckte" Versionen von Quartalsberichten

Die überwiegende Mehrheit (87,5%) der Investment Professionals in Deutschland hält Quartalsberichte für unerlässlich. Im Hinblick auf deren Umfang und Ausgestaltung gibt es jedoch Verbesserungspotenzial - dies zeigt eine aktuelle Blitzumfrage der DVFA.

Sinn und Unsinn strukturierter Quartalsberichte sind ein viel diskutiertes Thema im Kapitalmarkt – zurzeit sind Unternehmen im Prime Standard der Deutschen Börse zu deren Erstellung verpflichtet.

Die Ergebnisse der DVFA-Blitzumfrage im Detail:

  • 49,3% meinen, Quartalsberichte sind unerlässlich, allerdings würde eine "abgespeckte" Version völlig ausreichen. Die heutigen Quartalsberichte sind zu umfangreich.
  • 38,2% der Befragten halten Quartalsberichte für eine unabdingbare Voraussetzung für eine fundierte Unternehmensbewertung.
  • 5,1% meinen, Quartalsberichte sind schädlich, da sie zu unnötigen Umschichtungen im Portfolio verleiten und damit einer langfristigen Orientierung im Wege stehen.
  • 4,4% halten Quartalsberichte für überflüssig. Der Aufwand ihrer Erstellung ist nicht zu rechtfertigen.

Durch freie Kommentare haben viele Teilnehmer der Umfrage Ihre Meinung noch konkretisiert. Mehrfach kam der Vorschlag auf, man solle Quartalsberichte auf wenige Seiten mit wirklich relevanten Informationen konzentrieren, diese Zahlen lägen ja in den Unternehmen sowieso vor. Dies grenze auch den Aufwand für die Berichtserstellung ein.

Dies ist für die DVFA Anlass, gemeinsam mit dem DIRK – Deutscher Investor Relations Verband, in einem Anschlussprojekt gemeinsam zu eruieren, welche Informationen in Quartalsberichten für Investoren relevant, und damit in einer "abgespeckten" Version unerlässlich sind. Die beiden Verbände sehen die Chance für einen Dialog zwischen allen Beteiligten, sich auf einen gemeinsamen Bestand an Berichtselementen in Quartalsberichten zu verständigen.

Ziel ist es, Emittenten die Möglichkeit zu geben, in einer auf die Anforderungen ihrer Zielgruppen angepassten Form quartalsweise zu berichten. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass einige Investoren durchaus ein Reporting in der gegenwärtigen Form befürworten, sollen Emittenten selbstverständlich aber auch weiterhin in dem umfangreichen Format der Prime Standard-Anforderungen berichten dürfen. Es ist zu beobachten, dass der völlige Wegfall von Quartalsberichten tendenziell zu einem Intransparenz-Abschlag führt. Auf der anderen Seite hat sich das Format der deutlich konzentrierteren Interim Management Statements – wie es z.B. in UK gängige Praxis ist – international bewährt. Selbst die Pflicht zur Abgabe der Letzteren soll nach der jüngsten Novelle der Transparenzrichtlinie EU-weit abgeschafft werden.

Kay Bommer, Geschäftsführer des DIRK, meint "Der Köder muss dem Fisch schmecken, und nicht dem Angler. Wenn Investoren anstelle eines Information Overflow eine kürzere, aber dafür auf das Wesentliche konzentrierte Form der quartalsweisen Berichterstattung wünschen, werden sich die Emittenten dem nicht verwehren. Ein ‚abgespecktes‘ Quartalsreporting würde nicht nur den Weg freimachen für eine längerfristige, am Geschäftsmodell der Emittenten orientierten Perspektive – im Gegensatz zu der gegenwärtigen häufig kurzfristig profitorientierten Sichtweise – sondern auch zu einer Harmonisierung der Quartalsberichtserstattung innerhalb der EU führen."

Ralf Frank, Generalsekretär DVFA, sieht Quartalsberichte im Zusammenhang mit funktionierender Investor Relations-Arbeit: "Die unterjährige Berichterstattung von Unternehmen an Investoren und Finanzanalysten ist ohne Alternative. Allerdings sollten nur materielle und relevante Informationen geliefert werden, die einen echten Mehrwert für diese Zielgruppen liefern. Die gegenwärtige Praxis scheint dieser Anforderung nicht gerecht zu werden, und der Reporting-Aufwand stellt - gerade auch für kleinere Unternehmen - eine große Belastung dar."

Download:
Auswertung Blitzumfrage Quartalsberichte

DVFA-Blitzumfrage: "Millionengehälter für Angestellte, die kein Risiko tragen." DVFA-Mitglieder über die Kompensationspraxis britischer Banken

In den vergangenen Tagen wurde in den Medien kommuniziert, dass britische Großbanken ihren Mitarbeitern höhere Vergütungen ausschütten werden. Dazu hat die DVFA eine Blitzumfrage bei fast 350 Investment Professionals durchgeführt. Wenn das Dekret aus Brüssel verfügt, dass der individuelle Bonus nicht das Doppelte des Fixums überschreiten darf, dann wird die Gehaltserhöhung zukünftig eher über Zulagen und Zusatzleistungen bewerkstelligt werden. Das scheint sich als Praxis in Großbritannien bereits etabliert zu haben.

  • 49,1 % stimmten der Meinung zu, dass es "perfide" sei, dass die britischen Banken so wenig aus der Krise gelernt haben, und sich anscheinend überhaupt nicht darum kümmern, wie sehr die Reputation von Bankern in der öffentlichen Wahrnehmung gelitten hat. Die Gesetzgeber müssten dem Rechnung tragen und an der Regulierung nacharbeiten.
  • 24,1 % waren der Meinung, dass Investment Banking ein "war for talents" sei: Wer die beste Mannschaft haben will, müsse sich notgedrungen an den Märkten wie z.B. USA orientieren, in denen exorbitante Gehälter im Investmentbanking bezahlt werden. Im Banking werden hohe Gehälter für überdurchschnittlich harte Arbeitseinsätze bezahlt, die es in dieser Form nur in wenigen Branchen gibt.
  • Eine Minderheit von 6,4 % Prozent sah die Entwicklung unkritisch und bestätigte, dass das fortwährende Thema "Vertrauenskrise" in der Bevölkerung als Farce aufgenommen werde. De facto zählten große Geschäftsbanken zu den größten Netto-Steuerzahlern (solange sie nicht unter dem "Schirm" stünden). Das könne sich nicht der Öffentlichkeit erschließen, sei aber trotzdem ein Faktum.

Mehr als 20 Prozent gaben freie Kommentare ab, hier eine Auswahl:

  • "Rückbesinnung auf allgemeine Rechtsgrundsätze: Treu und Glauben, gute Sitten, Verhältnismäßigkeit"
  • "Wenn man hohe Risiken angeht und dafür hohe Gehälter bekommt (wenn es gut läuft), ist es ok. Auch europäische Banken müssen wettbewerbsfähige Gehälter zahlen können."
  • "Die Gesetzgeber kommen mit undurchdachten Schnellschüssen um die Ecke um der Bevölkerung vorzugaukeln, eifrig an Missständen zu arbeiten. Die Schuld an der Situation gebe ich zu 50 % den Banken und zu 50 % den Regierungen."
  • "So wird das verlorene Vertrauen nicht wieder hergestellt."

Die DVFA führt in regelmäßigen Abständen Umfragen zu aktuellen Themen durch. Die letzte DVFA-Umfrage beschäftigte sich mit der Finanzmarktreife von mittelständischen Anleihen.

Download:
Auswertung Blitzumfrage mit weiteren freien Kommentaren sowie den genauen Ergebnissen der Umfrage.

DVFA-Blitzumfrage: Mittelständische Anleihen sind eine Chance, um den Mittelstand an den Kapitalmarkt heranzuführen - aber nur bei entsprechender Finanzmarktreife

Sind Mittelstandsanleihen eine ernst zu nehmende Innovation oder eher "die schnelle Mark" für bonitätsschwache Mittelständler? Die aktuelle DVFA-Blitzumfrage fokussierte die Zahlungsausfälle des relativ neuen Segments und befragte mehr als 300 Investment Professionals.

  • Über 74 % der Befragten waren der Überzeugung, dass das Asset eine gute Möglichkeit bietet, um den Mittelstand an den Kapitalmarkt heranzuführen.
  • Fast 68 Prozent bestätigten, dass nichts dagegen zu sagen ist, dass mittelständische Anleihen mit einem relativ hohen Risiko begeben werden, sofern dieses Risiko entsprechend klar ausgewiesen ist.
  • Börsen sollten ein eigenes Interesse daran haben, harte und kompromisslose Zugangsvoraussetzungen für das Segment der Mittelstandsanleihen zu schaffen, sagen 38,2 %.
  • 43,5 % meinten, dass mittelständische Anleihen genauso wie Small Caps viel Know-how erforderten, da das Transparenzniveau niedriger als bei den Bluechips sei. Dafür falle die Rendite eben höher aus.
  • Nur eine kleine Minderheit von knapp 9 Prozent der Teilnehmer waren der Meinung, dass mittelständische Anleihen der Versuch sind, Privatanleger über den Tisch zu ziehen.

Es gab auch die Möglichkeit, freie Kommentare abzugeben. Ein Teilnehmer fragte: "Bei Börsengängen gab es zumindest früher immer den Test der Börsenreife. Wird solch ein Verfahren auch bei Bonds angewendet?"

Ein anderer Befragter sagte: "Mittelstandsanleihen können aufgrund des jeweiligen Volumens keine vernünftige Researchabdeckung und kein gutes Marketmaking haben. Somit ist eine Beratung durch eine Finanzsituation nach WpHG nicht möglich. Somit können Private nur mit 'Excecution Only' kaufen - aber aufgrund welcher Informationen. Institutionelle Investoren können jeweils nur eine Buy-and-Hold-Strategie umsetzen. Für Privatanleger ist das Segment nicht geeignet."

Eine ganz kritische Stimme meinte: "Solange die finanzielle Kompetenz der Investoren gegen Null geht und die Gier regiert, sind diese Anleihen für private Investoren mehr als riskant."

Die DVFA führt in regelmäßigen Abständen Umfragen zu aktuellen Themen durch. Die letzte DVFA-Umfrage beschäftigte sich mit der Regelung von Gehältern und Bonuszahlungen für Unternehmensvorstände und Manager bei Industrie und Banken.

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Auswertung Blitzumfrage

Social Media Survey 2013

Die DVFA und der IR Club haben vom 21. Februar bis zum 8. April 2013 gemeinsam die Umfrage "Social Media Survey 2013" unter Investment Professionals durchgeführt.

Die Mehrheit der Befragten ist nach wie vor skeptisch, was die Relevanz der Informationen auf Social-Media-Plattformen betrifft, aber sie erwarten dennoch, dass die Bedeutung von Social Media wächst.

Die ausführlichen Ergebnisse der Umfrage können hier als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Download:
Auswertung Social Media Survey 2013

DVFA-Blitzumfrage zu Regelung von Gehältern und Bonuszahlungen für Unternehmensvorstände und Manager bei Industrie und Banken

Circa 30 % der Befragten halten Begrenzung von Vergütungen nur dann für sinnvoll, wenn das Unternehmen zuvor vom Staat oder den Steuerzahlern in der Krise Unterstützung zuteil wurde. Ein weiteres Drittel hält eine Limitierung von Gehältern und Boni lediglich im Zusammenhang mit wirklich geeigneten Maßnahmen für gut.

Aktueller Anlass der DVFA-Umfrage war die "Volkinitiative gegen Abzockerei" in der Schweiz, die Teil einer breiten gesellschaftlichen und politischen Debatte über die Höhe von Gehältern und Bonuszahlungen für Unternehmensvorstände und Manager in den westlichen Industrieländern ist. So hatten sich z.B. die EU-Finanzminister Anfang März grundsätzlich darauf geeinigt, Banker-Boni zu begrenzen und kündigten an, demnächst konkrete Vorschläge vorzulegen.

Die DVFA-Blitzumfrage zu diesem Thema mit knapp 200 teilnehmenden Investment Professionals ergab, dass gut zwei Drittel für differenzierte Lösungen plädiert.

  • Ca. 30 % meinten: Gehälter und Bonuszahlungen sollten nur in Bereichen regulatorisch begrenzt werden, wenn das Unternehmen zuvor vom Staat oder den Steuerzahlern in der Krise Unterstützung zuteilwurde.

Dies sei zum Beispiel bei Banken der Fall, die "unter dem Schirm" sind. In die Gehaltspolitik von Unternehmen gleich welcher Couleur jedoch, die Steuern zahlen, Arbeitsplätze sichern und für Wachstum sorgen, solle sich die Politik nicht einmischen. Hier seien hohe Managergehälter in Abhängigkeit von den Gewinnen der Unternehmen gerechtfertigt.

  • 29 % sagen: Vorstands- und Managervergütung sollten generell nach oben begrenzt werden.

Dies sei sinnvoll, und zwar für die Chefetagen von Handel, Industrie und Banken gleichermaßen. Ob die derzeit vorgeschlagenen Verfahren geeignet sind, müsse sich dabei erst noch herausstellen.

  • Etwas über 8 % halten Initiativen wie z.B. die Schweizer "Abzocker-Initiative" für unverhältnismäßig und überzogen.

Der deutsche "Corporate-Governance-Kodex" z. Bsp. fordere ja bereits Höchstgrenzen für Vergütungen im Rahmen einer Eigenregulierung.

  • 11,3 % sind gegen Eingriffe in die Autonomie der Unternehmen und Banken.

Vielmehr sollte man die Chefetagen so behandeln wie Selbstständige, die so viel verdienen können, wie sie wollen, aber vollumfänglich mit ihrem Privatvermögen haften, wenn sie sich verspekuliert oder Fehler gemacht haben.

  • Genau 7 % bestätigten, dass die Vorstands- und Managervergütung generell nach oben begrenzt werden sollten, und zwar für die Chefetagen von Handel, Industrie und Banken gleichermaßen.

Interessant waren auch die freien Kommentare, die 14 % der Befragten abgaben. "Der Staat sollte nicht regulieren. Allerdings sollte er Auswüchsen mit hohen Steuern begegnen." Dadurch "würde die Gesellschaft von Banker Boni sogar profitieren", meinte ein Teilnehmer. Ein anderer Befragter äußerte: "Die Deckelung sollte in Abhängigkeit von einigen quantitativen Kriterien, wie z. Bsp. Umsatz, Mitarbeiterzahl, Marktkapitalisierung, Nachhaltigkeit, etc. erfolgen."

Download:
Auswertung Blitzumfrage

DVFA-Blitzumfrage zur geplanten Einführung eines Trennbankensystems

DVFA-Blitzumfrage: Circa 37 Prozent von knapp 200 befragten Investment Professionals meinten, dass die deutschen Pläne zur Einführung eines Trennbankensystems kontraproduktiv und abzulehnen seien

Die DVFA hat eine aktuelle Blitzumfrage durchgeführt. Anlass der Umfrage ist ein Gesetzentwurf mit Ansätzen zur Einführung eines Trennbankensystems (und u.a. in Bezug auf die Eingrenzung des Eigenhandels) in Deutschland, den Anfang Februar das Bundeskabinett unterbreitet hat. Damit könnte das klassische Kunden-Bankgeschäft vom Investmentbanking getrennt werden. Das Kabinett greift damit klar der EU vor, deren Entwurf unter der Leitung des finnischen Notenbankpräsidenten Erkkii Liikanen noch in der Erarbeitungsphase ist.

  • Insgesamt fast 37 Prozent befragte Investment Professionals meinten, dass die deutschen Pläne unsinnig seien

Der deutsche Finanzsektor verliere gegenüber nicht regulierten Mitbewerbern aus z. Bsp. USA und dem asiatischen Raum, aber auch Großbritannien an Wettbewerbsfähigkeit. Zukünftige Crashs könnten nicht durch Regulierung von außen, sondern eher durch Eigenkontrolle und Risikomanagement vermieden werden.

  • Um die 26% bewerteten die Einführung eines Einführung eines Trennbankensystems als überfällig

Danach muss „das risikoreiche Investmentbanking vom Retailgeschäft getrennt werden, um Ausfallrisiken zu minimieren und zu verhindern, dass weitere Milliardenbeträge zur Stützung der Banken aufgewendet werden. In diesem Zusammenhang ist es auch sinnvoll, dass Deutschland mit einer Initiative vorprescht“, stimmten über ein Viertel zu.

  • Weitere circa 26% meinten, die Gesetzesinitiative sei ein Placebo im Wahlkampfjahr

Die Initiative kratze nur an der Oberfläche und sei stark nachbesserungswürdig, nicht zuletzt da die „Abgrenzung zwischen echtem Eigenhandel und Geschäften im Kundenauftrag zu weich ist“ und damit die Aushebelung der Zielstellung des Gesetzes ermögliche.

  • 11 Prozent Befragte nutzten die Möglichkeit, freie Kommentare abzugeben.

„Die Einführung eines Trennbankensystems ist logisch konsistent nur mit den anderen ergriffenen Maßnahmen wie Transaktionssteuer und Besicherungsanforderungen“, meinte ein Befragter. Ein anderer sagte zum Sinn eines Trennbankensystems: „Das trifft aber nur zu, wenn hier sauber abgegrenzt wird. Extrem risikoreiches Geschäft sollte nur mit den Eigenmittel der Banken umgesetzt werden.“ „Solange sich am Geldsystem nichts ändert, ist es völlig egal, was die Politik hier veranstaltet – alles nur Placebo“, kritisierte ein Teilnehmer. „Universalbanken ja, aber nur bei streng regulierten, kontrollierten Märkten und international gültigen Regeln“, vermittelte ein weiterer Befragter. „Leider hat das Verhalten der Vergangenheit gezeigt, dass ein regulatorischer Rahmen notwendig ist. Allerdings reduziert das Trennbankensystem nicht das Risiko, sondern es erhöht ein systemisches Ausfallrisiko.“

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Auswertung Blitzumfrage

DVFA-Blitzumfrage zur Beurteilung von Rekordgewinnen bei amerikanischen Banken

Die aktuelle DVFA-Blitzumfrage, an der zwischen 17. und 21. Januar 2013 knapp 250 Investment Professionals teilgenommen haben, erkundete eine Bewertung zu den 2012 von einigen US-amerikanischen Banken erzielten Rekordgewinnen. J.P. Morgan Chase, die größte Universalbank der USA, und Goldman Sachs meldeten Ende letzter Woche Gewinne von zusammen fast 30 Milliarden US-Dollar.

Auf die erste DVFA-Frage "Wir beurteilen Sie die Rekordgewinne der US-amerikanischen Banken?" stimmten fast 45% der Teilnehmer zu, dass die Institute lediglich "die Marktchancen nutzen, die ihnen der ordnungspolitische Rahmen bietet". Gut 24% waren der Meinung, dass "das System einer drastischen Reformierung" bedarf. Circa 13% werteten die Situation als Indiz dafür, dass "die Überwindung der Finanzkrise auf einem guten Weg ist". Die Mehrzahl der Befragten bewertete das Geschäftsgebaren der US-Banken damit eher affirmativ und systembejahend, insofern es legitim sei, die in einem Regelwerk vorgegebenen Bedingungen konstruktiv auszuschöpfen.

Interessant waren die Kommentare, die über die drei möglichen vorgegebenen Antworten hinaus abgegeben wurden. Mehrere Teilnehmer relativierten die Höhe der Gewinne, indem sie auf ihre Herkunft hinwiesen (geringere Kosten, geringere Wertberichtigungen, Verkauf von Investments etc.) und auf die insgesamt kaum übertriebene Eigenkapitalrendite verwiesen. Allerdings forderten Teilnehmer wiederholt, dass die Gewinne entweder zur Haushaltskonsolidierung herangezogen, zur Alimentierung neu zu schaffender Sicherungsfonds genutzt bzw. zur Stärkung der eigenen Eigenkapitalbasis Verwendung finden sollten. Kritisch sahen viele Teilnehmer die Niedrigzinspolitik, mit der die Gefahr der Fehlallokation heraufbeschworen würde, da mit hohen Kosten nur geringe Wirkungen in der Realwirtschaft erzielt würden, selbst wenn das Eigenkapital der Banken gestärkt werde. Durch die Niedrigzinsen sehen viele Teilnehmer die vor allem die Altersvorsorge langfristig in Gefahr.

Eine zweite Frage ging auf die Forderung verstärkter Eigenkapitalunterlegung der Institute in Folge von Basel III und die eventuelle Benachteiligung europäischer Banken im Vergleich zu US-amerikanischen oder chinesischen Häusern.

42% der Befragten stimmten zu, dass europäische Banken ihre Geschäftsmodelle zukünftig – mit oder ohne Basel III – "ohnehin anpassen und den solideren Weg der Eigenfinanzierung gehen". Europa, so eine mehrfach geäußerte Meinung, müsse unabhängig von globalen Trends das eigene Bankensystem stützen, indem Schwachen abgewickelt werden, und durch konsequentes Handeln die Nachhaltigkeit der Geschäftsmodelle gestärkt werden Häufig war in diesem Zusammenhang der Verweis auf die im internationalen Vergleich nach wie vor labile Situation der europäischen Banken hinsichtlich Leverage Ratios und Loan/ Deposit Rations. Gut 28% der Teilnehmer reklamierten aber, dass eine verzögerte Einführung von Basel III in den USA oder China auf den globalen Märkten "in der Tat eine Verzerrung des Wettbewerbs darstellt, den die europäische Politik mit allen Mitteln bekämpfen muss." Fast 22% sagten, dass es diese Form von Wettbewerbsverzerrung schon immer gegeben habe und regulatorische Arbitrage ein Resultat globalisierter Finanzmärkte sei.

Allgemein sieht die Mehrzahl der Investment Professionals die Möglichkeiten einer globalen Regulierung eher kritisch, wie aus den Kommentaren hervorgeht. So stellen die offensichtlich schwierige Durchsetzbarkeit auf globaler Ebene und die Mängel von "One size fits all"-Lösungen grundsätzliche Hürden dar.

Download: Auswertung